Altes Wappen gefunden

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Kleinschmid
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Kleinschmid » 22.10.2018, 11:00

Das sieht dann so aus:

Johann Hupka aus Bischin (vielleicht Bischitz) in Böhmen
- Gottfried Hupka, Musikus (Violine) aus Bischin in Böhmen, erwarb 5.6.1630 Frankfurter Bürgerrecht, + Frankfurt 31.5.1650, oo Frankfurt 30.4.1630 Barbara Breitschuh, * Frankfurt 25.5.1608, + Frankfurt 21.8.1666 (Stieftochter des Visieres u. Kirchenmusikers Peter Krämer), die in ooII. Frankfurt 2.1.1655 Johann Pissner, ihr Testament im Frankfurter Stadtarchiv
- - Dr. Achilles Hupka, * Frankfurt 1.9.1631, 1651 Uni. Straßburg, Promotion 1653 in Straßurg, u.a. Übersetzer, + früh verstorben, oo Genf 1655 Louise Chouet/Chouttin aus Genf
- - - Johann Adam Hupka
- - - Dr. Nikolaus Konrad d. Ältere, * Frankfurt 18.5.1658, + Frankfurt, 10.6.1726, besuchte die Unis: 5.5.1679 Halle/Wittenberg, 14.8.1680 Gießen, 20.4.1683 Straßburg. 1684 Promotion in Gießen. Rechtsanwalt in Frankfurt, 1690 Ratschreiber in Frankfurt, oo Frankfurt 13.5.1685 Margarethe, To. des Martin Matthäs, Oberstleutnant
- - - - Dr. Nikolaus Konrad d. Jüngere, * Frankfurt 9.6.1694, + Frankfurt 15/17.1.1771, Promotion 1723 in Utrecht, Ratsherr, Bürgermeister, Bibliothekar in Frankfurt
Zuletzt geändert von Kleinschmid am 23.10.2018, 07:18, insgesamt 2-mal geändert.

Kleinschmid
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Kleinschmid » 22.10.2018, 12:52

Und noch ein Nachtrag:
Gottfried Hupka bezeichnete sich selbst als „Gotfridt Hupka von Bischin in Böhmen“ und siegelte mit seinem Petschaft am 5. April 1627 einen Vertrag als Musikus mit der Stadt Frankfurt/Main. Es zeigt ein Herz mit Blumen darüber. Der Vertrag könnte im Stadtarchiv Frankfurt, Sign. Schulakten, I, Fol. 305, erhalten geblieben sein.

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Duppauer1
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Duppauer1 » 22.10.2018, 20:53

Hallo Herr Kleinschmid,
das ist ja mal ein schöner Fund den Sie da gemacht haben ! :D
Da wird sich Claudia bestimmt freuen, zumal es jetzt einen Bezug mit Gottfried Hupka nach Böhmen gibt,woher ja Claudias Vorfahren auch herstammen und Gottfried Hupka auch mit dem eingestellten Wappen siegelte!
Aber eine Verwandschaft muß noch bewiesen werden! Deshalb wie gesagt "Schritt für Schritt zurück in der Ahnenforschung". Aber das muß ich Ihnen ja nicht sagen.

Nun ist der Name des Herkunftsortes von Claudias Vorfahren in Böhmen noch zu klären und die exakte Schreibweise des Ortes wo Gottfried bzw., Johann Hupka herkommen.
Bischin/Bieschin konnte ich in Tschechien nicht finden. Den Ort Bischitz gibt es, die Kirchenbücher fangen hier aber erst 1659 an und Johann und Gottfried sind ja schon früher geboren. Auch im ältesten Gebutsindex von Bischitz 1694-1784 konnte ich keinen Hupka finden, evtl ist die Schreibweise des Namens im tschechischen auch eine andere. Das hat aber nichts zu bedeuten, wenn die Familie vorher schon abgewandert ist. http://ebadatelna.soapraha.cz/pages/Sea ... ikaPage?44
Vielleicht kann uns Gerd hier weiterhelfen.
Darf ich fragen wo Sie Ihre tollen Informationen herhaben Herr Kleinschmid ?

MfG
Dieter

Claudia Wolski
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Claudia Wolski » 22.10.2018, 23:08

tatsächlich, das stimmt überein :shock: jedoch weiß ich nicht genau wie das mit den Farben is, denn in der Beschreibung des Wappens steht ,,zwischen zwei b.s-s.b geteilten hörnern und ich dachte das hieße blau.silber-silber.blau aber auf dem Gemälde ist alles rot :?:

Claudia Wolski
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Claudia Wolski » 22.10.2018, 23:12

Unglaubliche Informationen! Vielen Dank!!!
Ich werde morgen mit meiner Oma weiter recherchieren und versuchen alles wie ein Puzzle Stück für Stück zu vervollständigen. Ich berichte sobald wir einen deutlicheren Strang haben aber ich hätte niemals gedacht, dass wir so viel darüber herausfinden könnten. Wir haben seit 2 jähren vergeblich im Internet recherchiert :shock:

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Duppauer1
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Duppauer1 » 23.10.2018, 02:07

Bei den Geburtsort des Gottfried Hupka könnte es sich um diesen Ort handeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C4%9B%C5%A1iny
Die Kirchenbücher hierzu findet man unter
http://www.portafontium.eu/searching/re ... ates_from=
beginnen aber leider auch erst mit 1676.

Es gibt auch einige Treffer in der Suche beim Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt.
Einfach mal in der Suchmaske Hupka Gottfried, oder nur Hupka eingeben.
http://www.ifaust.de/isg/zursuche.FAU?s ... m=1&rpos=1

z.B. dieser Fund zu Nicolaus Conrad Hupka mit Siegel
Bestand:
Dienstbriefe
Signatur:
1.045
Inhalt:
Dienstbrief des Amts: Stadtbibliothekar
Name: Nicolaus Conrad Hupka, Dr.
Laufzeit: Unbefristet
Besoldung: Jährlich 100 Taler
Beglaubigung:
Beglaubigung:
Lacksiegel des Nicolaus Conrad Hupka in einer Holzkapsel (Deckel fehlt), anhängend an einer rot/weißen durchgezogenen Siegelschnur, inkl. seiner Unterschrift.
Sprache:
deutsch
Beschreibstoff:
Pergament
Rückvermerke:
Rückvermerke:
Mglb B. 173. No. 4.
modo Mglb B 182 Fasc. 3. No. 4.
Nicolai Conrad Hupka, Dris.
Bestalllungs-Brieff, worauf derselbe,
als Bibliothecarius, den 27. ten Decembris
1731. bey E. Hoch Edlen Rath geschworen.
Modi:
Ausfertigung
Datumszeile:
So geschehen den 27 ten Tag, des Monats December 1731
Laufzeit:
27.12.1731

oder Gottfried Hupka

Titel:
Hupka, Gottfried
Beruf/Funktion:
Rats- und Kirchenmusiker
Geburtsort:
Bieschin/Böhmen
Sterbedatum:
07.05.1650
Sterbeort:
Ffm.
Literatur:
Alexander Dietz: Frankfurter Bürgerbuch. 1897, S. 44. Peter Epstein: Die Frankfurter Kirchenmusik zur Zeit J. A. Herbst's. Sonderdruck aus Archiv für Musikwissenschaft 1924, Heft I. S. 68, 70, 71 Anm. 6, 72, 76, 89.
Archivalien:
Ratssuplikationen 1627, Bd. I, Bll. 244-247 (Gesuch um Erhöhung des Gehalts als Ratsmusiker) und Bd. II, Bll. 3-4 (Gesuch um Erteilung des Abschieds wegen Wechsel als Kammerdiener des Grafen von Ortenberg). Heiratsbuch 3 (1614-1634), Bl. 157r. Bürgerbuch 8, Bl. 282v. Totenbuch 6 (1636-1656) S. 646.
Kurzdarstellung:
1626 als Ratsmusiker eingestellt. 1627-1650 auch Musiker an der Barfüßerkirche. Verheiratet mit Barbara Breitschuh (get. 25.05.1608, Taufbuch 6, 1606-1616, Bl. 70v.), die am 02.01.1655 Johann Pißner heiratete (Heiratsbuch 4, 1635-1657, Bl. 383r.) und am 21.08.1666 beerdigt wurde (Totenbuch 7, 1657-1675, S. 376). Der Sohn Achilles hatte Achilles von Hynsberg als Taufpaten. Darstellung des Gottfried Hupka von S. Furck (1648) in der Porträtsammlung.
Bemerkungen:
Die Ratssupplikation 1627, Bd. I ist bis auf weiteres aus konservatorischen Gründen gesperrt.

Ich konnte leider keinen direkten Link auf die Seiten setzen und die Maske ist auch etwas beim kopieren verrutscht. :oops:

Kleinschmid
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Kleinschmid » 23.10.2018, 07:15

Besten Dank, Herr Duppauer, für Ihre interessanten Ergänzungen!

Das mit Běšiny sieht doch recht gut aus. Nein, so frühe tschechische Matrikel - Gottfried könnte ja im 16. Jhd. geboren sein - wird man schwerlich finden. Aber die Archive in Tschechien besitzen oftmals andere Unterlagen (Zinsregister o.ä.) für das 16. Jhd. Mit mehr Aufwand (Recherche vor Ort) sollte man da noch etwas machen können. Aber in dem Zusammenhang hier hilft es nicht weiter, weil Hupka sehr häufig war und das hier gefundene Běšiny doch ziemlich weit von Machov entfernt liegt. Meine Quellen für den kleinen Stammbaum sind vor allem die Frankfurter Kirchenbücher (Ancestry) und Caroline Valentin: Geschichte der Musik in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M. 1906 sowie das Frankfurter Bürgerbuch.

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Duppauer1
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Re: Altes Wappen gefunden

Beitrag von Duppauer1 » 23.10.2018, 18:28

Stimmt Herr Kleinschmid, wo die Kirchenbücher in Tschechien aufhören, muß man in Urbarien
https://de.wikipedia.org/wiki/Urbar_(Verzeichnis)
Mannschaftsbüchern http://wiki-de.genealogy.net/Mannschaftsbuch oder älteren Stadt- und Gemeindebüchern forschen.
Aber bis dahin ist es für Claudia wahrscheinlich noch ein langer Weg.

Danke für die Informationen zu Ihren Quellen! :D

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