Gleichwertige Neustiftung zur Hochzeit

Ihre Fragen zur Heraldik sind hier willkommen
Your questions concerning heraldry are welcome here

Moderatoren: Markus, Christian Ader

Zumy
Beiträge: 3
Registriert: 15.03.2017, 11:03

Gleichwertige Neustiftung zur Hochzeit

Beitragvon Zumy » 15.03.2017, 11:27

Liebe Forengemeinde,

zunächst einmal herzlichen Dank, dass ihr dieses Informationsmedium zur Verfügung stellt. Das macht dieses Thema für einen Laien doch etwas entspannter und nimmt einiges an Unsicherheit.

Zur Sache:
seit geraumer Zeit überlegen meine Verlobte und ich, zur Hochzeit ein gemeinsames Wappen zu stiften, welches wir im Mannesstamm oder Namensstamm weitergeben wollen. Das ist noch nicht besprochen, ich tendiere aber sehr stark zum Mannesstamm..
Hierzu hätte ich grundsätzliche Fragen, welche ich bei Internetrecherche nicht oder nur lückenhaft klären konnte:

1.: kann der Wappenbrief beide (zukünftigen) Eheleute enthalten und somit das Führen auf Nachkommen ebendieser Verbindung beschränken? Beide Eheleute sollen gleichwertige Stifter sein.
Uns ist wichtig zu betonen, dass unsere Verbindung gleichzeitig Stiftung eines neuen Stammes ist und eine neue Tradition begründet.
2.: kann das Wappen unter Nennung der zukünftigen Namen (Er: Geburtsname, Sie: Nachname Ehemann-Geburtsname) schon vor der Eheschließung in Auftrag gegeben werden, um bei dieser schon verfügbar zu sein? (Für Stammbuch, Einladungskarten, etc.)
3.: Wappen in meiner Familie sind nicht bekannt. Uns ist es allerdings ohnehin sehr wichtig, dass das Wappen eine Neustiftung ist, welche Inhalte beider Eheleute verschmilzt. Es soll so einen neu entstehenden
Familienstamm zu symbolisieren. Ich weiß, das klingt jetzt etwas eitel oder egozentrisch: wir sehen uns beide als Gründer eines neuen gemeinsamen Stammbaums. Elemente beider Partner sollen gleichwertig auf dem Wappen wiedergefunden werden, gleichzeitig auch verbindende Elemente. Ist dies so möglich?
4.: was ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Auftrags? Wir sind bei der Planung der Hochzeit noch flexibel. Standesamt dieses Jahr irgendwann nach Juli/August und das große Fest nächstes Jahr zur warmen Jahreszeit.
5.: sind die Preise bei "Münchner Wappenherold" repräsentativ, wenn wir aus o.g. Gründen keinen Bedarf für Ahnenforschung sehen?

Ich bin gebürtiger Stuttgarter, sie aus Hermannstadt in Siebenbürgen. Stadtwappen oder Farben der Geburtsorte sollen sehr wahrscheinlich die individuellen Elemente widerspiegeln. Das verbindende könnte unter Umständen ein Sperling/Spatz sein. Dieser hat für beide eine Bedeutung, die auch gemeinsam gewachsen ist. Ist dies eine gängige Handhabe? Ihr Nachname bedeutet Eisen und meiner Schneider/Flicker aus dem alemannischen Raum (Sauter). Eventuell wäre es schön, auch diese Information redend unterzubringen. Wenn auch ich hier zwiegespalten bin, da der zukünftige Familienname ab der nächsten Generation keinen Bezug mehr zu ihrem Namen hat. Trotzdem wäre es schön wenn sich beide Stifter gleichwertig im Wappen wiederfinden.
Ich hätte als spontane Idee ein dreigeteiltes Schild im Sinn gehabt. Mit beiden Geburtsorten in jeweils einem und dem verbindenden Element im dritten Feld. Sehr wichtig ist es mir aber nicht, dass das Wappen dem Namen nach redend ist. Mit dem Schneiderberuf verbindet mich nichts.

Voller Spannung hoffe ich auf lehrreiche Antworten, jetzt bereits vielen Dank für Ihre Mühen!

VG,

Zumy

Nachtrag:
Ich habe ein wenig über das Thema welches ich klären wollte hinausgeschossen. Die Frage der kreativen Gestaltung stellt sich bisher noch nicht. Kernfrage zu diesem Zeitpunkt ist die Stiftungskonstellation unter Berücksichtigung beider Ehepartner als gleichwertige Stifter. Ein Wappen, welches uns nicht beide in der Rolle erwähnt und uns nicht beide widerspiegelt, käme nicht für uns in Frage.
Weiter, ob wir mit damit schon vor der Hochzeit unter Angabe der zukünftigen Nachnamen anfangen könnten.
Zuletzt geändert von Zumy am 15.03.2017, 15:33, insgesamt 4-mal geändert.

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4051
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Wappenstiftung

Beitragvon Joachim v. Roy » 15.03.2017, 12:18

Hallo Zumy,

Ihr Vorhaben dürfte sich mit dem Beistand eines ausgewiesenen Heraldikers (zu denen ich nicht gehöre) sicherlich realisieren lassen.

Wenngleich ich einen Zusammenhang zwischen Ihren beiden Familiennamen (der Name Sauter leitet sich bekanntlich von dem lateinischen „sutor“ = der Schneider her) und einem S p a t z nicht
zu erkennen vermag, so handelt es sich bei dem Sperling doch um ein Wappenbild, das z.B. von den niederrheinischen Freiherren v. Lüninck seit alters geführt wird, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCni ... geschlecht) . Viel Erfolg für Ihre Wappenstiftung!

Freundliche Grüße vom Rhein

Zumy
Beiträge: 3
Registriert: 15.03.2017, 11:03

Re: Gleichwertige Neustiftung zur Hochzeit

Beitragvon Zumy » 15.03.2017, 12:26

Hallo Herr von Roy,

Herzlichen Dank! Eventuell habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt. Der Vogel spiegelt das verbindende Element wider, zu welchem wir beide einen Bezug haben, der sich gemeinsam entwickelt hat.

VG,

Zumy

Benutzeravatar
Gerd H.z.B.
Mitglied
Beiträge: 602
Registriert: 01.08.2013, 16:24
Wohnort: Sachsen / Böhmen
Kontaktdaten:

Re: Gleichwertige Neustiftung zur Hochzeit

Beitragvon Gerd H.z.B. » 15.03.2017, 14:41

Zumy hat geschrieben:...welches wir im Mannesstamm oder Namensstamm weitergeben wollen. Das ist noch nicht besprochen, ich tendiere aber sehr stark zum Mannesstamm..



Hierzu möcht ich auf diesen Faden verweisen wo das Thema schonmal behandelt wurde:

http://www.heraldik-wappen.de/viewtopic.php?f=2&t=7568&p=69996&hilit=F%C3%BChrungsberechtigung+im+Mannesstamme#p69996
Mit Grüßen Gerd
Wer die großen historischen Symbole verloren hat, vor dem gähnt das Nichts. (Carl Gustav Jung)
Gerd Hruška - heraldisches und unheraldisches

Zumy
Beiträge: 3
Registriert: 15.03.2017, 11:03

Re: Gleichwertige Neustiftung zur Hochzeit

Beitragvon Zumy » 15.03.2017, 15:07

Herzlichen Dank für den Hinweis auf den Faden.

Ich hatte es auch so gemeint. Ich stolperte wohl an einer Fehlinterpretation meinerseits, was hinter beiden Begriffen juristisch steckt.

Dass sich die Variante einer angeheirateten Frau, welche nach der Scheidung den Namen behält und an ihren neuen Ehemann gibt durch "Stamm" ausschließt, finde ich vorzüglich.

Nach den neuen Informationen wird es also sicher im "Namensstamm" werden. :!:

VG,

Zumy


Zurück zu „Heraldik-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste