Kolorierung Familienwappen

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v.Freyhold
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Kolorierung Familienwappen

Beitragvon v.Freyhold » 28.11.2008, 13:18

Guten Tag,

ich bin neu hier und habe eine Frage zu unserem Familienwappen.

Im Bildband "Die Wappen des Preußischen Adels" ist eine Schwarzweiss-Abbildung des Freyholdschen Wappens vorhanden. Ich habe eine Kopie hiervon mal als meinen Avatar hochgeladen, ich hoffe, man kann es erkennen.

Ich würde dieses Wappen gern kolorieren, und es gibt auch in den einschlägigen Quellen Farbbeschreibungen hierzu. Soweit mir bekannt, gibt es jedoch in der Heraldik bestimmte Farbregeln bei Wappen, die vielleicht nützlich sein könnten damit ein Wappen auch "korrekt" farblich wiedergegeben wird.

Laut Gothaischem Genealogischem Handbuch 1928 ist das Wappen "in S. ein mit 3 g. Sternen bel. r. Schrgr.-Balken". Die Decken werden an anderer Stelle bezeichnet als "r. u. s." - heißt dies wahrscheinlich eher "rot und schwarz" oder "rot und silber"?

Es finden sich zudem keine Farbangaben zum eigentlichen Schild. In der Schwarzweiß-Zeichnung erscheint er unschraffiert. Bedeutet dies, daß er weiß bleibt? Ebenfalls gibt es keine Farb-Angaben zu den Straußenfedern auf dem Helm.

Wie müsste also nach den Angaben die ich hier aufgelistet habe das Wappen nach den Regeln der Heraldik koloriert werden, bzw. was wäre die wahrscheinlichste Variante?

Ich bin für jeden Tip dankbar und gespannt auf Ihre/Eure Antworten.

Mit freundlichen Grüßen,

G. von Freyhold

Der Liebesberger
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Der Liebesberger » 28.11.2008, 13:24

v.Freyhold hat geschrieben:Guten Tag,


Laut Gothaischem Genealogischem Handbuch 1928 ist das Wappen "in S. ein mit 3 g. Sternen bel. r. Schrgr.-Balken". Die Decken werden an anderer Stelle bezeichnet als "r. u. s." - heißt dies wahrscheinlich eher "rot und schwarz" oder "rot und silber"?


G. von Freyhold



In Silber ein mit 3 goldenen Sternen belegter roter Schrägrechts-Balken.

Die Decken geben i.d.R. die Farben des Wappenschildes wieder - in diesem Fall rot und silber.

Gruß

Thomas

Barolo1644
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Beitragvon Barolo1644 » 28.11.2008, 13:26

kann nur heissen:

in SILBER ein mit 3 GOLDENEN Sternen bel. ROTER. Schrgr.-Balken". Die Decken werden an anderer Stelle bezeichnet

DECKEN: ROT UND SILBER

rot-schwarz wäre ein Verstoß gegen die Farbregel:

nicht Farbe auf Farbe
nicht Metall auf Metall

Barolo1644
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Beitragvon Barolo1644 » 28.11.2008, 13:26

ups da war wer schneller :lol:

v.Freyhold
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Beitragvon v.Freyhold » 28.11.2008, 13:34

Super, danke, das ging ja schnell :lol:

Was würde das dann "nach den Regeln der Kunst" für die Decken heißen - mache ich die (dem Betrachter zugewandte) Vorderseite rot und die Rückseite silber?


MfG,

G. von Freyhold

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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Tekker » 28.11.2008, 13:38

v.Freyhold hat geschrieben:"in S.(1) ein mit 3 g.(2) Sternen bel. r.(3) Schrgr.-Balken"

(1) Silber
(2) golden
(3) rot
;)

v.Freyhold hat geschrieben:Die Decken werden an anderer Stelle bezeichnet als "r. u. s." - heißt dies wahrscheinlich eher "rot und schwarz" oder "rot und silber"?

Es heißt ganz sicher "rot und silbern". :D

v.Freyhold hat geschrieben:Es finden sich zudem keine Farbangaben zum eigentlichen Schild.

:?: Die Farbangaben sind doch da, s.o.

v.Freyhold hat geschrieben:In der Schwarzweiß-Zeichnung erscheint er unschraffiert. Bedeutet dies, daß er weiß bleibt?

Ich meine in deinem Avatar Schraffur zu erkennen, welche mit o.g. Farbangaben auch übereinstimmt. Hättset du das ganze evtl. nochmal etwas größer?

v.Freyhold hat geschrieben:Ebenfalls gibt es keine Farb-Angaben zu den Straußenfedern auf dem Helm.

Entsprechend der Decken "rot und silbern". Selbst bei nichtvorliegen einer entsprechenden Quelle hätte ich in diesem Fall keine Bedenken, es so zu kollorieren. 8)
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Beitragvon HFRudolph » 28.11.2008, 13:39

Die Abbildung zeigt allerdings einen Schräglinksbalken (der Balken geht oben nach rechts = heraldisch links, vom Schildträger aus gesehen).

Aus der Schraffur sollte man normalerweise auch die Fraben erkennen können: Rot wird mit senkrechter Schraffur dargestellt (wegen schlechter Auflösung des Avatars kaum erkennbar), Gold gepunktet, silber ohne Schraffur.

Zu der Straußenfedern würde ich vermuten, dass diese silbern sind und in der Mitte eine rote, es können am Rand allerdings auch goldene Federn dabei sein: Wenn auf der Zeichnung auf den Federn kleine Punkte erkennbar sind, dann wäre die entsprechende Feder golden.

Bezüglich der Decken: Was weiß ist wird silber, die Rückseite rot. Die dem Helm zugewandte Seite wird in der „Farbe“ des Metalls gehalten, da oben an der Stirn die Decke auf dem Helm aufliegt und man die Außenseite sieht, wäre dort also rot zu sehen.
Zuletzt geändert von HFRudolph am 28.11.2008, 14:31, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon Tekker » 28.11.2008, 13:40

v.Freyhold hat geschrieben:Was würde das dann "nach den Regeln der Kunst" für die Decken heißen - mache ich die (dem Betrachter zugewandte) Vorderseite rot und die Rückseite silber?

Nein, außen rot und innen silbern. ;)

Hoffentlich bin ich diesmal schneller... :lol:
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Beitragvon HFRudolph » 28.11.2008, 13:43

Du warst schneller, meins steht trotzdem darüber :lol:

Es kann immer silber als weiß und gold als gelb dargestellt werden.

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Beitragvon v.Freyhold » 28.11.2008, 13:48

ok, hier nochmal das Wappen etwas größer:

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Beitragvon HFRudolph » 28.11.2008, 13:50

Ja, jetzt sieht man auch die Punkte auf den Sternen für das Gold.
Die Federn sind silber, die in der Mitte rot.

Da der Helm nach links (also heraldisch rechts) sieht, stimmt die Beschreibung schrägrechts nicht mit der Darstellung überein. Grundsätzlich können Wappen auch vertikal gespiegelt werden, in dem Fall müsste allerdings der Helm dann in die andere Richtung sehen.

Es sei denn „Schrgr“ wäre als „schrägrechts“ falsch gedeutet…
Wurde der Balken selbständig gespiegelt? Wenn er an einer vertikalen Achse gespiegelt wird, passt er auch wieder zur Schildform, die sich bei dieser Fassung dem Schildinhalt anpasst… auch der obere Rand der Schildform scheint überlagert zu sein…
Zuletzt geändert von HFRudolph am 28.11.2008, 14:30, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon v.Freyhold » 28.11.2008, 14:00

HFRudolph hat geschrieben:Da der Helm nach links (also heraldisch rechts) sieht, stimmt die Beschreibung schrägrechts nicht mit der Darstellung überein. Grundsätzlich können Wappen auch gespiegelt werden, in dem Fall müsste allerdings der Helm dann in die andere Richtung sehen.


Ich hab nocheinmal nachgesehn im o.g. Wappen-Bildband von 1973, dort steht in der Tat "schräglinks". Möglicherweise ist bei der Aufnahme in den Gothaer von 1928 ein Druckfehler passiert (?).

Mir ist auch gerade aufgefallen daß in den meisten anderen Wappen in dem Bildband der Helm wie oben beschrieben "heraldisch rechts" steht. Demnach wäre vielleicht in der Tat ein Druckfehler im Gothaer anzunehmen...

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Beitragvon Tekker » 28.11.2008, 14:03

v.Freyhold hat geschrieben:ok, hier nochmal das Wappen etwas größer

Is doch super, nun sieht man es auch ganz deutlich, wie HF schon anmerkte. :D
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Wappen der ostpreußischen Familie v. Freyhold

Beitragvon Joachim v. Roy » 28.11.2008, 14:09

Das Avatar ist völlig falsch !


Leider hat der Fragesteller den „Gotha“ von 1928 lediglich teilweise zitiert. Dort (auf Seite 150) lautet die Beschreibung des v. Freyhold'schen Familienwappens nämlich wie folgt:

„In Silber ein mit 3 g o l d e n e n Sternen belegter roter Schräg r e c h t s balken. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit gleichen Decken ein mit dem Ellbogen auf dem Wulst aufgestützter, ein Schwert schwingender silbern-gepanzerter
A r m , zwischem offenem schwarzen Adlerfluge.“


In dem modernen „Adelslexikon“, herausgegeben vom Deutschen Adelsarchiv, Bd. III (Buchstaben Dor-F), Limburg a.d. Lahn 1975, S. 374-375, lautet die Beschreibung des Wappens:

„In Silber ein mit 3 s i l b e r n e n Sternen belegter roter Schräg r e c h t s balken. Auf dem [gekrönten] Helm mit rot-silbernen Decken ein ruhender silbern-gepanzerter S c h w e r t a r m zwischen offenem schwarzen Adlerfluge.“


Freundliche Grüße vom Rhein

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Beitragvon v.Freyhold » 28.11.2008, 14:16

ok... das wird ja immer wiedersprüchlicher.. :o

Dann stellt sich aber zum einen die Frage, wie es möglich ist, dass in dem Bildband dieses Wappen zu sehen ist, aber an anderer Stelle alles ganz anders beschrieben wird. Und zum anderen - wo kann ich denn dann eine Abbildung des tatsächlichen Wappens finden? Ich fange eigentlich gerade erst an mich intensiver mit unserer Familiengeschichte zu befassen, deshalb verfüge ich noch nicht über viele Details außer Fotokopien des Gothaers und des Adelslexikons sowie des Bildbandes "Die Wappen des Preußischen Adels, Teil 1", Neustadt/Aisch 1973.

Andererseits, das "Adelslexikon" zitiert ja auch nur den Gothaer ab 1928. Darunter steht ja: "L: GGT B 1928 ÄG bis 1942"


Mysteriös, mysteriös...

Im Gothaer ist allerdings auch zu lesen, dass der Name auf zwei Brüder zurückgeht, von denen einer die deutsche Linie begründet hat und der andere offenbar nach (St.) Petersburg zur russischen Armee gegangen ist. Wäre es möglich, dass es für diese beiden Linien auch unterschiedliche Wappen gibt?


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