Kolorierung Familienwappen

Ihre Fragen zur Heraldik sind hier willkommen
Your questions concerning heraldry are welcome here

Moderatoren: Markus, Christian Ader

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4301
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Beitragvon Joachim v. Roy » 09.12.2008, 12:05

Hallo Herr v. Freyhold,

Ihr FERDINAND v. FREYHOLD dürfte APOLLONIA v. USTARBOWSKI v o r 1799 geheiratet haben, da am 29. Juli 1 7 9 9 sein Sohn FERDINAND (II.) in Petershagen b. Alt-Schottland - vor den Toren der Stadt Danzig - geboren wurde (vgl. http://www.lib.utexas.edu/maps/historic ... g_1910.jpg Planquadrat A 6 - das Stadtgut in Petershagen erbte meine Familie 1680).

Ihrer Schilderung zufolge führte die Familie v. USTARBOWSKI auf Schimmerwitz (= rd. 15 km südlich von Lauenburg in Pommern) das polnische Stammwappen „(H)Abdank“ (vgl. http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0623213741 ). Zwei weitere Adelsgeschlechter namens USTARBOWSKI führten in Polen die Stammwappen „Leliwa“ und „Ostoja“.

Als das Ehepaar FERDINAND (II.) v. FREYHOLD – EMILIE HOEHNE am 11. Januar 1 8 2 8 in der evang. Kreuzkirche der Stadt Posen seine – vermutlich in Posen geborene - Tochter CLEMENTINE taufen ließ, da nannte sich der Vater (damals wohl Leutnant) „FERDINAND USTARBOWSKI v. FREYHOLD“. Amtlich anerkannt wurde diese Namensform jedoch nicht (anders als ALEXANDER v. FREYHOLD, dem - als Besitzer des Hünecken'schen Gutes Dedeleben – am 8. September 1 9 2 0 offiziell erlaubt wurde, sich „v. FREYHOLD-HÜNECKEN“ zu nennen).

Dem „Gotha“ von 1928 zufolge soll Ihr Vorfahre JOHANN HEINRICH v. FREYHOLD in der „Amtshauptmannschaft
M e i ß e n “ geboren (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Amtshauptm ... ei%C3%9Fen ) und im Jahre 1 7 8 8 in der ostpreußischen Stadt M o h r u n g e n gestorben sein. Da einige seiner Kinder in R i e s e n b u r g und in Mohrungen geboren wurden, würde es sich wohl lohnen, beim Staatsarchiv Leipzig oder bei den Genealogischen Forschungsstellen der Mormonen die - verfilmten – Kirchenbücher von Riesenburg und Mohrungen durchzusehen, vgl.

http://www.familysearch.org/eng/library ... umns=*,0,0

http://www.familysearch.org/eng/library ... umns=*,0,0

Von L u c k a u in der Lausitz, wo JOHANN HEINRICH v. FREYHOLD v o r 1756 heiratete, scheint es wohl keine Kirchenbücher mehr zu geben.


Freundliche Grüße vom Rhein

P.S. Bitte denken Sie daran, daß alle Wappenzeichnungen in den Siebmacher-Bänden gleichsam „freihändig“ gezeichnet wurden. Den Zeichnern lagen keine Wappenabbildungen vor, sie orientierten sich lediglich an den - vielfach fehlerhaften - Texten.

v.Freyhold
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 28.11.2008, 12:55

Beitragvon v.Freyhold » 09.12.2008, 16:10

Danke für die Tips.

Ich habe bereits mit der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig gesprochen die in den obigen Links als "Anhaltspunkt" genannt wird, dort könnte man mir u.U. tatsächlich mit Auszügen aus den Kirchenbüchern von Riesenburg weiterhelfen.

Darüber hinaus habe ich beim Pfarramt in Luckau/Lausitz angefragt, und bin bezüglich der Heirat von Johann Heinrich von Freyhold verwiesen worden auf die dortigen Militärkirchenbücher, die wie ich es verstanden habe speziell für Soldaten (des Regiments v. Minckwitz) geführt wurden, und die es offenbar im Gegensatz zu den normalen Kirchenbüchern noch dort vor Ort gibt. Den eigentlichen Ansprechpartner habe ich zwar heute nicht erreicht, aber vielleicht könnte dies eine - weitere - heiße Spur sein.

Es bleibt also spannend :-)


Viele Grüße,

G. von Freyhold

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4301
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Beitragvon Joachim v. Roy » 09.12.2008, 19:47

Zur Information

Aus dem Kurfürstlich sächsischen INFANTERIE-REGIMENT v. MINKWITZ (Uniform der Offiziere: weißes Hemd
nebst weißen Hosen, schwarze Gamaschen bis zum Knie, lange dunkelblaue Weste, darüber die Feldbinde,
langer weißer offener Überrock, schwarzer Hut) gingen später (bis 1918) das Königlich sächsische „3. INFANTERIE-REGIMENT Nr. 1 0 2 KÖNIG LUDWIG III. VON BAYERN“ (Garnison: Zittau) und das Königlich sächsische
„4. INFANTERIE-REGIMENT Nr. 1 0 3 “ (Garnison: Bautzen) hervor.

Denkbar wäre, daß es eine gedruckte Geschichte des traditionsreichen INFANTERIE-REGIMENTS v. MINKWITZ gibt,
die bei genealogischen Forschungen hilfreich sein könnte (Stichwort: Regimentsgeschichte[n]).


MfG

v.Freyhold
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 28.11.2008, 12:55

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon v.Freyhold » 18.01.2018, 15:38

Nachdem dieser Thread nun neun Jahre lang inaktiv war, habe ich vor kurzem einen neuen Anlauf genommen, selbst einmal das Wappen aus den "Familiengeschichtlichen Blättern" von 1911 nachzuzeichnen.

Zur Erinnerung: So sah es dort aus:

Bild

Die Blasonierungen die aus unterschiedlichen Zeiten stammen widersprachen sich ja wie wir festgestellt hatten grundlegend. Ob nun Schräglinks- oder Schrägrechtsbalken, oder ob es einen Flug gab und in welcher Farbe dieser sein sollte.

Ich habe in den vergangenen Tagen viel Zeit damit verbracht, das Wappen mit einer Bildbearbeitungssoftware sauber nachzuzeichnen und zu kolorieren. Bislang ist hierbei folgendes Ergebnis herausgekommen:

Bild

Ziel des Unterfangens ist es, eine einigermaßen hochauflösende Bilddatei des Wappens zu haben für verschiedene Zwecke.

Im Grunde ist alles an dieser Zeichnung noch abänderbar, deshalb bin ich offen für Anregungen und Kritik.

In der gezeigten Form ist das Wappen ein versuchter Kompromiss zwischen verschiedenen Siebmacher-Blasonierungen und der letzten bekannten Blasonierung aus dem "Gothaer". Ganz streng genommen entspricht meine Darstellung in der momentanen Form keiner der überlieferten Blasonierungen, da sie zu den (offenbar historisch korrekten) Merkmalen noch einen schwarzen Flug trägt; andererseits gab es in der Vergangenheit mitunter auch Darstellungen des Wappens mit silbernem Flug, obwohl dieser ebenfalls nirgendwo überliefert ist. Die anderen Details sollten so aber nun stimmen.

Bei der Innenseite der Decke bin ich mir aber nicht ganz sicher. Für gewöhnlich nimmt die Decke wohl die Farben des Schildes wieder auf, andererseits liegt mir eine Siebmacher-Blasonierung vor, in welcher die Decke ausdrücklich rot und gold sein soll.

Wie sieht es aus mit der Farbe des Helms und des geharnischten Armes? Ich habe hier aus künstlerischen Gründen eine Einfärbung Richtung "stahlblau" vorgenommen, damit Helm und Arm sich ein wenig von der innen silbernen Decke abheben. Ist dies heraldisch vertretbar?


Viele Grüße,

G. von Freyhold.

Benutzeravatar
Kaltofen
Mitglied
Beiträge: 61
Registriert: 15.01.2016, 09:12

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Kaltofen » 18.01.2018, 18:03

Hallo,
Ich würde den Licht und Schatteneffekt im Schild und in der Zier weglassen! Es wirkt im jetztigen Zustand zu dunkel und damit kommen Schild und Zier, meiner Meinung nach, nicht richtig zur Geltung.

Gruß
Andre

Benutzeravatar
Gerd H.z.B.
Mitglied
Beiträge: 873
Registriert: 01.08.2013, 16:24
Wohnort: Sachsen / Böhmen
Kontaktdaten:

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Gerd H.z.B. » 18.01.2018, 18:20

Hallo,

ich schließe mich da Andre an. Der Flug ist hier geschlossen dargestellt. Eigentlich sollte er doch offen sein. Die Faust des Panzerarms sieht aus wie ein Fausthandschuh. Da wäre eine verfeinerte Darstellung mit Fingern besser. Die Farben von Helm und Panzerarm einfach in einem Grauton zeichnen. Die Decken würde ich auch in einer eigenen Variante zeichnen und nicht in dieser verunglückten Darstellung aus dem Buch.

Vieleicht wäre es besser einen Grafiker damit zu beauftragen. Oder es findet sich jemand der aus reiner Freude am zeichnen einen Aufriss davon macht.
Mit Grüssen Gerd
Bild

v.Freyhold
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 28.11.2008, 12:55

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon v.Freyhold » 18.01.2018, 20:20

Den Einwand dass es zu dunkel ist, kann ich zumindest hier an meinem Monitor - und auf meinem Smartphone - nicht nachvollziehen. Da hängt auch wirklich viel davon ab, wie der jeweilige Monitor des Betrachtenden eingestellt ist.

Nach Möglichkeit möchte ich auch die Licht- und Schatteneffekte grundsätzlich beibehalten, da dies m.E. solchen Darstellungen immer eine gewisse Plastizität und Lebendigkeit verleiht.

Die Unterscheidung "offener Flug" - "geschlossener Flug" war mir nicht geläufig. Hab jetzt aber dazu recherchiert und werde nach ein paar geeigneten Vorlagen suchen, um dies zu korrigieren. Nach dem was ich heute gelesen habe, wäre es wenn man schon mal dabei ist vielleicht besser, gleich zu einem silbernen Flug zu wechseln, da sich sonst zwei Farben berühren würden (rote Helmdecke und schwarzer Flug).

Ich habe heute hier vor Ort in der Bibliothek ein wenig zu unserem Wappen recherchiert, und beschlossen, mich von jetzt an nach "J. Siebmacher's Großes Wappenbuch Band 15", Nürnberg 1886 zu richten, in der Nachdruck-Version von 1981, Neustadt/Aisch, mit der dortigen Blasonierung auf S. 73 oben rechts:

[...] S c h i l d: W. mit r. mit 3 g. Sternen belegten Schräglinksbalken.
H e l m: Inmitten eines offenen Fluges ein ein blankes Schwert haltender geharnischter Arm.
Decken: r. und w.



Ich war bei meinem oben geposteten Entwurf von einem silbernen Schild ausgegangen. Schattiertes Silber sieht natürlich auch nochmal dunkler aus als schattiertes Weiß.

Ich bin mir nicht sicher, wie es dazu kommen konnte, dass im "Adeligen Taschenbuch - Alter Adel und Briefadel" Ausg. 1928 und 1942 jeweils steht

W.: In S. ein mit 3 g. Sternen bel. r. Schrgr.-Balken. Auf dem r.-s. bewulsteten H. mit gleichen Decken ein mit dem Ellbogen auf dem Wulst aufgestützter, ein Schwert schwingender s.-gepanzerter Arm, zw. offenem schw. Adlerfluge.


Meine Vermutung ist, dass dies zurück zu führen ist auf damalige Einsendungen von einem Mitglied des von Freyhold-Hünecken-Zweiges. Vielleicht wurde im Zuge der adelsrechtlichen Nichtbeanstandung von 1923 (?) des Namens von Freyhold-Hünecken auch das Wappen für diesen Familienzweig leicht verändert?


EDIT:


Hab heute abend das Wappen nochmal ganz anders angelegt, hier ein Entwurf der noch nicht fertig ist:

Bild

Es fehlen in der Tat noch Schwertarm und Helmdecke, aber für heute abend solls das erstmal gewesen sein. Wird langsam spät...

Wäre das Wappen in diesem Stil in Ordnung? Mir schwebt ein Stil vor, der nicht ganz so altbacken ist wie die Siebmacher-Darstellungen, etwas klares, modernes. Bin mir noch nicht sicher wie die Helmdecken aussehen könnten, was man so an Bildern im Netz findet mutet ja oft etwas "barock" an... auch hier wäre es schön, mal eine Vorlage zu sehen, die ein wenig klarer und nüchterner aussieht.

Benutzeravatar
kalex1946
Mitglied
Beiträge: 321
Registriert: 23.08.2016, 16:41

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon kalex1946 » 19.01.2018, 01:03

Hallo Herr v. Freyhold,

Mein Vorschlag: Besuche mal die Seite(n) zu Helmdecken bei Dr. Bernhard Peters Welt der Wappen

http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seite49.htm

http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seite49a.htm

Gruß aus South Carolina

Kurt

Benutzeravatar
Markus
Mitglied
Beiträge: 3745
Registriert: 22.11.2004, 08:33
Wohnort: Wesel

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Markus » 19.01.2018, 11:00

Es wurde schon geschrieben, ich schließe mich dem an: Der Schatten stört das Gesamtbild, er ist auch nicht heraldisch. Ich würde ihn entfernen.

Zur allgemeinen Darstellung: Die Spätgotik gilt als die fruchtbarste Periode in der Heraldik. Deshalb ist das auch der bevorzugte Stil, in dem heute Wappen dargestellt werden. Wenn Ihnen das zu pompös erscheint, würde ich Ihnen den frühgotischen Stil empfehlen. Der hat eine gewisse Nüchternheit, insbesondere was die Helmdecken angeht. Es bedarf dann allerdings einiger Anpassungen am Schild und die Wahl eines anderen Helmes (Topf/Kübelhelm).
Heraldische Grüße
Markus

Benutzeravatar
countrytrucker8
Mitglied
Beiträge: 965
Registriert: 28.07.2007, 15:34
Wohnort: Hagen

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon countrytrucker8 » 19.01.2018, 12:11

Auch wenn heutzutage die Regel gilt das das Metall des Schildes auch die innere Seite der Decke widerspiegelt ist das nicht zwingend notwendig. Es wäre daher durchaus möglich das die Deckeninnenseite Gold gewesen ist. Früher wurden halt manchmal gewisse Dinge anders gesehen.
Schöne Grüße aus Rummenohl
Wolfgang Schönenberg

Lebe deinen Traum und verträum nicht dein Leben

Benutzeravatar
Gerd H.z.B.
Mitglied
Beiträge: 873
Registriert: 01.08.2013, 16:24
Wohnort: Sachsen / Böhmen
Kontaktdaten:

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Gerd H.z.B. » 19.01.2018, 12:22

Noch ein kleiner Hinweis zu den Metallen. Weiß und Silber ist ein und das selbe, genau so wie Gelb und Gold. Da wird kein Unterschied gemacht. In der Blasonierung wird daher aus heutiger Sicht nur noch die Bezeichnung Silber bzw. Gold verwendet.
Mit Grüssen Gerd
Bild

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4301
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Wappen v. Freyhold

Beitragvon Joachim v. Roy » 19.01.2018, 12:58

Nach Maßgabe des „Adelslexikons“ (Bd. III [1975], S. 374-375) wurde die vom preußischen Justiz-
ministerium 1920 genehmigte Namensform „v. Freyhold-Hünecken“ am 23. Febr. 1 9 2 6 - für den Major a.D. ALEXANDER v. FREYHOLD, Erben des v. Hünecken'schen Gutes Dedeleben im Kreis Oschersleben – adelsrechtlich nicht beanstandet. Von einer Modifizierung des Familienwappens (in Silber ein mit drei
s i l b e r n e n Sternen belegter roter Schräg r e c h t s balken) ist hier keine Rede.

MfG

v.Freyhold
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 28.11.2008, 12:55

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon v.Freyhold » 19.01.2018, 13:28

Joachim v. Roy hat geschrieben:Von einer Modifizierung des Familienwappens (in Silber ein mit drei
s i l b e r n e n Sternen belegter roter Schräg r e c h t s balken) ist hier keine Rede.


Ich verstehe. Das war auch nur eine reine Vermutung von mir. Schon etwas seltsam, wie aus einem weißen/silbernen Flug ein schwarzer werden konnte, und aus einem Schräglinks- ein Schrägrechtsbalken.

Die "Siebmacher"-Blasonierung vom 1886 ist aber auch verwendbar, oder?

Hab heute mal nach Helmdecken geschaut im Netz, mir gefällt persönlich glaube ich diese Version am besten:

Bild

Diese Darstellung ist m.E. nicht so "verspielt" wie die Siebmacher-Darstellung, aber trotzdem dekorativ. Wenn ich die am Computer nachzeichne, könnte ich sie zudem ggfs. noch einen ganz kleinen Tick schlichter machen.

Was Licht und Schatten angeht: ist es nur so, dass der Helm keinen Schlagschatten auf den Schild werfen sollte, oder gilt dies auch für die Farbverläufe der anderen Elemente?


EDIT:

Hier mal ein erster Entwurf einer Helmdecke. Beim Zusammensetzen des Bildes am Schluss habe ich gemerkt, dass die Helmdecke vielleicht innen etwas zu dunkel ist gegenüber dem Helm, aber das kann man noch problemlos abändern.

Bild

Wie sieht es aus mit den Proportionen? Muss da noch etwas kleiner oder größer im Verhältnis zu den anderen Elementen?

Der Arm wird wohl etwas kniffliger werden, ich hab schon geschaut nach Fotos von einem gebeugten Arm einer Ritterrüstung um daraus eine Zeichnung zu erstellen, aber hab noch nix passendes gefunden.

Benutzeravatar
Duppauer1
Mitglied
Beiträge: 510
Registriert: 13.01.2013, 00:10

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon Duppauer1 » 20.01.2018, 03:06

Hallo Herr v. Freyhold,

ich komme leider erst jetzt dazu, diesen z.T. auch älteren, Thread/Faden zu lesen.

Wenn ich es richtig verstanden habe suchen Sie nach dem historischen Wappen Ihrer Familie.

Die Frage nach der Farbgebung/Kolorierung Ihres Familienwappens scheint ja beantwortet.

Nur scheint für Sie die Frage zu sein, welches die richtige Darstellung Ihres Wappens ist.
Kommen wir nun erstmal zu den Schrägbalken.
Ist im Blason, also der Wappenbeschreibung, ein Schrägbalken erwähnt handelt es sich immer um einen Schräg (rechts) Balken, aber man kann diesen auch gleich als Schräg (rechts) Balken benennen um Verwirrungen vorzubeugen. Andere Abweichungen müssen gesondert blasoniert werden, z.B. Schräg (links) Balken usw.

Nun kommt es im Laufe der Jahre zu Übermittlungsfehler bei der Blasonierung oder bei der grafischen Darstellung. Dies scheint bei Ihnen auch der Fall zu sein. Sie wissen jetzt nicht ob es sich beim ursprünglichen Wappen (=Stammwappen) um einen Schrägbalken oder einen Schräg(links) Balken im Schild gehandelt hat, zumal es auch in den verschiedenen Werken, verschiedene Darstellungen/Blasonierungen gibt. Und der Siebmacher ist nicht fehlerfrei!

Ebenso verhält es sich mit dem Flug.

Bitte korrigieren Sie mich wenn ich was falsch verstanden habe!

Im Übrigen, ist Ihr Wappen aus heraldischer Sicht im Blason des GGT richtig dargestellt auch die übrigen Darstellungen mit den Straußenfedern sind heraldisch auch nicht zu beanstanden.
Und welcher Wappenaufriss letztendlich bei Ihnen zu Hause an der Wand hängt, oder welchen Sie z.B. auf Ihrem Briefkopf o.ä. verwenden bleibt Ihnen überlassen!
Nur hier einmal ein Beispiel des Wappens Reuter, siehe unter Wappenaufrisse.
http://www.frank-reuther.de/

Sie haben geschrieben
Ich habe heute hier vor Ort in der Bibliothek ein wenig zu unserem Wappen recherchiert, und beschlossen, mich von jetzt an nach "J. Siebmacher's Großes Wappenbuch Band 15", Nürnberg 1886 zu richten, in der Nachdruck-Version von 1981, Neustadt/Aisch, mit der dortigen Blasonierung auf S. 73 oben rechts:

[...] S c h i l d: W. mit r. mit 3 g. Sternen belegten Schräglinksbalken.
H e l m: Inmitten eines offenen Fluges ein ein blankes Schwert haltender geharnischter Arm.
Decken: r. und w.


Ich würde Ihnen von dieser Darstellung abraten, da es bei späteren Generationen zu weiteren Verwirrungen führen könnte.

Sie haben erwähnt das es einen Eintrag im GGT Bd. 1928, Alter Adel, Briefadel, sowie im "Adelslexikon" GHdA gibt.
Ich würde mich zur Zeit an die dort genannte Wappenbeschreibung halten, solang es keinen eindeutigen anderen Beweis gibt!
Sie sind ja der Meinung das es sich bei der Eintragung /Blasonierung im GGT 1928/1942 um eine Einsendung eines Mitgliedes des Zweiges Freyhold-Hünecken an das GGT handelt und dieser entweder eine Fehler oder eine Wappenbesserung enthalten könnte.
Warum dann nicht beim Deutschen Adelsarchiv/Deutschen Adelsrechtsausschuss nachfragen wie sich die Sachlage verhält, wie der Eintrag im GGT zustande kam, ob auf Antrag eines Familienmitgliedes o.ä.
Oder wie es sich mit der nicht Beanstandung des Adels in Preußen verhält.
Hier evtl. preußisches allg. Landrecht, 44 Jahres Reglung?
Der Deutsche Adelsrechtsausschuss ist ja praktisch die Spruchkammer des deutschen Adels und für die Eintragungen im GGT sowie im GHdA mit verantwortlich.
http://www.adelsrecht.de/Login/Links/aufgaben.html
Gleichzeitig kann man ja auch auf die Eintragungen im Siebmacher hinweisen die eine andere Darstellung des Schrägbalkens zeigen.

Es gibt anhand des GGT Bd, 1928 zwei Möglichleiten zu welchem Adel Ihre Familie gehörte.

1. Zum Alten Adel
http://www.adelsrecht.de/Lexikon/A/Alte ... _adel.html

2.Zum Briefadel
http://www.adelsrecht.de/Lexikon/B/Brie ... fadel.html

Ich nehme mal an das Ihre Familie zum Alten Adel (der Begriff wird heute nicht mehr verwendet) gehörte der in Preußen nicht beanstandet wurde.
Würde Sie zum Briefadel gehören, müsste ein Verleihungsdatum bekannt sein und ein Adelsbrief vorliegen! Beides kann natürlich auch verloren gegangen sein!
Läge ein Adelsbrief vor, hätten Sie Glück, denn dort wird das Wappen genau beschrieben und was in dieser Wappenbeschreibung steht das ist verbindlich und nichts anderes!
Es sei denn das durch einen Souverän oder dessen nachgeordneten Behörden aus verschiedenen Gründen eine Wappenbesserung für Ihre Familie vorgenommen wurde. Aber auch diese müsste dokumentiert sein.

Letztendlich könnte zur der Frage des Wappens der Deutsche Adelsrechtsausschuss zur Klärung beitragen.
Hoffentlich sind durch die Kriegswirren nicht die Unterlagen verloren gegangen.

Also viel Glück

MfG
Dieter

P.S.
Wurde denn auch schon mal nach Siegeln auf Urkunden usw. geforscht, kann es denn damit zusammen- hängen das ein Siegel spielverkehrt dargestellt wurde und deshalb der Schrägbalken in der Blasonierung falsch benannt wurde?

v.Freyhold
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 28.11.2008, 12:55

Re: Kolorierung Familienwappen

Beitragvon v.Freyhold » 20.01.2018, 14:32

Hallo,

die Herkunft unseres Adelsnamens ist etwas knifflig. Der gegenwärtige Stand unserer Forschung ist derjenige, dass alle heute noch existierenden Linien zurück zu führen sind auf Hans Heinrich Theodor Johann Friedrich von Freyhold, welcher wahrscheinlich 1722 in Moskau geboren ist. Er war demnach der Sohn deutscher Einwanderer, eines Eckart Philipp Freyhold (sic!) und einer gewissen Charlotte Aurora Sauerbrey von Sauerburg, welche den Quellen nach aus hamburgischem Reichsadel stammte (Nobilitierung ihres Großvaters, Hans-Peter Sauerbrey, am 13.08.1672, Oberstwachtmeister der Stadt Hambug) sowie mütterlicherseits aus einer adligen Gutsbesitzerfamilie und dem bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgbaren Goslarer Ratsgeschlecht derer von Uslar. Wahrscheinlich ist die Annahme erlaubt, dass die beiden nach Russland gegangen sind, weil die Eltern von Charlotte Aurora gegen die Verbindung mit einem zu jener Zeit noch "Bürgerlichen" waren. Heute noch lebende Familienmitglieder der Sauerbrey von Sauerburg sind mir nicht bekannt, bei denen man nähere Informationen einholen könnte.

Jedenfalls, Hans Heinrich von Freyhold, unser aller Stammvater, hat wohl in der kaiserlich russischen Armee gedient und hierfür eine Nobilitierung erhalten. Zumal es keine Unterlagen über eine Nobilitierung der von Freyhold in den deutschen Königreichen gibt, wo diese später ansässig waren (Sachsen und Preußen). Mir ist nicht bekannt, wie es in Russland gehalten wurde mit der Verleihung von Adelswappen zusammen mit der Nobilitierung. Möglicherweise gibt es in den Militärarchiven in Moskau weitere Informationen. Ich habe bereits eine E-Mail geschrieben an eine russische Adelsgesellschaft (mit Sitz in den USA), welche möglicherweise Zugriff hat auf diese alten Archive. Auf eine Antwort warte ich noch.

Da in Preußen eine Nichtbeanstandug des Adelstitels "von Freyhold" für Hans Heinrich v.F. erfolgte, ist davon auszugehen, dass zumindest damals Unterlagen existierten, die die Zugehörigkeit zum (wenn auch russischen) Adelsstand belegen konnten. Und immerhin scheint zumindest die Tatsache, dass es in Preußen eine Nichtbeanstandung gab, 1928 noch bekannt gewesen zu sein, als der erstmalige Eintrag ins "Adelige Taschenbuch" erfolgte.

Die Form unseres Wappens mit den drei Straußenfedern ist eigentlich nur belegt für die Linie von Freyhold-Ustarbowski. Ich glaube, ich habe in irgendeiner Siebmacher-Darstellung auch ein reines Ustarbowski-Wappen gesehen welches die Straußenfedern hatte aber einen ganz anderen Schild (aus der Erinnerung glaube ich, mit einem W-förmigen Balken im Schild). Möglicherweise ist das Wappen der von Freyhold-Ustarbowski-Linie hervorgegangen aus einer Kombination der beiden ursprünglichen Wappen.

Was jetzt meinen Entwurf für das Wappen angeht - es wäre natürlich das beste, wirklich "DIE eine" historisch korrekte Wappendarstellung zu finden. Schließlich ist es eine Menge Arbeit, soetwas am Computer zu erstellen, und es wäre ja witzlos, wenn es am Ende nicht historisch korrekt wäre (die Details zur Frage einer heraldisch korrekten Darstellung sind ja hier im Forum von den "Experten" zu erfragen). Die eigentliche Farbgebung ist am Computer eigentlich sehr schnell beliebig veränderbar. Die verschiedenen Varianten (schwarzer oder silberner Flug - Schrägrechts- oder Schräglinks-Balken, goldene oder silberne Sterne etc.) können mit ein paar Mausklicks jeweils angepast werden.

Rein aus Gründen der farblichen Ästhetik neige ich momentan zu einer Darstellung in rot-silber-gold, wie in dem oben geposteten Entwurf. Aber wenn die Informationen im Siebmacher von 1886 de facto falsch sind, dann hab ich auch kein Problem damit, andere Farben zu verwenden.


Viele Grüsse,

G. von Freyhold.


Zurück zu „Heraldik-Forum“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste

cron