Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

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Claus J.Billet
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Schildhalter ...

Beitrag von Claus J.Billet » 09.06.2016, 09:30

Schildhalter ...
was dem einen sein Uhl ist dem anderen sein Nachtigal ... :wink:
lesen Sie dazu besser hier :
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldi ... halter.htm
www.Wappen-Billet.de
M.d.WL.
M.d.MWH.

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Jochen
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jochen » 09.06.2016, 10:19

Naja schon, aber wenn man ein Haus bauen will, fängt man doch erst mit dem Ausschachten an, bevor man die Wohnzimmervorhänge aussucht...
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Claus J.Billet
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Claus J.Billet » 09.06.2016, 10:23

@ Jochen
stimmt schon
... aber Frauen "ticken" da anders :!: :lol:
www.Wappen-Billet.de
M.d.WL.
M.d.MWH.

Jägerstochter
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jägerstochter » 09.06.2016, 12:26

Genau auf der Seite hatte ich mich wegen den Schildhaltern erkundigt.
Also Beiwerk kann ich immer anhängen.
Mein Wappen wird hier wahrscheinlich in der Luft zerrissen und belächelt werden, aber es soll ja zuerst einmal nur ein Beispiel meiner Vorstellungen sein.
Was dann letztendlich bleiben darf oder verändert werden muss, möchte ich dann gerne mit euch zusammen, oder besser gesagt durch euch, heraus finden.

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Jochen
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jochen » 09.06.2016, 12:34

Nur keine Scheu.

Wir haben alle bei Null angefangen.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

Jägerstochter
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jägerstochter » 09.06.2016, 13:14

Ich fange mal langsam und Schritt für Schritt an.
Bin mir nicht einmal sicher ob das der richtige Helm ist.
Habe nach ,,Stechhelm" gesucht.
Was ich als Helmzier verwenden werde, weiß ich noch nicht.
Das hängt ja auch stark vom erlaubten ab.
Vielleicht eine Lure, oder ein Bockgehörn?
image-2016-06-09 (1).jpg
image-2016-06-09 (1).jpg (39.35 KiB) 5459 mal betrachtet
Die Bordüre würde ich auch gerne verwenden, als untersten Abschluss. Geht das?
:oops:
image-2016-06-09 (2).jpg
image-2016-06-09 (2).jpg (34.57 KiB) 5459 mal betrachtet
Das Wappen werde ich nochmal komplett neu gestalten, inklusive der Form.
Das Jagdhorn werde ich durch einen Fuchs ersetzen und die Aufteilung anders machen.
image-2016-06-09 (3).jpg
image-2016-06-09 (3).jpg (34.95 KiB) 5459 mal betrachtet
Was ich zu gerne behalten würde, sind die Schildhalter.


Ich taste mich langsam vor, bitte rollt jetzt nicht mit den Augen.

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Gerd H.
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Gerd H. » 09.06.2016, 13:32

Hallo,

die Bordüre wird Arabeske genannt und ist wie Schildhalter und Devise Beiwerk das heute nicht mehr verwendet wird bei Neustiftungen. Direkt Buchstaben im Schild zu verwenden ist ebenfalls nicht erwünscht. Man kann aber mit Hilfe von heraldischen Figuren die Buchstaben sozusagen versteckt abbilden.
Mit besten Grüssen
Bild
Gerd

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Jochen
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jochen » 09.06.2016, 13:53

Wie gesagt, Schildhalter sind nicht "verboten". "Verboten" ist fast nix.... Aber über die würde ich mich erst unterhalten wollen, wenn das Wappen eingetragen ist..... :wink:

Eine deutlich schlichtere Ausführung wäre wünschenswert, und keine Einschnitte in den Schild vornehmen, da geht nur Fläche für die Darstellung des Schildmotivs verloren.

Und was das Schildbild angeht: Tannen, Jagdhorn und Buchstabe (bitte keine Buchstaben oder Zahlen....) sind drei nebeneinander existierende Symbolbereiche, die keinen künstlerischen Zusammenhang erkennen lassen.

Nur um ein blödes Beispiel zu nennen: Eine Tanne, die durch die Rundung des Horns hindurchwächst, bildet auf einmal eine künstlerische Einheit mit diesem. Eine Tanne neben einem Jagdhorn ist nur eine Tanne neben einem Jagdhorn.

Will sagen: Die Anordnung von Einzelsymbolen sollte mehr ergeben als die Summe der Einzelsymbole.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

Jägerstochter
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jägerstochter » 09.06.2016, 18:56

Warum wird sowas nicht mehr verwendet bei Neustiftungen?

Ich werde mal versuchen etwas aus den Symbolen zu kreieren und es zusammen fließen zu lassen.
Habe aber noch keine genaue Vorstellung?

Weswegen sollte es deutlich weniger werden?
Ich weiß, weniger ist oft mehr, aber gerade bei so einem Wappen, ist es das opulente was mich so anzieht.
Dieser Prunk aus vergangenen Tagen.

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R1126
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Wappengestaltung

Beitrag von R1126 » 09.06.2016, 19:55

Guten Abend,

die verspielten und geschwungenen Formen werden bei modernen Wappen nicht mehr verwendet,
weil sie vom eigentlichen ablenken und den Platz einschränken.
Die schönsten Wappendarstellungen stammen nach Ansicht der meisten Wappenfachleute aus der Zeit der Spätgotik. An diesem Stil orientiert man sich mehr oder weniger.
Eine aufwendige Ausführung der Helmdecke ist übringens auch schon sehr effektvoll!

Besonders hilfreich wäre es, wenn wir Ihren Namen wüssten, damit wir uns Gedanken über ein
passendes Symbol machen können. Wir helfen gerne, aber nur wenn wir können :D
Vergessen Sie nicht, dass Ihre Nachkommen mit der Jägerei vielleicht längst nicht mehr so viel anfangen können wie Sie.

Ansonsten gilt, was meine Vorredner schon formuliert haben: Ziel ist, ein wiedererkennbares, einzigartiges und schönes Schildbild mit hoher Identifikationskraft zu finden. Einzelne Symbole in
neben- oder untereinanderstehenden Feldern wirken manchmal eher verloren und wenig einfallsreich.

Viele Grüße
Ralf
http://www.illustrationen-wappen.de
De Nihilo Nihil (aus nichts wird nichts)

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A. Kraus
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von A. Kraus » 09.06.2016, 20:17

Bordüren sind ebenso wie Schildhalter Beiwerk, d. h., man kann sie in Darstellungen (auf Briefköpfen, Tellern, Siegeln etc.) verwenden, aber sie werden üblicherweise nicht in Wappenrollen eingetragen. Auch die meisten Familien, die schon seit geraumer Zeit ihr Wappen führen, sind in Werken wie dem Siebmacher selten mit Beiwerk geführt - schon deshalb, weil beispielsweise Schildhalter von Darstellung zu Darstellung variieren können, weil sie kein fester Bestandteil des Wappens und der Blasonierung sind.

Gerade unter Heraldikern werden Sie öfter auf sehr strikte und eingeengte Vorstellungen davon treffen, wie ein "gutes" Wappen auszusehen hat. Die moderne Wappenkultur ist hin- und hergerissen zwischen der historischen Heraldik, die zwar geehrt, aber doch irgendwie aufgrund der zahlreichen Regelmissachtungen verachtet wird, und der weiterentwickelten modernen Kunstform, die ebenso einer Hassliebe unterworfen ist. Ergebnis sind leider oft sehr schlichte Wappeneintragungen, die keinen richtigen Stil fassen können und zwar nicht schlecht aussehen mögen, aber ihre Möglichkeiten längst nicht ausschöpfen.

Grundsätzlich gilt bei fast allen heraldischen Regeln, dass es keine tatsächlichen Regeln sind. Die Farbregel interpretiert fast jeder anders: Wann liegt ein Objekt über dem anderen, wann sind geringfügige gemeinsame Grenzen akzeptabel, wann nicht? Das lässt sich einfach nicht genau definieren.
Ebenso ist es bei Helm und Zier. Die Wahl des Helmes steht dem Zeichner bzw. seinem Auftraggeber im Rahmen der heraldischen Möglichkeiten frei, trotzdem wird gerade im Internet nicht selten jemand der Meinung sein, eine bürgerliche Familie dürfte sich in keinem Fall ein Wappen mit Bügel- oder Topfhelm zulegen. Ebenso albern ist es, festzulegen, dass Neueintragungen sich an dem Stil einer einzigen bestimmten Epoche der Vergangenheit orientieren müssten. Es geht darum, den Stil innerhalb des Aufrisses zu wahren, nicht, auf Teufel komm raus einem vorgegebenen Schema anderer Wappen zu folgen. Heraldische Werke leben davon, dass sie sich unterscheiden, dass sie etwas Besonderes haben, und das steht im krassen Widerspruch zu zu vielen Regeln. Die Ausführungen von Heraldikern wie Dr. Peter sollten auf jeden Fall gelesen werden, aber ein einheitliches Regelwerk existiert in der deutschen Wappenkunde schlichtweg nicht und auch in diesem umfassenden und wertvollen Werk werden Sie Absätze finden, die man missachten kann.

Nun geht es hier um die neue Eerstellung eines Wappens. Hier sollte unbedingt mit den Grundbestandteilen angefangen werden: Schild, Helm, Helmzier. Alles andere muss nicht zwingend vorhanden sein und kann später hinzugefügt werden. Wappenrollen geht es um die Erfassung und übersichtliche Darstellung deutscher Wappen. Deshalb sollten die gedruckten Zeichnungen verhältnismäßig einfach, nicht überladen und auch nicht mit großem Beiwerk versehen sein, sondern schlicht die Blasonierung wiedergeben.

Schildhalter, Mäntel und Spruchbanner können Sie dann im Alltag problemlos führen und dabei auch Helm und Helmzier getrost weglassen.
Einige Mitglieder in Foren (hier glücklicherweise eher selten) erklären gerne, dass das Führen von solcherlei Insignien am Wappen prunkvoll, angeberisch und arrogant sei. Davon sollte man sich nicht beirren lassen. Ich halte es für eine Frage des Geschmacks, denn wenn wir ehrlich sind, ist ein Wappen als solches ein Symbol, dass allgemein mit Prunk in Verbindung steht. Ich zum Beispiel mag besonders verschnörkelte Helmdecken nicht - sie lenken doch nicht weniger vom Schildbild ab als Beiwerk. Vergleiche wie "Mein Wappen ist aber viel bescheidener als deins!" zeugen also eher von einer Doppelmoral.

Um den Text kurz zusammenzufassen: Ja, Schildhalter, Bordüren & Co. können auch bei Ihrem Wappen zur Anwendung kommen, aber bei der Eintragung in eine Wappenrolle sollte ein schlichter Aufriss gewählt werden.
Verba volant, scripta manent.

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Jochen
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Jochen » 09.06.2016, 22:14

Jägerstochter hat geschrieben:Warum wird sowas nicht mehr verwendet bei Neustiftungen?

Ich werde mal versuchen etwas aus den Symbolen zu kreieren und es zusammen fließen zu lassen.
Habe aber noch keine genaue Vorstellung?

Weswegen sollte es deutlich weniger werden?
Ich weiß, weniger ist oft mehr, aber gerade bei so einem Wappen, ist es das opulente was mich so anzieht.
Dieser Prunk aus vergangenen Tagen.
Um es in wenigen Worten zu sagen;

"Prunk" ist das eine, Wappenkunst das Andere.

Die Kunst der Heraldik ist, mit möglichst bescheidenen, aber augenfälligen Mitteln ein "Familienzeichen für die Ewigkeit" zu schaffen.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Kaisertreuer2 » 09.06.2016, 23:51

Drei Tannen, davor ein Fuchs - so ein Familienwappen ist mir auch bekannt:

http://www.brennecke-family.at/WSD%20011.jpg

VG

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Tejas552
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Re: Können Wappen nur von Männern eingetragen werden?

Beitrag von Tejas552 » 10.06.2016, 07:39

Ich denke es ist wichtig im Auge zu behalten, was der ursprüngliche Zweck eines Wappens war. Der ursprüngliche Zweck war es einen Ritter trotz Rüstung und geschlossenem Helm auf dem Turnier- oder Schlachtfeld erkennbar zu machen. Spruchbänder, Girlanden und Schildhalter tragen nicht zur Erkennbarkeit eines Ritters auf Turnier- oder Schlachtfeld bei und sind damit auch keine Bestandteile des Wappens.

Gruss
DF

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