Ursprung Wappen "von Reichmann"

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Morosus
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Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Morosus » 02.01.2018, 01:43

Sehr geehrte Forenmitglieder, ich wende mich mit der Bitte um Mithilfe bei der Klärung der Herkunft meines Familienwappens an Sie.

Unser Wappen ist unter anderem in einer "frühen Form" in der Aschaffenburger Wappenrolle gelistet

Bild

später wurde der Wappenschild in seiner Form verändert, sowie ein Halskleinod hinzugefügt

Bild

Erbschaftsangelegenheiten nach dem damaligen Mauerfall, und die damit einher gehenden Notariellen Nachforschungen, bestätigten die Wappenzugehörigkeit zu meiner Familie.

Leider besitzt mein Zweig der Familie keine Aufzeichnungen mehr über die Ursprünge des Wappens.

Aus den heraldischen Grundregeln konnte für das untere Heroldsbild mit seinen Figuren leicht eine Verbindung zu den Kreuzzügen hergestellt werden, weiter kam ich dann allerdings auch nicht mehr.
Das Obere Heroldsbild jedoch, mit dem "eingebogenem Sparren" läßt sich für mich nicht ohne weiteres zuordnen.

Ich wäre Ihnen daher für weiterführende Tipps sehr verbunden, eventuell ist jemandem eines der "Teilwappen" schon einmal im Laufe von Recherchen begegnet.

Ich verbleibe Hochachtungsvoll

M. v. Reichmann

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Duppauer1
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 02.01.2018, 07:14

Hallo Herr/Frau ? von Reichmann
zum Geschlecht Reichmann von Hochkirchen (Adelsprädikat Hochkirchen wurde 1777 verliehen) habe ich folgendes gefunden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Augustin_ ... ochkirchen
In Genealogischen Handbuch des Adels - Adelslexikon- Bd. 9 (Band 116 der laufenden Reihe) findet sich ein
Hinweis auf die Familie auf Seite 284.
Den Band finden Sie in jeder großen Landes-oder Universitätsbibliothek, oder sie können den Band über Fernleihe (Kosten ca. 1,50 €) über Ihre Gemeinde-oder Stadtbibliothek anfordern.
Bitte informieren Sie sich dort.

Auf der Seite von www.austroaristo.com gibt es folgenden Eintrag
Verleihungen
-Reichsadelsstand mit Wappenbesserung Wien 15.5.1705 für die Brüder Johann Ambros, kais. Reichshofkanzlist, Johann Philipp, nachmaliger kurfürstlich mainzischer Schaffner in Bensheim, Adolf Franz, Albericus Philipp und Philipp Peter Reichmann.
-Reichs- und erbländisch-österreichischer Ritterstand mit »von«, »auf« oder »zu« und privilegium denominandi Wien 28.10.1715 für Gottfried von Reichmann, Generalquartiermeister des Fränkischen Kreises.
-Reichs- und erbländisch-österreichischer Ritterstand, Wappenbestätigung und -besserung, privilegium denominandi Wien 24.11.1731 für Anton Laurenz von Reichmann, kaiserlicher geheimer Reichshof-Konzipist.
-Erbländisch-österreichischer Adelsstand mit »von Hochkirchen« Wien 13.12.1777 für Alois Konrad Reichmann, k. k. Platz-Hauptmann für 32-jährige makellose Dienstleistung von der „Pike“ an und sein tapferes Verhalten in der Schlacht bei Hochkirchen, wobei er ein Bein verlor.
-Erbländisch-österreichischer Freiherrenstand Wien 7.4.1813 für August Reichmann von Hochkirchen, k. k. Vizepräsident der niederösterreichischen Regierung als Ritter des königlich ungarischen Stephan-Ordens. Sohn des Vorigen.
-Immatrikulation im Königreich Bayern bei der Adelsklasse 2.10.1818 für des obigen Johann Philipp von Reichmann Enkel Georg Andreas von Reichmann, kgl. bayrischer Oberleutnant im 7. Linieninfanterie-Regiment.

Wappenbeschreibung
Wappen (1705):
Geteilt; oben in Gold ein gekrönter golden-bewehrter schwarzer Adler, dieser gespalten durch eine eingebogene rote Spitze, darin ein aufgerichtetes goldenes Einhorn, unten in Rot ein silberner Pfahl, begleitet rechts von einem silbernen Ordenskreuz, links von einem grünen Palmzweig; auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken ein wachsender Geharnischter mit Palmzweig und Lanze zwischen offenem, beiderseits mit dem Ordenskreuz belegten schwarzen Fluge.

Wappen (1813):
Wie 1705. Der rechte Helm trägt schwarz-goldene Decken; links ein zweiter gekrönter Helm mit rot-silbernen Decken auf dem ein rechts gekehrtes, sich aufbäumendes silbernes Einhorn erscheint. - Schildhalter: zwei widersehende natürliche Leoparden auf goldener Arabeske.
Da es sich hierbei um Reichsadel handelt, lohnt es sich auch immer bei den Reichsadelsakten im Österreichischen Staatsarchiv nachzuschauen.
http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719587
http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719586
Die erbländischen Adelsakten sind vom Österreichischen Staatsarchiv noch nicht im Informationssystem erfasst!
Alle Akten können beim Österreichischen Staatsarchiv unter Angabe der Signatur bei den Reichsadelsakten, oder unter Angabe von Name und Verleihungsdatum bei den erbländischen Akten, angefordert werden.
Dies ist natürlich mit Kosten verbunden, Sie bekommen aber einen Kostenvoranschlag vom Österreichischen Staatsarchiv den Sie annehmen können, oder auch nicht.
Vielleicht erfahren Sie in dem Adelsakt etwas über die Symbole in Ihrem Wappen.
Soweit nichts sicher schriftlich oder mündlich über die Symbole im Wappen überliefert ist kann man nur darüber spekulieren!
Eine Verbindung zu den Kreuzzügen über die Symbole herzustellen, halte ich, mit Verlaub, für total Unsinnig!
Zumal Ihre Familie erst 1705 in den Adelsstand erhoben wurde! Und der letzte Kreuzzug (7) 1270 stattfand.
Also war bestimmt keiner Ihrer Vorfahren an einem Kreuzzug beteiligt!
Man könnte jetzt spekulieren das das Ordenskreuz auf eine Ritterorden hinweisen könnte dem einer Ihrer Vorfahren angehört hat, die ja zum Teil nach dem ersten Kreuzzug entstanden sind. Aber auch das ist sehr weit hergeholt! Kreuz und Palmenblatt/-zweig, werden ja auch in der christlichen Symbolik verwendet.
Bei dem Adler (Doppeladler) könnte es sich um ein Gnadenzeichen handeln! https://heraldik-wiki.de/wiki/Gnadenwappen
Aber wie gesagt alles reine Spekulation !
Vielleicht erfahren Sie ja mehr aus den Adelsakten. Es kann aber sein, das auch dort nichts genaues hinterlegt ist!

MfG
Duppauer

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Gerd H.z.B.
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Gerd H.z.B. » 02.01.2018, 12:12

Hallo,

noch ein kleiner Hinweis von mir. Die Form des Schildes und das Halskleinod sind nur verschiedene Darstellungsformen des Wappens. Das Wappen ist das gleiche. Alles andere dazu hat mein Vorschreiber schon ausführlich erwähnt.
Mit Grüssen Gerd
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Joachim v. Roy
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Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Joachim v. Roy » 02.01.2018, 17:49

Wie dem mir vorliegenden „Adelslexikon“, herausgegeben vom Deutschen Adelsarchiv, Bd. XI, Limburg
a.d. Lahn 2000, S. 284/285, zu entnehmen ist, wurden JOHANN PHILIPP REICHMANN, nachmals Kurfürstlich Mainzer Schaffner in Bensheim a.d. Bergstraße, sowie vier weitere Brüder am 15. Mai 1 7 0 5 zu Wien in den Reichsadelsstand erhoben. Bei dieser Gelegenheit wurde ihr altes Familienwappen „gebessert“.

Ob das alte Familienwappen im roten Feld ein aufgerichtetes goldenes E i n h o r n zeigte, wäre anhand
der Nobilitierungsakten von 1705 (im Österreichischen Staatsarchiv, wie vom Kollegen Duppauer bereits erwähnt) zu prüfen. Bei dem schwarzen Doppeladler im goldenen Feld (wohl als Gnadenzeichen), dem silbernen Pfahl in Rot (Hinweis auf den rot-weiß-roten Bindenschild des Hauses Habsburg), dem Ordens-kreuz und dem Palmzweig dürfte es sich um schmückendes heraldisches Beiwerk handeln.

GEORG ANDREAS VON REICHMANN, Königlich bayerischer Oberlieutenant im 7. Linien-Infanterie-Regiment (Enkel des vorgenannten JOHANN PHILIPP), wurde im Königreich Bayern am 2. Oktober 1 8 1 8 bei der Adelsklasse immatrikuliert. Leider wurden er und seine Nachfahren – vor 1943 - nie im „Gothaischen Genealogischen Taschenbuch der Adeligen Häuser“ bzw. - nach 1951 – im „Genealogischen Handbuch des Adels“ genannt. Ob die Genealogie des Geschlechts zwischenzeitlich im „Genealogischen Handbuch des
in Bayern immatrikulierten Adels“ publiziert worden ist, wäre beim Bayerischen Adelsarchiv e.V. in
81675 München-Bogenhausen, Prinzregentenstraße 75, zu erkunden.

Freundliche Grüße vom Rhein

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Duppauer1
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 02.01.2018, 22:58

Ich muß mich korrigieren! :oops:
Wie Herr v. Roy richtig erwähnt muß es bei dem Genealogischen Handbuch des Adels- Adelslexikon- Bd. 11 (Bd. 122 der Gesamtausgabe), Seite 284-285, heißen!
Ich hatte fälschlicher Weise Bd.9 angegeben!
In dem Artikel dort steht nichts was nicht schon bekannt wäre.

Noch etwas ist mir genauso wie Herrn v. Roy bei dem Reichadelsakten im ÖStA aufgefallen.
Herr v. Roy schrieb:
...sowie vier weitere Brüder am 15. Mai 1 7 0 5 zu Wien in den Reichsadelsstand erhoben. Bei dieser Gelegenheit wurde ihr altes Familienwappen „gebessert“.
Aus den Reichadelsakten ist zu entnehmen das die Voreltern schon am 4.Feb.1705 den rittermäßigen Adelsstand zugesprochen bekamen, dieser aber nicht "ausgefertigt" wurde.
http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719587
Reichmann, Johann Ambros, kaiserlicher Reichshofkanzlist, Johann Philipp, Adolph Franz, Alberikus Philipp, Philipp Peter, Brüder, Bestätigung des ihren Voreltern am 4. Februar 1705 verliehenen, nicht ausgefertigten rittermäßigen Adelsstandes für das Reich und die Erblande, Wappenbesserung, privilegium denominandi, Lehenberechtigung
Wahrscheinlich konnte das Adelsdiplom nicht ausgefertigt werden, da Kaiser Leopold I, am 5.Mai 1705 verstarb und er dieses, bis dato, noch nicht abgezeichnet hatte. https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_I._(HRR)

Es muß also in diesem Akt vom 4.Feb.1705 schon ein Wappen gegeben haben! Herr v. Roy bezeichnet es als"altes" Familienwappen.
Bei der Bestätigung des rittermäßigen Adelsstandes am 15. Mai 1705, durch den Sohn von Leopold I,
Joseph I, https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_I._(HRR) ist von einer Wappenbesserung die Rede.
Ich sehe das so, das das Wappen vom 4.Feb.1705 am 15.Mai 1705 gebessert wurde!
Wie nun das Wappen vom 4.Feb. 1705 aussah und warum es gebessert wurde, kann man eventuell wie Herr v. Roy schon sagte, aus den Nobilitierungsakten des ÖStA von 1705 entnehmen.

MfG
Duppauer

Morosus
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Morosus » 03.01.2018, 02:17

Ich möchte mich aufrichtig für die schnelle und kompetente Hilfe bei allen Schreibern bedanken.

Des Weiteren bedanke ich mich ebenfalls für die Korrektur nicht korrekt verwendeter Begriffe oder Schlussfolgerungen, und möchte mich für die fehlerhafte Verwendung von Begrifflichkeiten entschuldigen. Als Leihe ist das Thema Heraldik doch sehr komplex, und mangels Gesprächspartner im näheren Umfeld, schleichen sich oftmals Verständnisfehler ein, welche ich zu entschuldigen bitte.

Bei dem im Internet zugänglichen Auszug (http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719586), welcher mir freundlicher Weise von Herrn/Frau Duppauer verlinkt wurde, ist mir eine gewisse "Unstimmigkeit" zur Blasonierung von 1705 und der von 1813 zum abgebildeten Vollwappen aufgefallen.

Der Wappenaufbau stimmt mit der Blasonierung von 1813 überein, jedoch weichen einige Tinkturen von der Blasonierung ab. So ist nun das Feld der eingebogenen Spitze nicht mehr in rot dargestellt, sondern in blau; auch das „aufbäumende Einhorn“ des linken Helmes erscheint nun in Gold statt in Silber?!
Ob es sich wohl hierbei um die besagte Wappenbesserung von 1731 handelt? Allerdings wurde die Tinkturänderung 1813 wiederum nicht erwähnt :?: :roll:

Was für mich noch von Interesse wäre, ist die Frage nach der Wappenbesserung bei der Erhebung in den Reichsadel von 1705.
Laut den Unterlagen, welche damals meinem Vater vom Notar vorgelegt wurden müsste bereits deutlich vor 1705 ein Bezug zum Adel vorgelegen haben, was auch die 1705 erwähnte Wappenbesserung bei der Erhebung in den Reichsadel erklären könnte. Gibt es eine Möglichkeit dies ebenfalls zu eruieren?
Dem Aufbau nach könnte es sich ja theoretisch um ein "Bündniswappen" handeln, dies würde zumindest die unterschiedlichen Tinkturen der linken und rechten Helmdecke erklären, sowie das spätere Verwenden zweier Helme (bitte korrigieren falls ich hier falsch liege!).

Aber leider habe ich nach dem Tod meines Vaters keinen Zugriff auf diese Unterlagen.

Ich glaube eine Anfrage beim Archiv ist unumgänglich, die entstehenden Gebühren sind zu verschmerzen, schließlich geht es ein stück-weit um die eigene Vergangenheit.

Mfg Michael

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Duppauer1
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 03.01.2018, 12:26

Hallo Michael,

ja ich glaube auch das es unumgänglich ist den Adelsakt beim ÖStA anzufordern um sich Klarheit zu verschaffen.
Hinzu kommt jetzt aber auch noch das dieser Akt wahrscheinlich in der alten deutschen Kanzleischrift geschrieben ist! Man muß diese auch lesen können, oder in unsere heutige lateinische Schriftform von jemanden kundigen übertragen lassen.

Zu dem Wappen von 1731 http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719586
Hier wurden die dort genannten in den Ritterstand erhoben und mit dem Ehrenword "Edler" versehen.
Im Zuge dessen wurde das alte Wappen von 1705 anerkannt aber auch gleichzeitig für dieses Rittergeschlecht gebessert! Deshalb die blaue eingebogene Spitze mit dem goldenem Einhorn.
Die zwei Helme weisen auf den Ritterstand hin und die Farben der Helmdecken geben die Farben des Wappenschildes wieder. Also schwarz gold für den schw. Adler im golenen Feld und rot silbern für den silbernen Balken und das silberne Kreuz im rotem Feld.

Hierbei ist auch zu beachten das nur die direkten männlichen Nachfahren der dort im Akt von 1731 genannten in den Ritterstand erhobenen den Titel Ritter und das Wappen führen durften!
Alle andere direkten Männlichen Nachkommen der 1705 geadelten fürten das "alte" Wappen vom 1705 weiter und trugen nur das "von" für den einfachen Adel im Namen.
Also verschiedene Familienzweige.

LG
Dieter

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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Morosus » 03.01.2018, 14:57

Super. Dieter diese Antwort hat mir wieder sehr weitergeholfen.

vielen Dank,

Michael

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Duppauer1
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 03.01.2018, 23:44

gelöscht
Zuletzt geändert von Duppauer1 am 04.01.2018, 00:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 03.01.2018, 23:46

Hallo Michael,
wir helfen gern hier weiter!
Wenn noch Fragen bestehen ruhig weiterfragen!

Hier noch einige Siebmacher Einträge!
Bayern
http://reader.digitale-sammlungen.de/de ... 00134.html
http://reader.digitale-sammlungen.de/de ... 00421.html

Niederösterreich
http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... age%5D=393
http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/lo ... =PHYS_0393

http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... age%5D=419
http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/lo ... =PHYS_0419
Hier ist bei der Wappenabbildung des gebesseten Wappens Reichmann II in der Spitze keine Blaue Farbe zu erkennen senkrechte Striche bedeutet rote Farbe. https://de.wikipedia.org/wiki/Tingierung
Die Wappenbesserung würde sich dann nach dem Siebmacher nur auf den zusätzlichen Helm beziehen!
Aber der Siebmacher ist nicht fehlerfrei :!:
Ich würde ehr dem Akt aus den ÖStA http://www.archivinformationssystem.at/ ... ID=2719586 glauben schenken, aber letztendlich erfährt man das nur wenn man auch diesen Akt anfordert und genau nachliest was in der Wappenbeschreibung (Blason) dort seht.
Denn auch die Wappenmahler haben hier Fehler gemacht! Und es zählt immer das was im Blason im Adelsakt steht und nicht das was auf der Zeichnung zu sehen ist!
Bei einen meiner entfernten Verwandten steht in der Wappenbeschreibung z.B. in rot ein silberner Balken und auf der Wappenzeichnung ist in rot ein silberner Schrägbalken zu sehen.

Desto mehr ich mich mit dem Geschlecht der Reichmanns befasse desto mehr kommen mir die Zweifel ob die 1705 geadelten Reichmann und der 1777 geadelte Alois Konrad Reichmann von Hochkirchen und dessen 1813 in den Freiherrenstand erhobene Sohn August Reichmann von Hochkirchen überhaupt von einem Geschlecht waren.
Zumal hier auch unterschiedliche Wappen vorliegen!

Hier noch ein Artikel über den verstorbenen August Reichmann von Hochkirchen aus der Wiener Zeitung.
Siehe unter Nekrolog Seite 1+2
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno? ... =1&zoom=30
Leider fehlt hier der untere Teil der Zeitung auf Seite 1! :(
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno? ... =2&zoom=30

Du bist doch ein "von Reichmann" oder gibt es bei Dir in der Familie auch Reichman von Hochkirchen?
Darf ich Dich fragen in welchem Land Du oder Deine Familie heute leben?

MfG
Dieter

Morosus
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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Morosus » 04.01.2018, 07:01

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wohl auch schon der Notar damals so einige Probleme hatte, durch unsere Familiengeschichte durchzusehen.

Meine Familie ist die "von Reichmann", bzw. auch mit einem Seitentrieb welcher das "von" nicht mehr schreibt.
Eine Verwandschaft mit derer von Hochkirch ist eher unwahrscheinlich, zumindest wurde diese eben sowenig erwähnt, wie eine Verwandschaft zu der Familie Reichmann v. u. z. Reichenau.
Ich schließe mich da auch Deiner Einschätzung an, dass hierfür die überlieferten Wappen zu unterschiedlich sind, bzw. keine Übereinstimmung aufweisen.

Das Problem bei überlieferten Familiengeschichten ist ja leider auch, dass da gerne mal etwas hinzugedichtet wurde und andere Dinge weggelassen wurden.
Beim Stammbaum bin ich noch immer am zusammensuchen. z.T. sind leider auch die notwendigen Kirchenbücher nicht mehr vorhanden, um alle Seitentriebe und "Wildwüchse" nachvollziehen zu können :?

Als nächstes steht jetzt erstmal das Anfordern des Akts beim ÖStA an. :D

ich bin Dir und den Anderen, auf jeden Fall sehr dankbar :!:

Joachim v. Roy
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Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Joachim v. Roy » 04.01.2018, 11:46

Träger des Namens REICHMANN sind in Deutschland weit verbreitet
vgl. http://www.verwandt.de/karten/absolut/reichmann.html ,
Träger des Namens VON REICHMANN erscheinen hingegen lediglich in München
vgl. http://www.verwandt.de/karten/absolut/v ... hmann.html .

Meines Erachtens dürfte es relativ einfach sein, die Nachkommen des 1 8 1 8 im Königreich Bayern bei der Adelsklasse immatrikulierten Kgl. bayer. Oberleutnants GEORG ANDREAS VON REICHMANN zu ermitteln.

Beim Lesen der Akten von 1 7 0 5 bin ich gern behilflich.

MfG

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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Duppauer1 » 04.01.2018, 14:39

Hallo Michael,
bei der Ahnenforschung würde ich mich erstmal auf die direkte männliche Stammfolge der Reichmanns konzentrieren.
Also von Dir ausgehend über Deinen Vater, dessen Vater ( Dein Großvater) Urgroßvater, UrUrgroßvater usw.
Damit hat man schon genug zu tun! Die Seitenäste würde ich später untersuchen
Natürlich kann man, wenn man schon Kirchenbücher durchschaut, auch alle anderen Namen mit Reichmann herausschreiben, aber diese würde ich dann erst später, nach der Erforschung der direkten männlichen Stammfolge, mit dieser in Beziehung setzen.
Was hat denn der Notar hierzu noch an Unterlagen? Der scheint ja das Geschlecht schon mal erforscht zu haben!

MfG
Dieter

Joachim v. Roy
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Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Joachim v. Roy » 04.01.2018, 20:23

Zur Information

Was die Immatrikulation des Kgl. bayer. Oberleutnants GEORG ANDREAS VON REICHMANN
bei der Adelsklasse ( 2. Okt. 1 8 1 8 ) anlangt, so befinden sich die entsprechenden Akten
(= die ehemalige „Adelsmatrikel“) in den Beständen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München,
vgl. http://bayernadel.de/?page_id=249 und https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerisch ... aatsarchiv

MfG

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Re: Ursprung Wappen "von Reichmann"

Beitrag von Morosus » 04.01.2018, 22:02

@Dieter
Also der Notar hatte damals die männliche Erbfolge meines Vaters rekonstruiert, weshalb auch das obige Wappen eindeutig zuzuordnen war. Des Weiteren ging aus den Nachforschungen hervor, dass Mein Vater, mein Bruder und ich die einzigen noch verbliebenen männlichen Nachkommen der Ursprungsfamile sind. Das Geschlecht "v. Reichmann" ist zwar verbreitet aber sind dies wohl spätere "Zweige", was damals für die Bestimmung des Erbanteils wichtig gewesen war, somit ging der umgangssprachliche "Löwenanteil" des Nachlasses an meinen Vater. Zu berücksichtigen waren damals allein aus der Nachkommenschaft der männlichen Seite >70 Personen...

Aber wie gesagt die Unterlagen liegen mir nicht vor, und der Notar ist im Ruhestand, dessen Nachforschungen sind nun auch schon gute 25 Jahre her :(

Was Deine Bemühungen in der Literatur angehen, so bin ich auch ziemlich sicher, dass es bei der Übertragung der Tinktur einen Fehler gab, frühere wie auch spätere Wappenschilde zeigen immer das mittlere Feld in rot statt in blau, und die Blasonierungen sind hiermit übereinstimmend.

Nächste Woche habe ich zeit den Antrag nach Österreich zu senden, dann weiß ich bald genaueres aus den dortigen Unterlagen :)

@ Joachim v. Roy
ganz so einfach ist es leider dann doch nicht, da viele ehemalige "von Reichmann" mit der Weile als "Reichmann" durch die Lande streifen. Insbesondere nach dem Ende des 2. WK kam es verstärkt in meiner Familie zum "ablegen" der Schreibweise des Namens mit "von". Hinzu kommt, dass sich kaum noch jemand telefonisch registrieren läßt (mich inbegriffen), aber für eine tendenzielle Übersicht stimme ich Ihnen zu.

Für Ihr Angebot der Mithilfe beim transkribieren bin ich Ihnen sehr dankbar und komme ggf darauf zurück.

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