Immatrikulation

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Gast

Immatrikulation

Beitrag von Gast » 03.02.2005, 13:05

Verehrte Herren Pfeiffer, Waas und Billet,vielleicht könnten Sie mir in einer Frage helfen, welche mich seit langem beschäftig, im Jahre 1505 erhielt mein Urahn die Aufnahme in die polnische Szlachta und damit auch das Recht in Polen das Wappen Ciolek zu führen und das Recht sich Nobilis bzw. Pan nennen zu dürfen, allerdings ist mir etwas an dem Adelsdiplom aufgefallen, denn er wurde mit Prädikat benannt, was in Polen recht unüblich ist...eine Vermutung von einem Bekannten war, dass er eventuell als ungarischer Ritter (ungarisches Prädikat) mit König Aleksander Jag. nach Polen kam und sich dort niederlies, allerdings nur für kurze Zeit, nach den Aufzeichnungen meiner Familie bzw. der Staatsarchive Polens und Prags lies er sich in Oberschlesien nieder, genauer in Teschen. Dort galt er allerdings nicht mehr als Nobilis trotz der engen Beziehung zum damaligen Herzoglichen Familie, da das Herzogtum damals Österreich unterstand, nun zu meiner Frage, wie konnte es möglich sein, dass trotz der damaligen politischen Lage es nicht möglich war in Ö-Schlesien die gleiche Rechte beanspruchen zu können wie in Polen und Ungarn?Vielleicht noch ein paar Hinweise, meine Familie besetzte damals einige hohe Ämter in Oberschlesien und erhielten, bzw. zwei Zweige der Familie, den böhmischen Adellstand.Ich hoffe Sie können mir helfen.Mit freundlichen GrussR. K.

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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 03.02.2005, 13:17

@ Werter Gast.. :lol:...hier muß ich für meinen Teil passen ! :oops:Nachforschungen dieser Art sprengen meinen Rahmen der hier im Forum üblichen Auskünfte.sorry ! :lol:
www.Wappen-Billet.de
M.d.WL.
M.d.MWH.

Gast

Beitrag von Gast » 03.02.2005, 21:02


Friedhard Pfeiffer

Immatrikulation

Beitrag von Friedhard Pfeiffer » 03.02.2005, 23:39

Hallo,mit der Aufnahme in die Szlachta war in Polen die Vertretung im Reichstag und die Berechtigung zur Königswahl verbunden. Meist war Grundbesitz die Voraussetzung.In Deutschland hingegen trat neben den altgermanischen Geburtsadel der Dienstadel, aus dem sich der Ritterstand bildete. Dieser bildete teils die reichsunmittelbare Ritterschaft, teils landsässigen Adel. Dagegen entstand aus edelfreien Geschlechtern der hohe Adel, dessen wesentlichtes Merkmal Sitz und Stimme auf dem Reichstag waren. Hinzu kam noch der sog. Briefadel.Sie mögen daraus ersehen, dass zwischen Adel in Polen gegenüber den verschiedenen Adelsformen auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches grundsätzliche Unterschiede bestanden, die eine Beantwortung einer - noch dazu allgemeinen - Frage dahingehend, warum einer bestimmte Rechte in Polen hatte, während diese ihm nicht in anderen Landen "anerkannt" wurden, nicht ermöglicht.Dazu wären also schon Details erforderlich.Mit freundlichen GrüßenFriedhard Pfeiffer

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M. Waas
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Beitrag von M. Waas » 04.02.2005, 07:07

Wenn man den Wohnsitz wechselte und in ein anderes Land zog, dann mußte man sich meist neu matrikulieren lassen. Natürlich galt das nicht für den bekannten Hochadel.Selbst innerhalb Österreichs gab es verschiedene Gruppen (Böhmen, Tirol, Ungarn), die nicht überall im Habsburger Reich anerkannt wurden, bzw. wo der Adel immer wieder aufs Neue bestätigt werden mußte.Viele verzichteten auf diese Neumatrikulation, da sie oft mit vielen Schwierigkeiten, monetärer und bürokratischer Art, verbunden war.Bis zum Ende des alten Reichs wurde alles auch nicht besonders wichtig genommen.

Gast

Beitrag von Gast » 05.02.2005, 14:32

Verehrte Herren Billet, Pfeiffer und Waas,vielen Dank für Ihre Ausführungen, vor allem für Ihre Hilfe, nun der Unterschied zwischen der Szlachta und dem "Adel deutscher Nation", war mir soweit schon bekannt, nur leider kann ich nach wie vor nicht nachvollziehen, warum der Adel aus den damalig führenden Ländern wie Polen-Litauen und Ungarn (15-16 Jhrdt)( die poln. Könige waren zugleich Könige von Ungarn und Böhmen) nicht auch in anderen anerkannt wurde, denn wenn man sich z.B. die Czartoryskis anschaut, welche keinerlei Titel in Polen trugen "ohne" weiteres die Möglichkeit besaßen sich "frei" zu bewegen, sprich sogar die Würde des Fürstentitels erhielten, obwohl sie damals ebenfalls nicht immatrikuliert waren?! Oder die Leszczynskis, welche ebenfalls erst mit Zygmunt den Ersten nach Polen kamen?@Herr Pfeiffer, welche Details würden denn helfen?Mit freundlichen GrussR.K.

Friedhard Pfeiffer

Beitrag von Friedhard Pfeiffer » 06.02.2005, 03:29

Hallo,Czartoryski gab es drei (verschiedene), 1 x mit Wappengemeinschaft Lubicz, 1 x mit Wappengemeinschft Pogon - sie wurden 1785 erbländisch-österreichichisch als Fürsten anerkannt -, 1 x mit Wappengemeinschft Stary.Leszczynski gab es sieben (verschiedene), 1 x Wappeng. Abdank - 1782 im Grafenstand in das galizische Adelsmatrikel eingetragen -, 1 x Wg. Belina, 1 x Wg. Jastrzebiec, 1 x Wg. Korczak - sie wurden 1782 in das galizische Adelsmatrikel eingetragen -, 1 x Wg. Radwan, 1 x Wg. Sas - 1782, 1783, 1828 und 1834 in das galizische Adelsmatrikel eingetragen -, 1 x Wg. WieniawaZygmuntowski gehörten zur Wappengemeinschaft Prawdzic. Sie wurden 1782 in das galizische Adelsmatrikel eingetragen.Mit freundlichen GrüßenFriedhard Pfeiffer

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