Epitaph Grabplatten der Familie von Voss zu Quakenbrück

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H.v.V.
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Epitaph Grabplatten der Familie von Voss zu Quakenbrück

Beitrag von H.v.V. » 03.12.2008, 16:37

Habe Fotos meines Großvaters von einer Epitaphgrabplatte gefunden von einem von Voss mit Ehepartner aus Quakenbrück. Die Fotos sind in den 50er oder 60er Jahren entstanden, dabei sind die Konturen mit weißer Kreide hervorgehoben. Die Grabplatte befand(befindet?) sich auf dem Gelände der St. Sylvesterkirche. Mir ist nicht bekannt ob diese Grabplatte jemals beschrieben worden ist und ob diese Grabplatte überhaupt noch vorhanden oder leserlich ist. Der Kleidung entnehme ich, dass es sich um ein Epitaph aus der zweiten Hälfte (spät) des 16. Jahrhundert oder -vielleicht noch -Anfang des 17. Jahrhundert handelt.

Mit dem Programm Sketch it von Google habe ich die drei Foto's zusammengefügt.
Neben dem Foto Voss Wappen(o.l.) ist ein Wappen mit einem herauskommenden Schwan als Helmzeichen abgebildet. Diese Wappen sind die Wappen der Eltern des verstorbenen. Wahrscheinlich ist dieser Schwan auch im Wappen zu erkennen. Um welche Familie handelt es sich hier und um welche Personen könnte es sich hier handeln? Und kann jemand noch die anderen Wappen erkennen?
Bild

Ein andere Grabplatte zeigt nur eine Person. Es handelt sich ebenfalls um Mitglied der Familie Voss zu Quakenbrück und direkt lag vor der anderen Grabplatte. Diese Grabplatte hat mehr zu leiden gehabt und ist noch schwieriger zu entziffern als die des Ehepaars. Das Wappen seiner Mutter hat aber anscheinend einen offenen Flug gehabt. Die Grabplatte scheint mir aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhundert zu stammen.

Bild

Vielen Dank schon mal in voraus,

mit freundlichen Grüßen
C. Heerma van Voss

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Michael BERNHARD
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Beitrag von Michael BERNHARD » 04.12.2008, 19:29

Hallo H. v. H.

leider kann ich Ihnen nicht direkt helfen, Ihnen aber vielleicht einen Tip geben.

In der Bayerischen Staatsbibliothk gibt es von

Johann Franz <Freising, Bischof>: Sammlung von abgebildeten Grabsteinen und anderen Monumenten in Bayern, Band 1-4 - BSB Cgm 2267(1, Freising 17./18. Jh.
[2008-02-26]

Unter nachfolgendem Link finden Sie die weitere Links zu den digitalisierten Formes der o. g. 4 Bände:

http://mdz1.bib-bvb.de/~db/ausgaben/uni ... rdnung=sig

Vielleicht können Sie in "Ihrer" Staatsbibliothek ein ähnliches Werk ausfindig machen.. :idea:
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Michael F. BERNHARD, Assessor, Heraldiker - MdH
www.ahnenforschung-und-familienwappen.de

H.v.V.
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Beitrag von H.v.V. » 04.12.2008, 20:53

Naja werde auf jeden Fall das Göttinger Digitalisierungszentrum durchstöbern um ein derartiges Werk für Nordwestdeutschland zu finden. Sollte jemand ein derartigen Katalog kennen für den Raum Osnabrück und Umgebung höre ich das natürlich gerne. Aber vielen Dank für diesen Hinweis.

mit freundlichen Grüßen

C. Heerma van Voss

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Simplicius
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Beitrag von Simplicius » 05.12.2008, 14:30

[img][img]http://s11b.directupload.net/images/081205/wocwozcm.jpg[/img][/img]

Die Kreide in den Fotos ist der Erkennbarkeit eher abträglich...

M1 - Voss
M2 - von Westerholt (Schwan als Helmzier, das Schildbild ist dann erahnbar)
M3 - Klüver (Das Wappen der Großmutter väterlicherseits) Vergleichen Sie folgende Abbildungen:

http://flickr.com/photos/ana_sudani/set ... 135551068/ Die Wappen beider Epitaphe ähneln sich mehr, als die Abb. aus dem Siebmacher...
Balduin Voss hat in seiner Ahnenreihe scheinbar das gleiche Großelternpaar, der Verstorbene aus Quakenbrück ist demnach ein Großcousin, oder Halbruder des Dompropstes Balduin gest. 1619, da sich Mutter und Großvater mütterl. von Westerholt nannten.
Vgl.: http://gdz.sub.uni-goettingen.de/no_cac ... DOC=300330 (Sie müssen blättern)
Tabelle 1 S. 179 Ahnenprobe Balduin Voss
Tabelle 5 S. 180 untere Hälfte - Abkommen d. N.N. Voss und der N.N. von Knehem - Da der Name Westerhold nicht auftaucht, hatte Balduin entweder noch weitere Onkel, oder die bezeichneten noch weitere Ehen...

M4 - von Bodenstein - unsicher


die Frau:
F1 - Das Vaterwappen der Frau kann ich nicht erkennen (Kreide)
F2 - Freytag - unsicher
F3 - ?
F4 - Mehrere Möglichkeiten: von Helmersen/Helversen, Schade, Frese - unsicher

Ein anderer Epitaph enthält Helversen und Frese ua. (ohne eine Beziehung herstellen zu wollen) http://www.bildindex.de/bilder/mi03429d11a.jpg#

Letztendlich gibt wohl nur eine Anfrage, oder ein Besuch in Quakenbrück Aufschluß. Sind die Steine erhalten geblieben, ist der Name des Mannes evtl. noch lesbar. Die Helmzier wiederholt nicht zwangsläufig das Schildbild (Einzelgrabplatte). Die Buchreihe "Deutsche Inschriften" enthält scheinbar nur den Band der Stadt Osnabrück. In den Bänden finden sich detailierte Angaben auch zu Grabdenkmälern, Wappen werden beschrieben und zugeordnet. http://www.inschriften.uni-goettingen.d ... tionen.htm

http://www.antiqbook.de/boox/wen/IQ-B7180.shtml

Die Ausführungen tragen nur einer Wahrscheinlichkeit Rechnung, Wappen auf Grabdenkmälern sind nicht selten falsch, besonders wenn die Generationen weiter zurückreichen, auch die Anordnungsweise differiert...

H.v.V.
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Beitrag von H.v.V. » 06.12.2008, 16:48

Vielen Dank Herr Hergenhan,

eine Anfrage bei dem Quakenbrücker Museum hat ergeben das es sich bei dem Ehepaar um das des Johann v. Voss handeln soll. Also aus dem Mundelnburger Zweig, nicht dem Zweig des Balduin v. Voss der aus dem Zweig Diek, Hamm und Böckel stammte.

Leider konnten sie mir dort auch nicht erzählen welche Wappen weiter darauf abgebildet sind. Der Zeitpunkt dieser Grabplatten wird um +/-1630 geschätzt.

Johann v. Voss, wird auf dem Balken des Burgmannshofes Nr. 4 genannt. http://dragon-media.de/Gallery/DRAGONme ... re_045.jpg

Das Problem hierbei ist wiederum das neben dem Wappen der Voss M1 das Wappen der v. Calenberg stehen müsste M2- soweit das zu erkennen ist tut es das aber nicht. Also ein Schwan im Schild, da bin ich mir jetzt relativ sicher, wird darin nicht abgebildet eher eine Ohrschere oder ein Krebs(Schild vertikal gespalten?). Meine ein ähnliches Wappen gesehen zu haben im Buch von Neubert-Preine. Erinnere mich daran weil es so kitschig aussah, mit dem Schwan und dem Krebs. Buch jetzt natürlich nicht bei der Hand :?.
NEUBERT-PREINE, T., 2006. Die Rittergüter Hoya-Diepholz'schen Landschaft. Stiftung Hoya-Diepholz'sche Landschaft, Nienburg.

Obwohl das Helmzeichen übereinstimmt kann es also nicht die Familie Westerholt sein.

F2 v. Freytag wäre in der tat möglich

F3 könnte noch von Dorgeloh sein, aber das Helmzeichen ist dann etwas merkwürdig.

M3 würde ich sagen sieht eher aus wie ein Rind/Kalb und nicht wie eine Bäreklaue

M4 ist in der Tat schwierig da einige Wappen gibt mit einem Helm im Schild.

Auf jeden vielen Dank für die Hinweise. Für das Oldenburger Münsterland, das Osnabrücker Nordland und den Diepholzer Raum ist es immer schwierig was zu finden. Ist so Zitat "...ein vernachlässigtes Forschungsfeld gewesen" http://64.233.183.132/search?q=cache:Mh ... =firefox-a :wink:

mit freundlichen Grüßen
C. Heerma van Voss

P.S.
Mit Anton Fahne würde ich übrigens aufpassen was die Genealogien angeht der hat es nicht immer so genau genommen. Seine Arbeit ist umfangreich aber sehr fehlerhaft. z.B. den Zweig Mundelnburg/Bakum hat er auf die Seite 182 der von Voss zu Enniger gesetzt. http://wiki-de.genealogy.net/Anton_Fahne.

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Simplicius
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Beitrag von Simplicius » 08.12.2008, 14:12

Hier noch eine Anmerkung, den Johann Fuchs/Voss, Koadjutor der Ballei Hessen und Komtur zu Griefstedt (Thür.), (nach dem Balken des Burgmannshofes Nr. 4), kann die Abb. des Grabsteines eigentlich nicht meinen. Auch nach der Reformation waren die Angehörigen des Deutschen Ordens dem Zölibat unterworfen, zudem finden sich keine Hinweise auf dem Stein (Ordenswappen) und der Text beinhaltet dazu auch keine Angaben...

Ich habe noch einmal das Foto aufbereitet, bei "Westerhold" meine ich die eingezeichnete Schildteilung zu erkennen. Das väterliche Wappen der Frau könnte "von Jansen" sein.

Bild


Unten:
Links ist das Wp. Klüver von dem Epitaph für Balduin Voss aus Osnabrück, in der Mitte eine Montage zum Vergleich mit rechter Abb.

Bild

Wenn man in Quakenbrück Interesse an Aufklärung hat, könnte man vorort doch gute Bilder machen und zusenden, die Inschrift (obwohl nicht vollständig ausgeführt) böte Anhaltspunkte.

(Fotographie möglichst parallel zum Objekt, ohne direkten Blitz.
günstig: Sonne im Winkel, oder externer Blitz, damit das Relief gute Schatten wirft)

... ganz unverbindlich ...
Hergenhan

Joachim v. Roy
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Q u a k e n b r ü c k

Beitrag von Joachim v. Roy » 08.12.2008, 15:40

Abbildungen der Voß'schen BURGMANNSHÖFE Nr. 4, Markt 6 (genannt „Voßhagen“) und Nr. 5, Loxterhof 2,
bei Rudolf v. Bruch, Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, Osnabrück 1930 (Nachdruck 1965), S. 375 (Text S. 374).


MfG

H.v.V.
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Beitrag von H.v.V. » 08.12.2008, 19:58

Nochmals vielen dank,


Hier noch mal das Wappens F1 aus ein anderen Perpektive die Restform die sie sehen wirft keine Schatten, Auch das Helmzeichen scheint geribbelt zu sein wie Steinbockhörner.
Bild

aber neue Fotos werde ich auf jeden Fall noch mal machen. Werde mal probieren im dunkeln mit einer starken Taschenlampe und einem Stativ diese Grabplatten neu zu belichten. Sieht wahrscheinlich sehr makaber aus, aber um Doppelschatten auszuschalten wahrscheinlich sehr effektiv. Hoffe das sie dort Abends keine Spotlampen drauf halten. Und wenns dann immer noch nicht deutlich genug ist den Emboss-Filter gebrauchen in Photoshop. :wink:

Literatur die ich selber im Moment gebrauche ist BRUCH, 1930., HORST, 1894-1898 und HEITMANN, C. 1980. Siehe auch http://wiki-de.genealogy.net/Voss_(Fami ... ur_Familie Damit habe ich schon ein relativ guten Überblick über die Familienzweige dieser Familie.

Sehr interessant der Hinweis das Mitglieder des deutschen Ordens Zöllibat nach der Reformation noch immer in Takt war, auch für die Protestanten.

Leider, die Namen die bis jetzt hier genannt wurden kommen darin bis jetzt nicht vor, also vielleicht geht es hier um einen mir nicht bekannten Johann Voss oder der Museummitarbeiter hat die Einzelgrabplatte mit der Grabplatte des Ehepaars verwechselt...?

Aber werde erstmal neue Foto's machen. Diese Foto's sollen ja kein Rorschachtest sein.:D

Aber vielen Dank nochmal für die Mühe.

mit freundlichen Grüßen
C. Heerma van Voss

Werner2
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Re: Epitaph Grabplatten der Familie von Voss zu Quakenbrück

Beitrag von Werner2 » 17.05.2018, 11:09

Hallo Frau Voss,
konnten Sie die Wappen auf der Grabplatte v. Voss in Quakenbrück identifizieren?
Wenn nicht, könnte ich vielleicht weiterhelfen.
Gruss
Wolfgang Ewig

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kalex1946
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Re: Epitaph Grabplatten der Familie von Voss zu Quakenbrück

Beitrag von kalex1946 » 19.05.2018, 13:19

Hallo Wolfgang,

Herzlich Wilkommen im Forum HIN. Deine Leidenschaft und Fähigkeiten, die an Grabplatten befindlichen Wappen zu identifiziern kenne ich aus dem Forum der GwF. Auch wenn die C. Herrma van Voss evt. nicht mehr mitliest, würden die jetztigen Besucher dieses Forums bestimmt gerne wissen, was Du bezüglich Ahnenreihe und Familienwappen zu den Grabplatten in den Fotos sagen kannst.

Gruß aus South Carolina

Kurt

H.v.V.
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Re: Epitaph Grabplatten der Familie von Voss zu Quakenbrück

Beitrag von H.v.V. » 22.07.2018, 11:42

Zumindest die Grabplatte des Ehepaars ist mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert mit dank an dem Herrn Bockstiegel, die Grabplatte (datiert um 1630 )wurde nämlich entfernt von der Grabstelle der Familie von Hammerstein. Diese müssen also aus dem Zweig Voss zu Hamm stammen in den die Familie von Hammerstein eingeheiratet hat. Die Grabplatte müsste demnach von dem Ehepaar Otto von Voss (gest. 1626) und Anna Catharina von Baer stammen. Sohn von Johann von Voss; gest. 1601(S. v. Otto und Anna von Aswede) und Hiske von Langen(T. v. Engelbert und Catharina v. d. Kuhla). Und sie Tochter von Herbord von Baer und Catharina Maria van Deelen (T.v. Sweder und Tetta von Frese).

Die andere Grabplatte könnte demnach von dessen Vater stammen, Johann von Voss zu Hamm(gest.1601)

Mit freundlichen Gruß,
(Herr :wink: nicht Frau ) C. Heerma van Voss

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