Siegelwappen

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Kleinschmid
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Kleinschmid » 11.11.2017, 13:47

Jørg hat geschrieben:... daß im pommerschen Demlin diese Hochzeit stattfand. Ich glaube es handelt sich um die Stadt Demmin.
Schönen Dank für den Hinweis! In der Tat - es war ein Lesefehler von mir. Das IR 30 lag zur fraglichen Zeit in den Städten Anklam und Demmin. Ich habe es abgeändert.

Kleinschmid
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Kleinschmid » 12.11.2017, 08:05

Ich konnte noch das Sterbedatum des 'Barons' ermitteln: Er starb am 20.11.1828 in Eldena. Da sich von dem in der Volkszählung von 1819 erwähnten Sohn Karl Friedrich Wilhelm (*1810) sonst nichts mehr nachweisen läßt und die Hofdame angeblich ein vereinfachtes Wappen nutzte, kann hier eigentlich nur der 'Baron' selbst der Eigentümer des fraglichen Bildes gewesen sein. Und zwar im Zeitraum von maximal etwa 1780 bis 1828. Andererseits: Ist es wahrscheinlich, daß ein eher mittelloser Landadliger aus dem hohen Norden das Gemälde eines Augsburger Künstlers erwarb?

Ist hier eigentlich jemand Mitglied des österreichischen Adelsforums AustroAristo u. könnte vielleicht die dortigen Experten nach einer freiherrlichen Familie Galle von Gallenfeld (Johann Carl Friedrich Nepomuk Baron G.v.G., Wien 16.5.1760 - Eldena (Mecklenburg-Schwerin) 20.11.1828) befragen?

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Duppauer1
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Duppauer1 » 12.11.2017, 17:38

Die Suchmaschiene bei AustroAristo wirft zu Gallenfeld(t) nichts aus.
Zu Galle auch nichts spezifisches.
Zu Gall/Gallenfels/-stein/-berg folgende Einträge bei Kneschke Bd. 3.
Auf die Verwechslung mit den Gallenfels hat ja Herr v. Roy schon hingewiesen
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/7722367
auch weiterblättern bis Seite 435 zu anderen Namensvariationen.

Beim Siebmacher Mecklenburg noch folgender Eintrag
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10362304_00015.html
Schwedische Suche ?

Kleischmid schrieb:
Galle von Gallenfeld (Johann Carl Friedrich Nepomuk Baron G.v.G., Wien 16.5.1760 - Eldena (Mecklenburg-Schwerin) 20.11.1828)


Wenn o.g. am 16.5.1760 in Wien geboren wurde, müsste GenTeam https://genteam.at/ was auswerfen und dann über Matricula http://icar-us.eu/cooperation/online-portals/matricula/ was in den Wiener Matrikeln evtl. etwas über die Eltern(Vorfahren) zu finden sein.
Zum Sterbedatum 20.11.1828 evtl.was in dem Kirchenbuch von Eldena.

Aber ich glaube wir haben uns hier mit den Galle v.Gallenfeld verrannt!
Das Wappen ähnelt zwar dem Siegel, es fehlt aber doch bei dem Wappen Gallenfeld ein entscheidendes Merkmal!
Auf gekrönten Löwenhaupt ein Kelch(?) !

LG
Duppauer

Kleinschmid
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Kleinschmid » 12.11.2017, 22:41

Duppauer1 hat geschrieben:Aber ich glaube wir haben uns hier mit den Galle v.Gallenfeld verrannt!

Das ist ein Mißverständnis.

Es gab keine Adelsfamilie Gallenfeld. Eine Nobilitierung findet sich nicht, der Wiener Index der kath. Taufen kennt unseren Baron nicht und die Datenbank von AustroAristo (danke für die Überprüfung!) führt den Namen ebenfalls nicht. Entweder er war überhaupt kein Adliger oder er war der Freiherrr einer anderen Familie (Gallenfels?), der in der pr. Armee untertauchen mußte.

In jedem Fall gab es die Familie nur in Mecklenburg/Pommern und nur der Baron selbst führte dieses Wappen. Also ist es mehr als unwahrscheinlich, daß der gezeigte Siegelabdruck das Wappen der Fam. Gallenfeld zeigt - wie von Herrn v. Roy bereits festgestellt.

Manderley
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Manderley » 13.11.2017, 21:01

Liebe Forscherkollegen,

der Konsens scheint in Richtung Baron Galle von Gallenfeld, Leutnant im preußischen Infanterieregiment Nr. 30 aus der Umgebung des pommerschen Demmin zu gehen.

Was ich mich frage ist allerdings, ob das Bild des aus Augsburg stammenden Malers Georg Philipp Rugendas wirklich im Besitz des Galle von Gallenfeld gewesen und von ihm mit dem unter damaligen Kunstsammlern wohl gebräuchlichen Siegel seines Familienwappens versehen worden sein kann. Das Sujet des Bildes (Reiterschlacht) spricht dafür, obwohl die Infanterie, wie wir wissen, nicht zu Pferde unterwegs ist. Andererseits handelt es sich bei dem Maler um einen in Fürstenhäusern (Schönborn, Liechtenstein) damals geschätzten Künstler, was dagegen spricht, dass ein in der pommerschen Provinz ansässiger Landedelmann mit militärischem Profil sich als Sammler etablierter Kunst betätigt haben sollte. Schließlich ist mir noch immer nicht klar, was der Kelch und die beiderseits schrägstehenden Objekte auf dem Löwenhaupt zu bedeuten haben. Ist das ein Abendmahlskelch??

Ich habe das Gefühl, die Nuss sei noch nicht geknackt.

Dennoch allen Mitforschenden ein herzlicher Dank!

Manderley

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Duppauer1
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Re: Siegelwappen

Beitragvon Duppauer1 » 13.11.2017, 23:47

Manderley schrieb:
Schließlich ist mir noch immer nicht klar, was der Kelch und die beiderseits schrägstehenden Objekte auf dem Löwenhaupt zu bedeuten haben. Ist das ein Abendmahlskelch??


Die "schräggestellten Objekte" auf dem Löwenhaupt sind meiner Meinung nach, ein Teil einer Krone.
Siehe hier! https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DEU_Waldfeucht_COA.svg
Den mittleren Teil der Krone kann man auch versehentlich als Kelchfuß interpretieren. Es ist aber meiner Meinung nach die mittlere "Zacke" der Krone, hinter der der Kelchschaft/Kelchstiel mit der Kelchschale hervorwächst. Der Kelchfuß verschwindet also hinter der Krone.
Ob es sich hierbei überhaupt um einen Kelch handelt bleibt dahingestellt.


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