Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

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Burschi
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Burschi » 04.10.2017, 15:24

So, ich bin nochmal anders an die Sache herangegangen und habe einfach mal nach „Ufford Suffolk Hammond“ gesucht und bin auf das hier gestoßen:

https://www.geni.com/people/William-Ham ... 2512246035

Gemäß des Stammbaums ist das der Hammond, der nach Trontheim ausgewandert ist ( im Stammbaum steht Drndheim und das Geburstjahr stimmt auch nicht ganz, aber ich glaube, dass es der ist).
Wenn man auf der Seite dann weiter nach dem Vater sucht, kommt man hier hin:


https://www.geni.com/people/William-Ham ... 2512246035

Und nochmals auf Father klicken, kommt man hier hin:

https://www.geni.com/people/Edward-Hamm ... 1518942762

Und schließlich hier hin:

https://www.geni.com/people/Matthew-Ham ... 1009218773

Dieses ist dann der letzte Eintrag (oder besser gesagt der erste?):

https://www.geni.com/people/Unknown-Ham ... 6015351447


Schade ist, dass das Wappen unseres Ringes nirgends zu finden ist. Schön ist, dass Matthew Hammond ein Wappen hat.
Die Linie lässt sich bis zu Peter Hammond, *02.05.1778, nach vorne verfolgen, dann weiter über das Stammbuch aus Hamburg.

So. Jetzt hätten wir also ein Wappen, aber es ist nicht das auf dem Ring. Und nun? :roll:

Joachim v. Roy
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Familienwappen

Beitragvon Joachim v. Roy » 04.10.2017, 17:12

Tja, da sieht man wieder, die wichtig es ist, daß man vor der Annahme/Stiftung
eines Familienwappens „A h n e n f o r s c h u n g“ betreibt.

MfG

Burschi
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Burschi » 04.10.2017, 22:03

Ja, Herr von Roy, absolut!
Die Befürchtung, dass das Wappen eventuell nicht rechtens ist war ja der Grund, dem nachzugehen und Anlass meiner Suche.
Dass sich die ganze Sache spannender als jeder Krimi (und die erste Fahrt mit meiner Tochter nach bestandenem Führerschein :mrgreen: ) gestaltet, hätte ich nie im Leben vermutet. :lol:

Nun bin ich wieder einen Schritt weiter und habe ein Buch gefunden, welches ein US-Amerikaner 1902 geschrieben hat:

https://archive.org/stream/historygenea ... 5/mode/2up

Es scheint eine Verbindung zwischen den in Suffolk geborenen Hammonds und denen aus Kent zu geben, denn der eine Matthew Hammond, Suffolk, 1565 - 1600, war "nur" ein Halbgeschister. Er wird in der o.g. Literatur als weiterer Bruder von Dr. John Hammond erwähnt. Ich komme aber im Moment nicht weiter, wer denn der / die (gemeinsame?) Vater / Mutter war oder ob er durch Adoption in die Familie kam.

Der Weg von Matthew Hammond, Suffolk, zu meinem Vater ist nun klar. Bezüglich des Wappens habe ich noch keine Klarheit.
Im Moment lese ich gerade in diesem Buch und bin wirlich beeindruckt von dem, was alles aufgezeichnet wurde. Es sind dort u.a. auch verschiedene Letzte Wille niedergeschrieben. Und einige Sache gehen wirklich nahe: Suzanne soll den Haushalt haben und jede Tochter £5 bekommen...

Auch, wenn ich mit dem Wappen und dem Siegelring nicht weiterkomme, würde ich mich freuen, wenn dem einen oder anderen noch etwas einfällt, was mir die Suche erleichtern könnte, worauf ich achten sollte, ob es sich lohnen würde, jemanden professionelles zu beauftragen, oder, oder, oder.

Danke und viele Grüße!

Burschi

P.S.: Jetzt weiß ich auch, wie der Ring zu meinem Vater kam:
Sein Vater August Wilhelm H.-N. hatte 3 Geschwister und eigentlich sollte er den Ring von seinem Vater Albert Heinrich H.-N. bekommen. Aber August Wilhlm wurde 1945 bei Stalingrad vermisst und 1955 für tot erklärt. So bekam dann seinen Schwester den Ring, die ihn dann an meinen Vater weitergab.
Mein Vater gab ihn an meinen Schwager, der ihn irgendwann seinem ältesten Sohn geben wird.Und erst jetzt beginnen wir, uns Gedanken zu machen.
Vielleicht auch ein wenig verständlich, denn durch das Internet ist ja vieles deutlich einfacher.

Burschi
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Burschi » 09.10.2017, 22:15

Hallo und guten Abend,

Ich wollte Ihnen ein kleines Update meiner weiteren Suche geben:

Die Suche nach der Verbindung zwischen den Hammonds aus Kent und denen aus Suffolk gestaltet sich sehr schwierig. Es gibt unglaublich viel zu lesen. Viel ernstunehmendes, aber leider auch viel Mist. Das zu unterscheiden fällt mir noch schwer, aber, wie es immer so im Leben ist - genau in dem Moment, in dem ich das iPad in die Ecke feuern wollte, stolperte ich über einen interssanten Blogg, der genau die Problematik zum Thema hatte, über die ich gerade zu verzweifeln drohte.
Am Ende des Bloggs stand ein Kommentar. Von einem Skandinavier. Der schrieb, dass er genau das gleiche (logische) Problem in der Genealogie seiner Vorfahren gehabt hätte und nun aber herausgefunden hätte, dass er von den Hammonds aus Lavenham (Suffolk) abstammen würde und dass einer seiner Vorfahren damals nach Trondheim, Norwegen, ausgewandert sei.
Da genau das auch auf einen Vorfahren aus meiner Familie zutraf, nahm ich mutig den Kontakt auf (Facebook ist nicht nur blöd :wink: ) und siehe da: sein Vorfahre und meiner waren Brüder. Unfassbar, oder?

Wir tauschen uns jetzt aus und mal sehen, was noch alles zu Tage kommt.

Weiterhin habe ich noch etwas bezüglich des Siegelrings herausgefunden. Hier der Link zur Dropbox:

https://www.dropbox.com/sh/5lqnrmxn5x9m ... 0v2Ca?dl=0

Das erste Bild zeigt nochmal unseren Ring.
Das zweite Bild zeigt ein Siegel, welches auf dem letzten Willen von Philip Hammond zu sehen ist.
Das dritte Bild zeigt das Badezimmerfenster des Hauses von James Hammond in Selma, Alabama. Hier ist jetzt auch ersichtlich, weshalb die Löwen so merkwürdig (ohne Hinterläufe) wirken: sie liegen auf der Seite.
Das letzte Bild ist ein Auszug aus dem Buch „Anne Arundel Gentry“ von Harry Wright Newman, das das Wappen der Hammonds beschreibt.

Was ich aber noch nicht verstanden habe, ist, ob das Wappen nur genau in der beschriebene Form genutzt werde darf. Zum Vergleich habe ich deshalb nochmal den Ring beigefügt.
Das Siegel ist ja sehr schwer zu erkennen. Aber denken Sie, dass es das sein könnte? Ich sehe aber auch Unterschiede. Wäre so etwas erlaubt? Ich würde mich über Ihre Einschätzung und Gedanken freuen. Danke im Voraus! :D

Viele Grüße,

M. H.-Norden (Burschi)

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Duppauer1
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Duppauer1 » 10.10.2017, 02:15

Hallo Burschi,

schöne Erfolge hast Du ja da !

Das Siegel, passt unzweifelhaft zu dem Wappen und ist doch in der Vergrößerung, finde ich, gut zu erkennen!

Zur Gestaltung eines Wappens ist folgendes zu sagen.
Es zählt immer der Blason, also die Wappenbeschreibung!
Anhand dieser fertigt dann der Heraldiker einen Wappenaufriss an.
Er muß sich an die Vorgaben im Blason halten ! Hat aber bei der Ausgestaltung der Wappens noch künstlerische Freiheiten.

Ich führe ja immer gern folgendes Beispiel an.
Du bekommst von mir einen Blason, hast das Wappen noch nie bildlich gesehen und sollst nach diesen Blason z.B im blauen Feld ein silberner Widderkopf zeichnen.
Du wirst wahrscheinlich einen anderen Widderkopf zeichnen als ich, aber es bleibt ein Widderkopf, wenn Du nicht Widder mit Steinbock o.ä. verwechselst.
So ist es auch bei der künstlerischen Ausgestaltung eines Wappens.
Verschiedene Heraldiker, verschiedene Aufrisse.
Als Beispiel sei hier mal auf das Wappen Reuter hingewiesen.
Siehe hier erstmal unter Blasonierung und dann unter Wappenaufrisse. Ich glaubt das verdeutlicht was ich meine. http://www.frank-reuther.de/

Was auffällt ist das auf dem Siegelring zwischen den oberen und unteren Löwen ein Kreuz ist, was in den Wappenbeschreibungen und Wappendarstellungen nicht zu sehen ist.
Es könnte ein Zeichen für einen Familienzweig sein.

LG
Duppauer

Burschi
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Burschi » 10.10.2017, 09:24

Hallo Duppauer,

Hmm, das mit dem Kreuz bringt mich auf eine Idee.

Schau mal, was ich ganz zu Anfang gefunden hatte. Könnte es sein, dass es sich um ein zusammengesetztes / / ergänzted Wappen handelt? Und sich genau dieses Wappen ausschließlich auf die Familie Hammond-Norden bezieht, die ja durch Adoption entstanden ist?

Hier nochmal der Link, nur Schau mal das erste Bild an.

https://www.dropbox.com/sh/uj0civ39bue3 ... 6toVa?dl=0

Liebe Grüße,

Burschi :D

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laneryd
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon laneryd » 10.10.2017, 11:46

Ich weiß nicht, ob es hier der Fall ist, aber beachten Sie, dass in England eine Ankerkreuz eine Marke für den achten Sohn einer Familie ist.

Cross moline is a cadency mark. (Eight Son)

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kalex1946
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon kalex1946 » 10.10.2017, 13:38

@ Burschi

Hat der neu ans Licht gekommene Bruder auch ein Wappen geführt, evtl. mit einem anderen 'cadency mark'?

Gruß aus South Carolina

Kurt

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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Duppauer1 » 10.10.2017, 18:13

Also wie soll ich es nun mal ausdrücken, es gibt da einen alten Spruch " Es gibt nichts was es nicht gibt" er ist zwar nicht ganz richtig, aber er soll uns aufzeigen was es alles gibt und was alles möglich ist!

Also zu dem Kreuz auf dem Wappen im Siegelring.
Es gibt für mich momentan zwei Möglichkeiten, weitere natürlich nicht ausgeschlossen!

1.Man wertet es als Beizeichen wie laneryd es schon angedeutet hat.
Es gab auch in der Deutschen Heraldik Beizeichen. Das Kreuz stand für den achten Sohn.
https://de.wikipedia.org/wiki/Beizeichen

2.Man wertet es wie Burschi es schon erwähnt hat, als eine Zusammensetzung von Symbolen aus zweierlei Wappen.
a. Dem Wappens der bekannten Familie Hammond mit den 3 Löwen.
b. Dem von Jochen gefundenen Wappen mit dem Kreuz. Hakenkreuz!
http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... page%5D=97
http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... age%5D=389
Ritstap



Bei den Beizeichen bin ich mir nicht sicher wo diese in der deutschen Heraldik genau platziert werden.
In der englischen ist ja das hinreichend mit dem Turnierkragen bekannt.
Auch irritiert es mich das das Kreuz auf dem Siegelring "quer" gelegt ist, wäre es das deutsche Beizeichen als achter Sohn, müsste das Kreuz als Beizeichen doch senkrecht stehen. Oder?

Im Rietstap, der ja bekanntlich viele Eintragungen aus dem Siebmacher übernommen und dabei viele Fehler gemacht hat, wird für die preußische Familie Hammond kein Hakenkreuz sondern ein Andreaskreuz gezeigt!
Ein Fehler?
https://www.dropbox.com/sh/uj0civ39bue3 ... +16+46.jpg
http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ih ... ew/7642440

Es könnte natürlich möglich sein das für den Siegelring, die Abbildung aus dem Rietstap übernommen wurde.

Im o.g. Siebmachereintrag wird ja erwähnt das der Sekondlieutnant im 5.Inf. Regt. von Hammann, am 19. März 1857 die Erlaubnis erhalten hat den Namen seiner schottischen Familie zu führen.
Mich irritiert dieser Eintrag etwas, war denn der Name des Sekondlieutnant hier v.Hammann und die Namensänderung ging dann auf Hammond über, oder was der Name v. Hammann der Name des Regimentsinhabers?

Ich nehme mal an das hier eine Namensänderung von Hammann zu Hammond erfolgte.

Hierzu würde ich eine Anfrage an das Geheime Staatsarchiv Berlin, Abteilung, I. HA Rep. 176 Heroldsamt, 1855-1918: v.a. Stammtafeln, Adelsbriefe, Abschriften von Personenstandsurkunden, Fideikommissurkunden, Wappendarstellungen, unter o.g. Informationen aus dem Siebmacher starten.
Die Akten dort beginnen 1855, die Namensänderung lt. Siebmacher war am 19.3.1857. Es könnte also dazu ein Akt im Geheimen Staatsarchiv vorliegen.

Weiterhin wird dort bei dem Siebmachereintrag der Großvater erwähnt!
Dieser soll am 27.Jan. 1775 den Reichsadelsstand erhalten haben.
Zu Hammond konnte ich im österreichischen Staatsarchiv unter den Reichsadelsakten keinen Eintrag hierzu finden, ob ich damals auch unter Hammann gesucht habe kann ich jetzt nicht sagen.
Im Moment scheint der Server des ÖStA nicht richtig zu funktionieren, jedenfalls bekomme ich keinen Zugriff auf den Archivsuchplan.
Also hier gibt es auch noch eine Forschungsmöglichkeit.

LG
Duppauer

Burschi
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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Burschi » 10.10.2017, 22:55

Oh, so viele tolle Antworten! Danke!!!

@ Landry’s: Die Sache mit dem 8. Sohn habe ich nicht gewusst. Ich glaube auch nicht, dass das der Hintergrund hier sein könnte, weil ich meine, dass es in den einzelnen Familien nie mehr als 5 Kinder gab. Aber ich werde meinen Vater nochmals fragen, ob er was dazu sagen kann (hoffentlich tauchen nicht noch 6 Geschwister meinerseits auf... :mrgreen: ).

@ kalex1946: ich habe den skandinavischen Kontakt gerade gefragt, ob er etwas weiß. Mal schauen, was er sagt.


@ Duppauer: Das mit dem Hakenkreuz und die dazugehörige Beschreibung habe ich auch gelesen, glaube aber nicht, dass es auf unsere Familie zutrifft, da wir keinen Bezug zu dem schottischen Zewig der Familie haben. Es ist eher sehr wahrscheinlich, dass wir zu denen aus Suffolk bzw. Lavenham (gehört zu Suffolk) gehören.

„Unsere“ Hammonds kamen über Norwegen und Dänemark nach Hamburg. Der erste, der nach Hamburg kam, was Lorentz Gustav Wilhelm Hammond, und das war im Jahr 1833, bzw. im Jahr 1824 kam er nach Altona, was heute zwar zu Hamburg gehört, aber damals noch zu Dänemark.

Die Beschreibungen der Wappen vermag ich nur schwer zu übersetzen. Das liegt unter anderem an den Abkürzungen. Auf englisch geht’s gerade noch, aber bei französisch war‘s das dann (je ne parle pas croissant :roll: ).

Das mit dem Sec.ltnt. interpretiere ich auch so. Der hieß v. Hamman und hat den Namen seiner schottischen Vorfahren wieder angenommen.

Wie funktioniert das genau mit einer Anfrage bei diesem geheimen Staatsarchiv? Kann da jeder einfach mal hinschreiben? Oder benötigt man ein „berechtigtes Interesse“? Ich glaube, da bräuchte ich Unterstützung. Vielleicht per PN. :roll:

Erstmal liebe Grüße an alle und nochmals Danke!

Burschi

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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Duppauer1 » 11.10.2017, 01:31

@Burschi
Ja das Geheime Staatsarchiv kann jeder anschreiben, vorher vielleicht telefonisch Kontakt aufnehmen.
Beachte auch die Gebührenordnung :!: :!: :!:
https://www.gsta.spk-berlin.de/allgemei ... e_510.html
Evtl. ist der Akt in der Abt. I. HA Rep. 176 Heroldsamt, 1855-1918: v.a. Stammtafeln, Adelsbriefe, Abschriften von Personenstandsurkunden, Fideikommissurkunden, Wappendarstellungen, gelagert
Den Fall schildern mit Hinweis auf den Siebmacher.
Vorab kann man natürlich auch in der Archivdatenbank suchen. Den entspr.Namen in verschieden Schreibweisen eingeben, auch unter Hammann usw. suchen.
http://archivdatenbank.gsta.spk-berlin. ... search.htm
Aber warum willst Du da jetzt Anfragen?
Du schreibst ja das Deine Familie keinen Bezug zu der schottischen Familie hat!
Damit würde sich doch die Anfrage erübrigen. Oder?

LG
Duppauer

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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Kleinschmid » 11.10.2017, 09:15

In den 1640er Jahren erscheint in Braunsberg im Ermland ein Thomas Hanmann, der angebl. aus Schottland 'wegen dem Glauben geflüchtet war'. Dessen Nachfahren stellten mehrere Bürgermeister dort, waren Großkaufleute und erwarben die in der Nähe liegenden Güter Rodelhöfen u. Rosenort. Der poln. König August III. erkannte sie mit anderen dort als 'adlige Patrizier' an. Ignatz v. H. erhielt 1775 den rittermäßigen Adelsstand aus Wien - siehe hier, der von Preußen 1780 anerkannt wurde. Bereits 1772 hatte allerdings Anton v. H., Braunsberger Bürgermeister und Großkaufmann, sowie Mathias v. H. auf eben Rodelhöfen u. Rosenort dem pr. König gehuldigt. Aus dieser Familie gingen später noch mehrere Offiziere in der preußischen wie sächischen Armee hervor. Zu denen auch Ludwig v. H. zählte, der 1857 die Genehmigung zur Namensänderung auf Hammond in Preußen erhielt. Er war damals Sek.Ltn. im 5. LwRgt., letztlich Major in Berlin. Die Familie behauptete ja von der schottischen Familie dieses Namens abzustammen. Was in den verschiedenen Ausgaben des Siebmachers angezweifelt wird. Erinnert die Schildfigur doch sehr an eine Hausmarke. Abschließend klären sollte den Sachverhalt der Artikel:
Franz Buchholz: Beiträge zur Geschichte der ermländischen Familie von Hanmann. In: Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Ermlands 26 (1937), S. 379-429. Darin jedoch geht die Familie auf Jakob Hanmann, Bürgermeister von Mehlsack, u.d. Anna Selbey zurück und deren Sohn war der o.g. Thomas, der erst seit 1672 Bürger u. Kaufmann in Braunsberg wurde.

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Re: Name bei Münchener Wappen Herold gefunden - und dann verließen sie mich...

Beitragvon Duppauer1 » 11.10.2017, 15:31

Vielen Dank Herr Kleinschmid für die wertvollen Informationen.
Hier die von Ihnen gefundene Quellen.
Eintrag im Siebmacher Sachsen, Seite 34, Tafel 33 zu Hanmann.
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... 7bb8fc0204
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit ... 7bb8fc0204
Und Im Siebmacher Preußen, Seite 158, Tafel 206.
http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... page%5D=98
http://dfg-viewer.de/show/?id=8071&tx_d ... age%5D=413
Und hier
http://his.ermlandfamilie.de/index.php/ ... lands.html
kann der Band 26 der Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde im Emsland heruntergeladen werden.
Seite 379-429
Da hat Burschi, mal wieder viel zu lesen! :?
Viel Spaß und Glück dabei!
LG
Duppauer


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