Helme mit Kampfspuren

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Kaltofen
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Helme mit Kampfspuren

Beitragvon Kaltofen » 28.03.2017, 11:41

Hallo zusammen!
Zum Thema Helmdarstellung hätte ich noch ergänzende Frage:

Gibt es eigentlich auch Helmdarstellungen, in welchen die Helme "Kampfspuren" aufweisen, z.B. Kerben vom Schwerteinschlag oder ähnliches?

Die meisten Darstellungen versuchen ja immer etwas "Unversehrtes" darzustellen...

MfG

PS
Immer wieder toll das Forum zu durchforsten... Großes Lob an die Macher der Seite und den Kreis derer, die hier immer wieder mit Erfahrung und Wissen glänzen!

Joachim v. Roy
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Helme mit Kampfspuren

Beitragvon Joachim v. Roy » 28.03.2017, 12:27

Einen Helm mit deutlichen „Kampfspuren“ sieht man hier in der mittelalterlichen Liederhandschrift
CODEX MANESSE (Zürich nach 1305): http://heidicon.ub.uni-heidelberg.de/id/12803

Für heraldische Darstellungen wohl wenig geeignet.

MfG

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Jochen
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Re: Heraldische Darstellung des Stechhelms

Beitragvon Jochen » 28.03.2017, 12:34

Ich würde ebenfalls vermuten, daß jedenfalls im Mittelalter Beschädigungen allenfalls bei mißliebigen Personen angezeigt wurden.

Bei moderneren Heraldikern fiele mir als Erster Otto Hupp ein, der in seiner Experimentierfreude vielleicht auch mal eine Delle oder Schramme in einem Helm gezeichnet hätte.

Vielleicht auch Monsignore Heim ("Heraldik hat immer auch etwas mit Humor zu tun").

Aber, wie gesagt, das sind alles nur Vermutungen.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Tejas552
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Re: Helme mit Kampfspuren

Beitragvon Tejas552 » 28.03.2017, 15:50

Joachim v. Roy hat geschrieben:Einen Helm mit deutlichen „Kampfspuren“ sieht man hier in der mittelalterlichen Liederhandschrift
CODEX MANESSE (Zürich nach 1305): http://heidicon.ub.uni-heidelberg.de/id/12803

Für heraldische Darstellungen wohl wenig geeignet.

MfG



Die Darstellung von Herrn Dieter dem Setzer, wie er einem Gegner im Fusskampf den Schädel spaltet ist aus vielerlei Sicht interessant. Herr Dieter greift sein Schwert mit beiden Händen um den tödlichen Schlag zu führen und verzichtet dafür auf die aktive Führung des Schildes. Das ist sehr bemerkenswert, wenn es historisch korrekt ist, weil es eine technisch sehr ausgefeilte Kampftechnik unterstellt.

In der Manesse Handschrift gibt es noch das Bild von Johann v. Brabant in der Schlacht bei Worringen. Herzog Johann spaltet dort ebenfalls einem Gegner den Helm und den Schädel. Das Bild zeigt tolle Wappen, Fahnen und Helmzierden, wie sie offenbar auch auf dem Schlachtfeld getragen wurden.

Das Wappen der Ritter Manesse ist übrigens auch interessant. Es zeigt wie ein Ritter einen anderen tötet und steht damit redend für Manesse = Manesser = Manntöter.

Gruss
Dirk
„Wer die Vergangenheit nicht ehrt, verliert die Zukunft, wer seine Wurzeln vernichtet, kann nicht wachsen“ (Maler und Architekt Friedrich Hundertwasser)


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