neuer Wappenentwurf

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kriesel
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neuer Wappenentwurf

Beitrag von kriesel » 06.02.2014, 22:50

Hallo Freunde der Heraldik,
ich habe vor geraumer Zeit ein Wappen für den Brandenburger Ortsteil Wust entworfen der auf Grund eines Farbverstoßes, in diesem Forum, kritisiert wurde.
Vielen Dank nochmal für eure hilfreichen Beiträge.
Ich möchte euch nun einen neuen Entwurf zeigen.

Mich interessiert:

Was haltet ihr von diesem Wappen?
(Negative Kritik bitte nicht hinterm Berg halten.)

Und:
Ist es, bezüglich der Blasonierung, korrekt wenn ich die Wurzel der Distel einfach als silber melde?

Gruß Kriesel

neuer Entwurf[/url]

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Jochen
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Beitrag von Jochen » 06.02.2014, 22:58

Viel besser, aber ich würde versuchen, die Wurzel so auszugestalten, daß möglichst viel von der unteren Schildhälfte davon ausgefüllt wäre-

Beispielsweise durch Verzweigungen der Wurzel oder Verschlingungen.

Meine Meinung....
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

kriesel
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kriesel

Beitrag von kriesel » 07.02.2014, 16:57

Danke für ihre Einschätzung.
Nur noch eine Frage.:
Ist es, bezüglich der Blasonierung, korrekt wenn ich die Wurzel der Distel einfach als silber melde? Was meinen sie?

Gruß Kriesel

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Schwabsen
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Beitrag von Schwabsen » 10.02.2014, 23:33

Hallo,
die Wurzel der Distel ist doch schwarz und nicht Silber. Da die silberne Umrandung der schwarzen Wurzel im blauen Feld durch ihre asymmetrische Darstellung als nicht dazugehörig erscheint, können Sie diese auch nicht als Solche blasonieren.
Gruß Sven
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Berlingo
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Beitrag von Berlingo » 11.02.2014, 02:15

1) Sie sollten die äußeren "schwarzen" Begrenzungs-/Konturlinien der silbernen Wurzelfläche stärker beziehungsweise deutlich sichtbar darstellen (so daß evident ist, daß die silberne Wurzelfläche eine Art Umrandung/Bordierung der Wurzel der schwarzen Gesamtfigur darstellt).
2) Anschließend können Sie von einer "schwarzen Wurzel" im blauen, unteren Feld sprechen, die "nach der Wurzelfigur silbern (rings)gerändert/bordiert" ist.

1001 Grüße

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Vielen Dank für ihre Beiträge

Beitrag von kriesel » 12.02.2014, 09:18

Erst einmal vielen Dank für ihre Beiträge!

Einiges ist mir nicht ganz schlüssig.
Wenn ich eine schwarze Gesammtfigur darstelle deren Wurzel ich silber bordiere, gehen der obere Teil in Silber und die silberne Bordierung in eineander über. Kann ich da noch ein geteilten Schild melden? Handelt es sich dann nicht um einen "besonderen" Wappenschnitt?

Berlingo schrieb:"Sie sollten die äußeren "schwarzen" Begrenzungs-/Konturlinien der silbernen Wurzelfläche stärker beziehungsweise deutlich sichtbar darstellen."


Ich habe für die silberne Wurzelfläche keine Konturlinien verwendet, mir ist leider auch nicht schlüssig warum dies wichtig sein sollte.

schöne Grüße
Kriesel


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Berlingo
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Re: Vielen Dank für ihre Beiträge

Beitrag von Berlingo » 12.02.2014, 10:39

kriesel hat geschrieben:Wenn ich eine schwarze Gesammtfigur darstellem deren Wurzel ich silber bordiere, gehen der obere Teil in Silber und die silberne Bordierung in eineander über.
Nur, wenn Sie keine Begrenzungslinien verwenden beziehungsweise eine Begrenzungslinie, die teilt und die Teilung nach unten zu einem noch undefinierten Wappenschnitt auszieht.
kriesel hat geschrieben:Kann ich da noch ein geteilten Schild melden? Handelt es sich dann nicht um einen "besonderen" Wappenschnitt?
Sie sollten sich entscheiden, damit das Wappenbild eindeutig wird.
1. Soll ein "besonderer" Wappenschnitt den Schild teilen? Dann sollten Sie eine schwarze Begrenzungslinie zwischen den beiden Farbflächen (Silber/Blau) einzeichnen, die genau den Verlauf des Wappenschnitts bestimmt. In der Regel sollte man auf vorhandene, historisch belegte Wappenschnitte zurückgreifen. "Neue" Wappenschnitte kann man natürlich auch gestalten, nur sollte über einen neuen Wappenschnitt nach Möglichkeit mal ein Heroldsausschuß drüberschauen und prüfen, ob dieser gemäß der heraldischen Regeln gestaltet und überhaupt blasonierbar ist.
2. Oder soll eine gemeine Figur über einer "normalen" Teilung liegen?
kriesel hat geschrieben:Ich habe für die silberne Wurzelfläche keine Konturlinien verwendet, mir ist leider auch nicht schlüssig warum dies wichtig sein sollte.
schöne Grüße Kriesel
Ganz einfach: Wenn schwarze Begrenzungslinien vorhanden sind, dann ist klar, daß der Schild von Silber und Blau "normal" (ohne besonderen Wappenschnitt) geteilt ist und der geteilte Schild mit einer gemeinen Figur "belegt" ist. Stellen Sie sich das wie zwei Ebenen vor. In der unteren Ebene liegt das Heroldsbild (die Teilung) und darauf liegt -- eine Ebene höher -- die gemeine Figur. Ich habe mal grob zur Verdeutlichung in Ihren Entwurf eine Möglichkeit mit Begrenzungslinien eingezeichnet, die das Wappenbild eindeutig machen. Wenn Sie die Begrenzungslinien bei der Teilung und der Figur weglassen -- unabhängig davon, ob Sie eine "normale" Teilung oder einen besonderen Wappenschnitt wählen -- ist optisch nicht konsistent bestimmbar, was Figur, was Heroldsbild ist.

1001 Grüße

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Beitrag von Schwabsen » 12.02.2014, 15:38

Hallo,
laut der Wappenbilderordnung Band 1, herausgegeben vom Herold, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin von 1986,
Tafel 30 Abbildung 2337, wurde die Distel Raumfüllend als Flachwurzler im Schild dargestellt so das sich bei einer Teilung folgendes Bild darstellt. Wurzel und 4 Blätter am Stil in der unteren Hälfte des Schildes und 3 Blüten am verzweigten Stil in der oberen Hälfte. Dank dieser Aufteilung fällt das Augenmerk eher auf Blätter und Blüten und nicht wie bei der hier gezeigten Zeichnung auf die Wurzel, Welche bei entfernter Betrachtung doch eher einer Rübe gleicht. Wenn man sich also an diese Beispieldarstellung hält ( natürlich nicht 1:1) käme doch gut eine Darstellung in verwechselten Farben in Betracht.
Gruß
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Beitrag von zobelrolf » 12.02.2014, 16:54

Bitte, bitte denkt auch mal an die armen Turnier-Heraldiker die das blasonieren sollen und vergeßt auch die Turnierbesucher nicht und den geistigen und geistlichen Beistand den sie dringend benötigen! Seid bitte, bitte gnädig!
zobelrolf

:cry: :cry: :cry:

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Beitrag von Berlingo » 12.02.2014, 17:41

zobelrolf hat geschrieben:Bitte, bitte denkt auch mal an die armen Turnier-Heraldiker die das blasonieren sollen und vergeßt auch die Turnierbesucher nicht und den geistigen und geistlichen Beistand den sie dringend benötigen! Seid bitte, bitte gnädig!
zobelrolf
Yep. Meine Rede. :D
Wenn die Begrenzungslinien korrekt und für alle Turnierbesucher deutlich gezeichnet sind, kann man das Wappenbild leicht blasonieren. Solange man sich aber nicht festlegt, was Heroldsbild, was Figur ist, kann man das Motiv auch nicht oder nur schwer blasonieren. Die "Heraldik" mag "unscharfe" Wappenbilder, die an Teilungslinien weder Fisch noch Fleisch sind, gar nicht.

Man sollte übrigen auch unbedingt Jochens Tip von oben beherzigen: die Wurzel sollte so ausgestaltet werden, daß sie raumfüllend ist!

1001 Grüße

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Beitrag von Markus » 13.02.2014, 11:31

Disteln sind Flachwurzler? Wenn ich an die verdammten Dinger in meinem Garten denke, oh ha, da muss ich aber ziemlich tief stechen.
Heraldische Grüße
Markus

Vollwappen im Wappenindex Greve:
https://www.familie-greve.de/wappeneint ... &wid=72488

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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 13.02.2014, 12:01

... nur mal so nebenbei ein kleiner Hinweis:

Im LEONHARD sind gute Beispiele:
Seite 45 / Nr. 3
Seite 249 / Nr. 1 und 2
:wink:
www.Wappen-Billet.de
M.d.IDW.
M.d.WL.
M.d.HGW.
M.d.MWH.
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Berlingo
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Beitrag von Berlingo » 13.02.2014, 12:13

Claus J.Billet hat geschrieben:... nur mal so nebenbei ein kleiner Hinweis:

Im LEONHARD sind gute Beispiele:
Seite 45 / Nr. 3
Seite 249 / Nr. 1 und 2
:wink:
Oder hier: http://heraldik-wiki.de/index.php?title ... eraldik%29
:wink:

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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 13.02.2014, 12:16

@ Berlingo

Danke, fast noch besser :!: :lol:
www.Wappen-Billet.de
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Die Distel ist ein Pfahlwurzeler

Beitrag von kriesel » 14.02.2014, 09:56

Erst einmal vielen Dank für ihre zahlreichen und interessanten Beitrage und Hinweise.

Das die Wurzel eher wie eine Rübe aussieht stimmt. Ich wollte die Distel auch ursprünglich mit Stiel darstellen welcher aber eher wie eine Wurzel aussah.
Das die Darstellung einer solchen Distelwurzel, aus heraldischer Sicht, problematisch sein könnte ist für mich nachvollziehbar.
Weil aber die von mir dargestellte Distel einer Eselsdistel entspricht und die Eselsdistel (wie andere Distelarten auch) ein Tief- bzw. Pfahlwurzeler ist halte ich die Darstellung der Wappendistel mit einer Pfahlwurzel für vertretbar da diese Wurzel ein typisches Merkmal der Distel widerspiegelt.

schöne Grüße Kriesel

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