Behrensdorf - Wappen

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Kuma
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Behrensdorf - Wappen

Beitrag von Kuma » 03.11.2007, 01:25

Hallo!

Zunächst einmal möchte ich sagen, daß ich das Forum hier sehr informativ finde!

Nachdem ich hier gelesen habe, daß es sehr viel Wappenschwindel gibt, würde ich doch sehr gerne etwas über ein Wappen erfahren, das ich habe. Hauptsächlich natürlich, ob es echt ist.
Ein Verwandter von mir hat es angeblich aus einem Hamburger Archiv.
Leider kann ich meine direkten Vorfahren nur bis 1799 zurückverfolgen, weiß also noch nicht mal 100%ig, ob ich berechtigt bin, es zu führen.
Besagt der Text darunter, daß der Wappenstifter eben jener "Bürger und Capitän" war? Stammt es (sollte es echt sein) also aus dem 18. Jahrhundert?

Ich wäre sehr froh, wenn mir einige der Kundigen hier helfen könnten und hänge es mal an:

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A.Jacob
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Beitrag von A.Jacob » 03.11.2007, 09:19

Nach dem Siebmacher Bürgerliche Abtl.5 Seite 72 und dem Siebmacher Band G, Hamburgische Wappenrolle, wir dieses Wappen der Familie Bernstorff zugeordnet. Johann Christoph Bernstorff war BürgerKapitän in Hamburg und starb am 15.Mai 1793.


Die Farben des Fluges, sind in der Hamburgischen Wappenrolle nicht Rot-Silber und Silber-Rot, sondern Silber-Rot und Rot-Silber.
Auch tritt hier ein anderer Name auf. Johann Christian Bernstorff und nicht Johann Christoph Bernstorff.
Mit freundlichen Grüßen

http://www.wappenkunst.de

Kuma
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Beitrag von Kuma » 03.11.2007, 18:13

Danke für die Antwort, A. Jacob!

Aber was heißt denn das jetzt für mich...? Bedeutet das, daß der Name von "Bernstorff" in "Behrensdorf" geändert wurde?
In einem anderen Wappenbuch hab ich nämlich tatsächlich unter "Bernstorff" auch dieses Wappen gefunden, nur mit einem schräggelegten Schild.
Woran hält man sich denn da jetzt? Oder wurde es einfach durch einen Fehler der falschen Familie zugeordnet?
Und warum die Verkehrung der Farben im Flug? Soll damit eine Zweigfamilie abgegrenzt werden? (Fragen über Fragen...)

Bei den "Bernstorffs" gibt´s doch auch eine adlige Familie. Haben die auch das Wappen? Ich weiß, daß die auch die beiden Vornamen, die in meiner Familie immer wieder auftauchen, ständig benutzen. Einer davon ist Johannes (oder halt Johann).

Und weiß vielleicht jemand, was diese Krone auf der Helmzier, also hier dem Bären, bedeutet?

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 03.11.2007, 18:47

Zur Information

Das Stammwappen der mecklenburgischen Uradelsfamilie v. BERNSTORFF zeigt seit dem 14. Jahrhundert in Rot
einen silbernen Wellenbalken, aus dem drei grüne Teichrosenblätter wachsen, vgl. http://www.vonbernstorff.net/

Freundliche Grüße vom Rhein

Kuma
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Beitrag von Kuma » 03.11.2007, 19:00

Danke, Joachim v. Roy.

Also gibt´s da auch noch ne bürgerliche Bernstorff-Familie, die mit denen scheinbar nix zu tun hat.

Jetzt wüßte ich nur gern, ob diese bürgerlichen Bernstorffs direkt was mit Behrensdorf zu tun haben... Wie soll ich sonst das Wappen deuten, das hier mit einem anderen Namen versehen ist und vertauschte Farben im Flug hat?

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A.Jacob
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Beitrag von A.Jacob » 03.11.2007, 19:49

Wie soll ich sonst das Wappen deuten, das hier mit einem anderen Namen versehen ist und vertauschte Farben im Flug hat?
Hier hilft nun nur Forschen weiter, ob zwischen 1793 und 1799 evtl. eine Namensänderung nachweisbar ist.
Warum die Farben im Flug vertauscht sind kann ich nicht sagen, evtl. kam dies durch die grafische Umsetzung des Blasons.
Mit freundlichen Grüßen

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Kuma
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Beitrag von Kuma » 04.11.2007, 01:52

Hier hilft nun nur Forschen weiter, ob zwischen 1793 und 1799 evtl. eine Namensänderung nachweisbar ist.
OK, so abwegig ist die Idee also nicht?
Warum die Farben im Flug vertauscht sind kann ich nicht sagen, evtl. kam dies durch die grafische Umsetzung des Blasons.
Auch hier: Dann muß ich nicht davon ausgehen, daß hier ein Wappenschwindel passiert ist? In einem anderen Thread stand, daß oft bei einem existierenden Wappen Kleinigkeiten geändert wurden, und dieses leicht geänderte Wappen dann einer namensgleichen Familie als IHR Wappen verkauft wurde.

Noch mal vielen Dank für all die Antworten! :)

Kuma
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Beitrag von Kuma » 04.11.2007, 22:54

Also, ich habe noch mal in dem Wappenbuch nachgesehen, das ich habe.
Es ist von Ottfried Neubecker und heißt "Großes Wappen Bilder Lexikon".

Da ist dieses Wappen auch unter "Bernstorff" abgebildet und die Farben des Fluges sind nicht vertauscht, sondern so wie auf dem von mir hochgeladenen Bild.
Die Frage ist dann, welche Farbgebung richtig ist?


Außerdem habe ich mich über die Namen der Adelsfamilie "von Bernstorff"schlaugemacht. Es würde mich sehr wundern, wenn meine Familie mit denen gar nichts zu tun hätte, denn die heißen auch dauernd "Johann" (bzw. Johannes) und "Andreas" mit Vornamen, genau wie all meine männlichen Vorfahren.
Das kann doch kaum ein Zufall sein??

Könnte sich eine nicht-adelige Linie, die dann nur "Bernstorff" hieß, abgespalten haben? Vielleicht hat sie den Adel verloren, weil es in der Ahnenreihe eine FRAU mit dem Namen gab (also eine unverheiratete, die den Namen an die Kinder weitergab), die dann "Bastarde" in die Welt setzte?
Wie findet man so etwas bloß raus?

S. Heinz
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Beitrag von S. Heinz » 04.11.2007, 23:02

Die Vornamen können nur schwerlich als Verwandschaftsindiz verwendet werden, da einige Namen zu bestimmten Zeiten (wie heute auch) sehr modern waren und dem entsprechend oft auftauchten.

In meiner Ahnenreihe gibt es auch jede Menge Johanns, aber ebenso in fast allen anderen nicht-verwandten Heinz-Linien, die ich kenne.
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Kuma
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Beitrag von Kuma » 04.11.2007, 23:03

Klar, mich wundert nur einfach die Kombination der beiden Namen.

S. Heinz
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Beitrag von S. Heinz » 04.11.2007, 23:07

Nunja, denkt man sich mal die vielen heutzutage genutzten Namen weg, ist die Auswahl zu damaligen Zeiten an Vornamen nicht sooo umfassend, wodurch sich sehr schnell Namensgleichheiten finden lassen.
Ich habe dadurch in meinen Nachforschungen schon ziemlich oft fluchen müssen, ist einfach manchmal sehr verwirrend.

Hinzu kommt, dass oft die Namen verstorbener Kinder gleich am nächsten neu ausprobiert wurden und, ähnlich wie in anderen Ländern heute noch, Vornamen sehr oft "weitergereicht" wurden, also sehr häufig auftauchen können.

Ganz schlimm sind Fälle mit 3 Vornamen, die (jedenfalls bei meinen Ahnen) alle 3, eben nur in anderer Reihenfolge vergeben wurden. Und wenn dann auch noch irgendein Beamter da was dreht, weil vielleicht der Rufname vorangestellt wird ist das Chaos komplett :)

Naja egal, wir schweifen von dem Wappen ab....
Zuletzt geändert von S. Heinz am 04.11.2007, 23:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Kuma
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Beitrag von Kuma » 04.11.2007, 23:11

Das ist klar, wenn man da nur Leute mit dem gleichen Namen hat und nie einordnen kann, wer jetzt wer ist und sich plötzlich wundert, wie ein Mensch über 100 Jahre leben konnte. :wink:

Wie haben Sie denn nachgeforscht? Ich hab nicht mal einen Ansatz, wo ich da forschen könnte. Die Familie ist leider nicht seit Generationen am selben Ort ansässig, also wüßte ich nicht, in welchen Kirchenbüchern etc. ich nachgucken könnte.

S. Heinz
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Beitrag von S. Heinz » 04.11.2007, 23:16

Ich bin zwar kein Experte, aber ich habe damit angefangen, alles an Unterlagen meiner Eltern und Großeltern zu sichten, vor allem AHNENPÄSSE.

Und an den Daten kann man sich dann weiterhangeln. Am Geburtsort der Großeltern nach Kirchenbüchern /Standesamtunterlagen, deren Eltern suchen usw.

Wenn man Glück hat ist ein Ahnenbuch gut genug geführt um einen ganzen Haufen Ahnen herauszufinden. Diese Daten kann man dan bequem "abgrasen", meint die entsprechenden offiziellen Bücher einzusehen und dort auch nach weiteren bislang unbekannten Verwandten zu schauen.
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countrytrucker8
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Beitrag von countrytrucker8 » 04.11.2007, 23:18

Wo ist der letzte Vorfahre von dir eindeutig auszumachen? Glaub mir so sehr weit liegen die selten auseinander, ich meine Raummäßig. Welches ist denn der letzte Kirchenbuch - eintrag?
Wolfgang Schönenberg

https://www. DIY-Heimwerken.de.de. :idea:
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Kuma
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Beitrag von Kuma » 04.11.2007, 23:52

Danke, S.Heinz.
Ist aber leider sehr schwierig, weil wir an eigenen Unterlagen wirklich kaum was haben. Mein Großvater war leider ein ziemlicher Sonderling, der uns NICHTS über die Familie erzählt hat. Erst jetzt, nach seinem Tod, habe ich per Internet Verwandte von mir ausmachen können, von denen ich nichts wußte, die mir mal etwas erzählen konnten und selbst forschten. Mein Großvater hatte sogar Kontakt zu denen, aber uns hat der alles verschwiegen. Wir wußte nicht mal, daß er ein Waisenkind war... er hatte wohl nen Knacks von der Waisenhauszeit und deswegen irgendwie ein krankes Verhältnis zur Familie.
Diese Verwandten haben es ja auch schon bis 1799 rausgefunden, aber da kommen sie nicht weiter.

@ countrytrucker8: Das ist bei uns leider raummäßig doch ganz schön viel. Mein Großvater kam aus der Nähe von Hannover, aber die Vorfahren aus Ostpreußen... und auch da kommen sie angeblich nicht originär her.
Es waren viele Soldaten in der Familie, und die sind wohl auch öfter versetzt worden.
Kirchenbucheinträge hab ich direkt nicht... da müßte ich in Ostpreußen suchen, und das ist leider leider nicht mehr Deutschland und deswegen ziemlich kompliziert...

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