RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

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Gerd H.
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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von Gerd H. » 16.05.2015, 23:56

Heraldiker als Beruf?Bild
Also ich bin keiner. Ich bin lediglich ein heraldisch interessierter Laie und ich denke dafür sind heraldische Vereine und ihre Wappenrollen Gremium genug.
Mit besten Grüssen
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Gerd

BdHiD
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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 01:23

Wieso gibt es den Beruf "eigentlich gar nicht"? Den gibt es sehr wohl und es werden immer mehr Leute, die ihn haupt- oder nebenberuflich ausüben. Insbesondere die Tatsache, dass immer mehr unseriöse Geschäftemacher auf dem Markt (Internet, Mittelaltermärkte etc.) auftauchen, macht es zwingend notwendig, dass ein Interessenverband entsteht, der auch das politische "Handwerk" der Interessenvertretung beherrscht. So ein Verband wäre Garant dafür, dass der Beruf im öffentlichen Ansehen steigt und als berufliche Profession gesehen wird. Denn dahin sollte sich das Heraldiker-"Handwerk" entwickeln. Zumal die Heraldik als wissenschaftliche und kunsthandwerkliche Präzision nicht nur ein Thema für Laien oder Experten, sondern vor allem auch ein KULTURGUT ist. Gerade die vielen unseriösen Anbieter und Wappenhändler sorgen dafür, dass die Heraldik als Kulturgut entwertet wird und verfällt (Wappenbilder, statt heraldisch korrekt gearbeitete Wappen). Nicht zu vergessen, dass ein solcher Verband auch als Organisation des Verbraucherschutzes agieren könnte.

Heraldische Vereine, mögen sie noch so ehrbar und angesehen sein, bieten eine wunderbare Arbeit im Bereich der Wissenschaft, jedoch wäre es ein fataler Irrtum, diese als Institution der berufsständischen Interessenvertretung zu betrachten. Diese Aufgabe können sie, allein schon aufgrund ihres Daseinszwecks, nicht erfüllen. So zumindest meine subjektive und nicht ganz so unfachliche Meinung dazu.

Was allerdings für einen Verband wichtig wäre, ist natürlich, dass die Vereine mit Sitz und Stimme im Beirat vertreten sind. Sie sollten sogar unbedingt an der Verbandsarbeit - zumindest beratend - mitwirken. Sie dabei zu übersehen, wäre ganz sicher ein großer Fehler.
Zuletzt geändert von BdHiD am 17.05.2015, 01:59, insgesamt 3-mal geändert.

BdHiD
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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 01:34

Und bezüglich der Wappenrollen sei noch erwähnt, dass die Eintragungs- und Veröffentlichungspraxis von Wappen nicht einheitlich geregelt wird. Manche Wappenrolle kommt nicht einmal rudimentär ihrer Aufgabe zum Schutz der Wappen angemessen nach. So gibt es beispielsweise Wappenrollen, die zwar alle die von ihnen registrierten Wappen veröffentlichen, aber nicht alle so abbilden, dass sie wirklich als "geschützt" zu werten sind (farblose Wappen; Aufriss ohne Schraffur, wie in einem Ausmalbuch für Kinder - Farben frei und nach Belieben wählbar). Ebenso verhält es sich mit online-Wappenrollen. Sie kommen zwar dem Gedanken der Veröffentlichung nach, aber können nicht dafür garantieren, dass die Veröffentlichung nachhaltig erfolgt. Was ist, wenn der Betreiber sich auflöst oder die Datenbank abstürzt? Oder was ist, wenn sich die Technik weiterentwickelt und es irgendwann kein Internet mehr gibt? Es werden neue Systeme erfunden. Daher besteht auch bzgl. der Wappenrollen der Bedarf, einheitliche Standards zu entwickeln - schon allein im Sinne der "Kunden" (Verbraucher).

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Kaisertreuer2
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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von Kaisertreuer2 » 17.05.2015, 09:28

Da die meisten Heraldiker dieser Passion mehr hobbymäßig nachgehen, sehe ich gefühlsmäßig die Chancen zur Gründung eines solchen Berufsverband als gering an. Die Wappenführung ist auch nicht etwas lebensnotwendige wie beispielsweise die Vertretung anderer Berufe (Ärzte, Piloten, Pfleger). Daneben behaupte ich immer noch, den Beruf gibt es eigentlich nicht. Es gibt nur heraldisch Interessierte und Ausübende.

Aber ich bin mal auf die Meinung der heraldisch Praktizierenden hier gespannt.

VG
Zuletzt geändert von Kaisertreuer2 am 17.05.2015, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von Frank Martinoff » 17.05.2015, 11:35

"BdHiD" hat schon recht, nur würde so eine Gesinnung nicht vor Unfug schützen,
... das wäre als wenn man jedem Mechaniker, Elektriker, Arzt ... Anwalt etc. blind vertrauen sollte!


... die Welt ist schlecht geworden ... das allgemeine Niveau,
ist in den letzten Jahrzehnten auch in "D"
sehr sehr sehr tief gesunken ... :idea:
Zuletzt geändert von Frank Martinoff am 18.05.2015, 21:36, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von Gerd H. » 17.05.2015, 12:23

Der Heraldiker ist nun mal leider ein nicht anerkannter Beruf, da es dafür keine Ausbildung bzw. Lehrfach gibt.
Aus meiner Sicht wäre es schon schön wenn es dazu Lehrfächer an Hochschulen ec. geben würde da das Gebiet sehr weit gefächert ist (Geschichte, Genealogie, Kunst ec.).
Für die Vereine die ohne Zweifel eine gute Arbeit von vielen Freiwilligen und Interessierten leisten wäre ein Dachverband von Vorteil der für Einheitliche Richtlinien sorgt und die Arbeit untereinander koordiniert.

Das sind so meine Visionen eines Laien.
Mit besten Grüssen
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Gerd

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von münchnerherold » 17.05.2015, 15:31

Das geht garnicht !
Wer soll da mitmachen - alles mit Anspruch schon besetzt.
:lol:
:mrgreen:
Sagen was man denkt, machen was man sagt.

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von Jochen » 17.05.2015, 15:49

Also - wenn es den "Lokomotivführer" als Beruf gibt, gibt es den "Heraldiker" mit Sicherheit auch.

Und für mich ist auch klar - ohne die heraldischen Vereine läuft gar nichts.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 16:38

Gerd H.z.B. hat geschrieben:Der Heraldiker ist nun mal leider ein nicht anerkannter Beruf, da es dafür keine Ausbildung bzw. Lehrfach gibt.
Aus meiner Sicht wäre es schon schön wenn es dazu Lehrfächer an Hochschulen ec. geben würde da das Gebiet sehr weit gefächert ist (Geschichte, Genealogie, Kunst ec.).
Für die Vereine die ohne Zweifel eine gute Arbeit von vielen Freiwilligen und Interessierten leisten wäre ein Dachverband von Vorteil der für Einheitliche Richtlinien sorgt und die Arbeit untereinander koordiniert.
Genau daran habe ich gedacht. Es ist noch kein anerkannter Beruf und entsprechende Ausbildungsverordnung gibt auch noch nicht. Das Problem ist ja nicht, dass die verschiedenen Vereine sich thematisch zur Heraldik äußern (das ist ja ihre Aufgabe), sondern dass sie sich nicht auf einen einheitlichen Kurs einigen. Scheinbar ist doch so etwas wie Konkurrenzdruck entstanden, was zu Kompetenzgerangel führt. Ich meine, dass dies der Heraldik nicht wirklich dient.

Die Vereine sind in einem Verband sogar unbedingt zu involvieren, denn dort sitzen ja die wirklichen Fachleute.

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 16:40

münchnerherold hat geschrieben:Das geht garnicht !
Wer soll da mitmachen - alles mit Anspruch schon besetzt.
:lol:
:mrgreen:
Darf ich fragen, wie das gemeint ist? Warum geht das mal gar nicht und was von dem, was ich schreibe oder vorschlage, ist bereits "mit Anspruch schon besetzt"?

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 16:42

Jochen hat geschrieben:Also - wenn es den "Lokomotivführer" als Beruf gibt, gibt es den "Heraldiker" mit Sicherheit auch.

Und für mich ist auch klar - ohne die heraldischen Vereine läuft gar nichts.


Genau so sehe ich das auch! :)

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von münchnerherold » 17.05.2015, 16:46

Herr Jacob hat das mal probiert,
und ......... :roll:
Sagen was man denkt, machen was man sagt.

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Re: RA Kanzlei Schlegel antwortet dem PH e.V.-Info

Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 16:54

münchnerherold hat geschrieben:Herr Jacob hat das mal probiert,
und ......... :roll:
Ah, ich verstehe Ihre Bedenken und teile diese mit Ihnen. Aber ich bin nicht Herr Jacob.

Aus Ihrer Antwort entnehme ich, dass Sie meiner Idee durchaus nicht abgeneigt sind, aber aufgrund der gemachten Erfahrungen nachvollziehbar skeptisch sind. Liege ich mit dieser Vermutung richtig?

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Kaisertreuer2
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Beitrag von Kaisertreuer2 » 17.05.2015, 17:35

Gibt es auch einen Berufsverband der Schönheitsärzte?

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Beitrag von BdHiD » 17.05.2015, 17:36

Kaisertreuer2 hat geschrieben:Gibt es auch einen Berufsverband der Schönheitsärzte?

:lol: :lol: :lol: Das wäre ja mal was!

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