Prag 1648

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Gerd
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Prag 1648

Beitrag von Gerd » 23.11.2022, 14:19

Engel von Engelsfluss

Servatius Engel wurde am 20. Oktober 1651 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Engelsfluss“ in den böhmischen Adelsstand erhoben.

Servatius d.J. Engel von Engelsfluss wurde am 16. Dezember 1658 durch Kaiser Leopold I. in den böhmischen Ritterstand erhoben.

Servatius d.J. Engel von Engelsfluss wurde am 5. Februar 1662 durch Kaiser Leopold I. in den alten Reichsritterstand mit Bestätigung des Wappens erhoben.

Servatius d.J. Engel von Engelsfluss wurde am 1. Juni 1663 durch Kaiser Leopold I. der alte Reichsritterstand auf die böhmischen Lande ausgedehnt.

Servatius d.J. Engel von Engelsfluss wurde am 27. Juli 1667 durch Kaiser Leopold I. in den alten Panier- und Freiherrenstand des Heiligen Römischen Reiches mit dem Ehrenwort „Wohlgeboren“ und Besserung des Wappens erhoben.

Servatius d.J. Engel von Engelsfluss wurde am 31. Juli 1670 durch Kaiser Leopold I. der alte Panier- und Freiherrenstand des Heiligen Römischen Reiches mit den Ehrenwörtern „Freiherr“ und „Wohlgeboren“ in den böhmischen Panier- und Freiherrenstand erweitert.

Stammvater der Familie war Servatius Engel (1580-1658) der ursprünglich aus dem niederländischen Maastricht stammt. Noch in den Niederlanden heiratete er Maria Theresia von Guttenberg mit der er den Sohn Servatius d.J. (1605-1676) hatte. Servatius Engel arbeitete im brabantischen Tonger als Gerber und zog von dort um 1630 mit der gesamten Familie nach Prag. Aus seiner Heimat brachte er das Geheimnis der Herstellung von hartem Leder mit, wodurch er sehr reich wurde. 1635 kaufte er seine eigene Gerberei in Kampa (ein Teil der Prager Kleinseite an der Moldau) und 1638 auch das Haus „Bei den goldenen Rosen“ in der Nähe der Karlsbrücke. Als die schwedischen Truppen unter General Königsmarck 1648 die Prager Kleinseite überfielen und besetzten, verschanzte er sich in seinem Haus und wehrte sich mehrere Stunden lang gegen den schwedischen Ansturm. Dann zog er mit seiner Familie in die Prager Altstadt und trat zusammen mit seinem Sohn in die Reihen der bürgerlichen Einheiten ein. Sein Sohn Servatius d.J. ließ sich in der Prager Neustadt nieder, wo er mit seiner ersten Frau Katharina Ludovika, geb. von Rettinger (+1660), das Haus Nr. 1044 besaß. 1662 heiratete er Anna Salomena, Tochter des Bürgermeisters Nikolaus Franz Turek von Sturmfeld und Rosenthal. Wie sein Vater war er in der Gerberei tätig und das ihm gewährte Monopol zur Herstellung von Sohlen brachte im große Gewinne ein. 1655 konnte er es sich sogar leisten von Wratislaw Friedrich und Wenzel den Brüdern Wratislaw von Mitrowitz für 50.000 Goldstücke das verwüstete Gut Mnischek (Mníšek pod Brdy) zu kaufen, zu dem er später noch die Güter Tschisowitz (Čišovice) 1666, Korkin (Korkyně) 1670, Maltschan (Malčany) 1670 und Nebillau (Nebílovy) 1673 erwarb. In Mnischek baute er ein neues Schloss, aus dem er im Jahr 1665 mit Erlaubnis des Landesherren einen Familienfideikommiss gründete. Er stellte die Wasserversorgung in Mnischek selbst wieder her, baute auf dem Gut eine neue Gerberei und eine Reihe von Gaststätten. Gleichzeitig stieg er recht schnell in den Adelsrängen auf. Er war auch Ritter vom heiligen Grab und wurde nach seinem Tod 1676 in der Kirche St. Salvator im Clementinum beigesetzt. Sein ältester Sohn Servatius Ignaz (+1704) erbte das Gut Mnischek und verstarb kinderlos. Der Sohn seines Bruders Johann Franz (+1701), Ignatz (1683-1743), Statthalter der Region Beraun, k.k. Rath und Rath des Hof- und Kammergerichts, erbte das Fideikommiss. Er war das letzte männliche Familienmitglied, da sein Sohn Adam Johann (1716-1732) bereits verstorben war. Das Fideikommiss ging an die Familie seiner Schwester Maria Victoria, eine verheiratete Freiin von Unwerth über. Diese Familie wurde 1764 in den Grafenstand erhoben und erlosch 1827 mit Graf Ignaz. Danach entstand ein 12jähriger Erbstreit während dem das Fideikommiss durch Beamte des böhmischen Landgerichts verwaltet wurde. Erst 1838 wurde es der Nichte des Grafen Ignaz von Unwerth, Maria Anna Gräfin Kager von Stampach, verheiratete Gräfin Pachta von Rajova (1772-1847), zugeschrieben. Nach ihrem Tod ging es an die älteste Tochter Emanuela (1797-1885) die nie heiratete. Somit erbte es die zweitgeborene Tochter Ludmila, verheiratete Freiin Schirndinger von Schirnding (1798-1895). Sie verzichtete jedoch zugunsten ihres Sohnes Karl (+1909), der den Nachlass per Gerichtsbeschluss vom Dezember 1886 erhielt. Da er keine Nachkommen hatte ging das Fideikommiss an die nächsten Verwandten der Familie Engel von Engelsfluss, die Freiherren Kast von Ebelsberg. Der erste Großgrundbesitzer dieser Familie , Maria Theoderich (1858-1931), war der Enkel von Karolina Freiin Dobrzenský von Dobrzenitz, geb. Gräfin Pachta von Rajova (1802-1877), jüngere Schwester der vorgenannten Emanuela und Ludmila.

Blason des Wappens von 1651 wie eingetragen:

Nemblich einen quartirten Schildt, dessen hintere untere undt fordere obere Theil weis oder silberfarb und in jedem ein schwarz oder kohlfarber halber Adler, der untere zur linkhen, der obere aber zur rechten Handt sehendt, mit ausgeschwungenen Flügeln, offenem Schnabel, roth ausgeschlagener Zungen und einer guldenen Cron geziehret. Der hindter obere undt forde untere Theil ist roth oder rubinfarb und durch die Mitte derselben nach der Zwerch gehetem Stamb- oder Wasserfluß, über welchen ein höltzerne Pruekhen. Ob diesem Schildt stehet ein freier offener Turniershelmb, zuer rechten mit roth oder rubin-, zur linkhen aber schwarz oder kohl undt weiß oder silberfarben Helmbdekhen, und einer königlichen Kron geziehret, auf welcher bis auf die Knie erscheinet im Weißbekleidter Engl, umb die Mitte mit einer rothen Binden umbwunden, seine beyde Flügeln zurückh nebeneinander aufschwingendt, auf dem Haupt eine eiserne Sturmbhauben habendt, in der Rechten ein blosses zweischneidiges, zum Streich geschiktes Schwerdt, in der linkhen ein eissernen Schildt haltendt.

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Blason des Wappens von 1658 wie eingetragen:

Mit Nahmben einen quartierten Schildt, dessen hinter unter und forder obere Veldung gelb- oder goldtfarb, in dern jeder ain schwartz- oder kholfarber uber sich gekherter Spiekhl und darinen drey goldtfarbe Stern. Daß hinter obere und forder untere Theil aber roth- oder rubinfarb, in welchen beeden ein Fluß oder Wasserstromb nach der Zwerch und darüber eine Brukhen. Auf dem Creitz oder Mitte der Quartierung aber ein gelb- oder goldtfarbes Schildtl und darinen ein schwartzer einfacher Adler mit außgeschwungenen Flüglen, offenem Schnabel, roth außgeschlagener Zungen und ainer guldenen Cron geziehret zu sehen ist. Ob disem Schildt stehen zwey freie offene ritterliche Thurniershelmb, der hintere mit schwartz oder khol- und gelb oder goldtfarben, der fordere aber roth oder rubin- und weiß oder silberfarben Helmdeckhen und jeder derselben mit einer königlich guldenen Cron geziehrt. Auf der hintern ein guldene Crantz umbgeben, darinen ein schwartzer Spiekhl aufwerts mit dreien guldenen Sternen und darob funff aufrechts gesteckhe Straussenfedern, die hintere erstew gelb, die andere schwartz, die dritte auch gelb, die vierte weiß und funffte roth erscheinen thuen. Uber der fordern Cron aber ist zue sehen ein weisser, aufrechtsstehender und fuerwerts sehender Engel biß ahn die Knie, dessen Haubt mit ainem eisernen Sturmhueth bedeckhet, die Mitte oder Lenden mit ainer rotten Binden oder Veldtzaichen umbgeben, in seiner Linckhen einen oblanglichten gelben Schildt, darinnen ein schwartzer ainfacher Adler wie drunter im Hertzschildtl, in seinem rechten außgestrekhten Armb ein zwaischneidiges Schwerdt zuem Streich geschickhet haltendt.

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Blason des Wappens von 1667 wie eingetragen:

Nemblich einen quartierten Schildt, dessen hinter unter und vord ober Veldung gelb od goldfarb, in jeder stehet aufrechts ein aufgethaner, gekrönter schwarzen einfacher, einwerts gekerter Adler mit offenen Schnabel, roth auschlagender Zungen und von sich spreizenden Fuessen. Vorter unter und hind obere Theil aber in zwey gleiche Theil uber Zwerch also underschieden, daß dessen untere weiß od silberfarb und obere schwarz ist. In welchen beeden schwarzen einwerts ein grimmiger zum Lauff geschikter gelb od goltfarber Löw mit offenen Rachen, roth außgeschlagenden Zungen und doppelten, uber sich gewundenen Schwanz d untere in seinen lingken, obere aber rechten Prankhen eine blawe brennende Feuerkugel, etwas in die Höhe, haltendt. In Mitte der Quartierung ein gekröntes roth od rubinfarbes Herzschildtel, in Mitte uber Zwerch gehet eine breite weiß oder silberfarbe Strasse od Wasserfluß. Auff dem Schildt drey gegen einander einwerts gekerte vergulte freye offene adeliche Thurniershelmb, zur lingken mit schwarz und gelben, rechten Seiten aber weiß und rother Helmdekhen und darob jeder mit einer gelb od goldfarben könig Cron geziert. Auf der hindern erscheint für sich etwas einwerts biß auf die Hüfft ein zum grüme geschickter gelber Lew mit offenen Rachen, roth außschlagend Zungen undd doppelt, uber sich gewundenen Schwanz, in seinen rechten Prankhen die unten im Schildt beschriebene blawe Fewrkugel über sich, die lingke aber unter an die Cron haltendt. Auf der rechten Cron des Helmbs aber stehet aufrechts, einwerts der unter im Schildt beschriebene gekrönte schwarze Adler mit offenen Schnabel und roth ausgeschlageden Zungen. Auf der mittern Cron aber erscheint ein weisser, mit blaw vermischt biß an die Knie aufrechts, fürwerts stehend geflügelten Engel, dessen Haubt mit einen eysenen blawlichten Sturmbhuet bedeckt, in seiner lingken Handt etwas unter sich auf die Seiten in Formb eines Brustschildts, der unter im Schildt beschriebene gekrönte Herzschildtel mit den in der Mitte über Zwerch gehenden Wasserfluß, in rechten aber uber sich ein blosses zweyschneidiges Schwerdt mit vergultem Creutz und Knopff zum Streich geschickt haltend.

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Saalbuch 63, Fol. 373v – 380v
Saalbuch 67, Fol. 266 – 274v
Saalbuch 74, Fol. 235 – 241v
Saalbuch 83, Fol. 139 – 143
AT-OeStA/AVA Adel RAA 99.8
AT-OeStA/AVA Adel RAA 99.9
AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 215.13
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Beitrag von Gerd » 24.11.2022, 18:34

Globicz von Buczina

Samuel Globicz wurde am 4. Februar 1653 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Buczina“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Johann Daniel Globicz wurde am 23. August 1662 durch Kaiser Leopold I. mit dem Prädikat „ von Buczina“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Samuel und Johann Daniel, Brüder Globicz, waren die Söhne des Rathsherren und Primators der Prager Kleinseite Balthasar Globicz, der vor 1620, wahrscheinlich von einem Pfalzgrafen, ein Wappen mit Prädikat „von Buczina“ verliehen bekam. Kurz nach der Schlacht am Weißen Berg, am 20. Februar 1621, wurde Balthasar auf Anordnung Lichtensteins im Rathaus der Prager Kleinseite inhaftiert und nach 17 Wochen freigelassen, als er vor einer Untersuchungskommission seine Unschuld bewies. 1623 wurde er von einer Kommission zur Anhörung des dritten Standes der Verschwörung gegen den Kaiser, der Unterdrückung der katholischen Religion, der Mahnung „die erzfeindlichen Türken zu rufen und in die böhmischen Gebiete zu bringen“ und zum Aufruf zum Widerstand nach der Schlacht am Weißen Berg angeklagt. Aber erneut gelang es ihm seine Unschuld zu beweisen. Außerdem wurde er von einer Geldstrafe befreit, behielt sein Vermögen und wurde kurz nach der Freilassung sogar zum Mitglied der Kommission zur Untersuchung von Schulden und Ansprüchen auf beschlagnahmte Güter für den dritten Stand der Prager Kleinseite ernannt.
Samuel Globicz (+1685) wurde Rathsherr der Prager Altstadt. Während der Belagerung durch die Schweden 1648 kämpfte er in den Reihen der Stadthauptleute und rüstete auch seine eigene Familie für den Kampf mit eigenen Mitteln aus. 1653 wird er als Landvermesser des Königreichs Böhmen genannt. 1667 wurde er zum Aufseher der Landesfestungen ernannt. Mit seiner Frau Judith (+1662) hatte er zwei Söhne. Samuel Rafael (1637-1662) war ein begabter Maler der jung in Rom verstarb. Johann Daniel (+1680) war Doktor der Medizin und Schüler des berühmten Johann Markus Marci. Zusammen mit seinem Vater kaufte er im Jahr 1667 von Siegmund Kropacz von Krymlova den Meierhof von Smichov und verstarb 1680 an der Pest.
Johann Daniel Globicz erwarb 1628 von seinem Vater ein Haus am Kleinseiter Platz. Später heiratete er Anna, die Witwe von Johann Janusch von Januschova, die als Mitgift ein Haus in der Prager Altstadt und weitere Besitztümer in die Ehe mit einbrachte. Deshalb ließ er sich in der Altstadt nieder, wo er Assistent im Büro der Altstädter Fuhrunternehmer wurde. Das Amt bekleidete er auch während der Belagerung, an deren Kämpfen er nicht direkt teilnahm, aber seine Männer auf eigene Kosten bewaffnete und zur Verteidigung der Stadtmauern schickte und die Verteidiger mit Bier, Getreide und Holz zum Bau von Blockhütten und Palisaden versorgte, obwohl sein Hof außerhalb der Stadtmauern, Weinberge, Gärten und alle Ernten verloren waren. Seine Nachkommen lebten noch im 18.Jh. In Böhmen.

Blason des Wappens von 1653 wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist blau oder lasurfarben und unten in drei gleiche Zwickel geteilt. Der mittlere ist weiß oder silberfarben und die anderen zwei rot oder rubinfarben, in jedem der Zwickel ist eine Kugel, im mittleren gelb oder goldfarben und in den anderen beiden weiß oder silberfarben, über diesen ist zu sehen im oberen Teil des Schildes mit einem zehnendigen Geweih von der Hüfte an ein halber Hirsch zur rechten Seite gerichtet mit goldenen Flügeln und goldenem Band um den Hals. Auf dem Schild ist ein offener ritterlicher Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken Seite gelb oder goldfarben und blau oder lasurfarben und auf der rechten weiß oder silberfarben und rot oder rubinfarben beidseitig herabhängend zu sehe. Darauf ist eine goldene königliche Krone mit einem nach rechts aufgerichteten halben Hirsch wie unten im Schild zu sehen.


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Blason des Wappens von 1662 wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist in zwei Felder in der Mitte quer geteilt. Das untere ist in drei Teile von unten her nach oben durch eine weiße oder silberfarbene Spitze geteilt, auf dieser ist oben auf der Spitze ein blauer oder lasurfarbener sechsspitziger Stern, in der Mitte mit einem weißen oder silberfarbenen Punkt markiert, darinn dann eine gelbe oder goldfarbene Kugel. Die anderen beiden Teile dieses Feldes sind rot oder rubinfarben und in jedem Bogen ein ähnlicher sechszackiger Stern und wieder darin eine Kugel weiß oder silberfarben. Das obere und zweite Feld des bereits beschriebenen Schildes ist durchgehend blau oder lasurfarben, von unten her ein halber Hirsch mit zwölfendigem Geweih aufgerichtet als wollte er springen in natürlicher Farbe mit gelb oder goldfarbenen aufgerichteten Flügeln, gelb oder goldfarbenen Halsband, offenen Maul und ausgestreckter roter Zunge nach rechts sehend. Auf dem Schild ist ein offener ritterlicher Turnierhelm mit seinem goldenen Kleinod und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken Seite gelb oder goldfarben und blau oder lasurfarben und auf der rechten weiß oder silberfarben und rot oder rubinfarben beidseitig herabhängend zu sehe. Darauf ist eine goldene königliche Krone mit einem nach rechts aufgerichteten halben Hirsch wie unten im Schild zu sehen.

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Saalbuch 32b, Fol. 994 – 997
Saalbuch 32b, Fol. 1077v - 1081v
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Beitrag von Gerd » 26.11.2022, 13:19

Had von Prosecz und Pellerstein

Johann Had wurde am 4. April 1556 durch Kaiser Ferdinand I. Wappen und Prädikat „von Prosecz“ verliehen.

Adalbert Augustin d.J. Had von Prosecz wurde am 20. Oktober 1649 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Prosecz und Pellerstein“ und Wappenbesserung in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Johann Had war Bürger der Prager Altstadt. Seine zahlreichen Nachkommen lebten zumeist in Prag und benutzten das ihm verliehene Wappen. Sein Sohn Felix war königlicher Prokurator und dessen Bruder Adalbert Augustin d.J. (+1665) Ratsherr der Prager Altstadt und Bierbrauer. Dieser vervielfachte den ererbten Besitz durch die Heirat mit Anna, wohlhabende Witwe des Eisenhändlers Simon Hübner von Engelsberg. Während der Belagerung der Prager Städte durch die Schweden 1648 bekleidete er die Position des Hauptmanns der 3ten Altstadtkompanie. Zuerst kämpfte er auf der Karlsbrücke, später zeichnete er sich bei den Kämpfen bei Vyschehrad und am Hohen und Pferdetor aus, wo er zweimal fast von einer Kanonenkugel getötet wurden wäre. Später, bei den Kämpfen an der Neustädter Mauer, wurde er nach der Explosion schwedischer Minen durch umherfliegende Steine so schwer verletzt , dass man ihn für tot hielt.

Blason des Wappens von 1556:

im rot und blau gespaltenen Schild ein oberhalber natürlicher feuerspeiender Drache ohne Flügel mit ausgestreckten Vorderläufen, auf dem Stechhelm mit blau-rot-silbernen Decken ein Flug, beide Flügel rot und blau gespalten

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Blason des Wappens von 1649 wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist in drei Teile geteilt, der untere Teil ist blau oder lasurfarben, das mittlere rot oder rubinfarben und das obere gelb oder goldfarben. In dem unteren ist der Teil einer kaputten Stadtmauer mit zwei Granaten oder Feuerkugeln zu sehen. Im mittleren ist ein kleiner Schild, ebenso rot oder rubinfarben, mit einem natürlichen feuerspeienden Drachen vom Kopf bis zu den Hüften mit ausgestreckten Vorderläufen und Krallen zu sehen, gegen diesen auf der vorderen und hinteren Seite ist je ein weiser oder silberfarbener Löwe mit goldener Krone auf den Hinterbeinen stehend mit rot ausgeschlagener Zunge und über sich gewundenen doppelten Schwanz, der auf der linken Seite in seiner erhobenen rechten und der auf der rechten Seite in seiner erhobenen linken Pranke eine Feuerkugel in Richtung des Drachen werfend. Im oberen Feld ist ein gekrönter zweiköpfiger schwarzer Adler mit ausgebreiteten Flügeln, auf der Brust ein grüner Lorbeerkranz und darin in gold der Letter F. mit drei Strichen, welche den Namen unseres Ferdinand des Dritten bedeuten. Auf dem Schild ist ein offener ritterlicher Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken Seite weiß oder silberfarben und rot oder rubinfarben und auf der rechten gelb oder goldfarben und schwarz oder kohlfarben auf beiden Seiten herabhängend zu sehen. Auf diesem ist eine goldene königliche Krone und darauf ein gepanzerter rechter Mannesarm eine Partisane hochhaltend zu sehen, zwischen einem Adlerflügel auf jeder Seite, der linke weis oder silberfarben und rot oder rubinfarben und der rechte gelb oder goldfarben und schwarz oder kohlfarben länglich geteilt.

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Saalbuch 32b, Fol. 923v – 929
Českomoravská heraldika – August Sedláček, Prag 1925, S. 423
Archiv hlavního města Prahy - Archivalie AMP PPL IV - 878
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Beitrag von Gerd » 27.11.2022, 12:20

Harownik von Sferin

Fabian Wenzel Harownik wurde am 10. Januar 1654 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem seinem Onkel Johann Sferin von Sferin am 23. August 1590 durch Kaiser Rudolf II. verliehenem Wappen und Prädikat „von Sferin“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Fabian Wenzel Harownik stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie der Prager Altstadt. Sein Vater Johann Adam (+1630) arbeitete dort als Buchbinder. Fabian Wenzel studierte Malerei und wurde 1635 Bürger der Prager Altstadt, wurde aber erst 1650 in die örtliche Malerzunft aufgenommen. Als 1639 Prag von den schwedischen Truppen des Generals Banér bedroht wurde, beteiligte er sich an der Verteidigung der Stadt als Furier im Unteroffiziersdienstgrad, eine Stellung die er bis 1645 im Bürgerkorps inne hatte. Während der Belagerung der Stadt 1648 bewaffnete er auf eigene Kosten zwei Malergesellen und unterstützte sie mehrere Wochen bis seine Mittel aufgebraucht waren. Außerdem ließ er eines seiner Häuser, das in der Nähe der Stadtmauer stand, niederreißen und stellte alle Hölzer und anderes Material daraus zur Verbesserung der Stadtbefestigung zur Verfügung. Am Ende des 30jährigen Krieges gehörte er zu den gefragtesten Freskenmalern. Er arbeitete unter anderem an Burgen in Nachod, Mnischek und Neustadt a.d. Mettau bevor er 1683 starb.

Blason des Wappens wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist seiner Länge nach in drei Teile oder Felder unterteilt, dessen linkes rot oder rubinfarben ist, in deren Mitte sich ein weißer oder silberfarbener Strich nach links unten befindet, das zweite und rechte Feld ist zweigeteilt, dessen unterer Teil schwarz oder kohlfarben und der obere Teil gelb oder goldfarben ist, im unteren Feld eine blaue Erdkugel auf einem Goldsockel, auf der ein aschfarbener Hahn nach rechts steht. Im mittleren Feld, das ganz blau oder lasurfarben ist, sind übereinander drei goldfarbene sechszackige Sterne. Auf dem Schild ist ein offener ritterlicher Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken Seite gelb oder goldfarben und schwarz oder kohlfarben und auf der rechten rot oder rubinfarben und weis oder silberfarben nach unten herab hängend. Auf diesem ist eine goldene königliche Krone und darauf sieht man zwei Büffelhörner nach außen gerichtet, welches auf der linken Seite rot und in der Mitte durch einen weisen Strich schräg nach links unten umwunden ist, das rechte aber ist von unten schwarz und oben gelb oder goldfarben geteilt, zwischen diesen ist der Hahn mit der Erdkugel auf der er steht wie unten im Schild.

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Saalbuch 32b, Fol. 1018v - 1023
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Beitrag von Gerd » 28.11.2022, 11:08

Hermann von Hermannsfeldt

Georg Hermann wurde am 27. Dezember 1659 durch Kaiser Leopold I. mit dem Prädikat „von Hermannsfeldt“ in den böhmischen Adelsstand erhoben.

Die Abstammung des Georg Hermann ist unbekannt. Man weiß nur dass er als junger Mann in die kaiserliche Armee eintrat und 1634 an der Schlacht bei Nördlingen teilnahm. Später kämpfte er als Matrose in der Flotte der Johanniter, die von Malta aus gegen die Türken operierte. Nach Beendigung des Militärdienstes ließ er sich in der Prager Neustadt nieder, wo er das Haus Nr. 1001 „bei den Meistern“ erwarb. Er wurde Neustädter Gemeindeältester und 1640, wohl aufgrund seiner Kriegserfahrung, zum Quartiermeister ernannt. Dieses Amt bekleidete er auch während der schwedischen Belagerung der Prager Städte 1648, als er auch als stellvertretender Leutnant einer Stadtkompanie kämpfte.

Blason des Wappens wie eingetragen:

Als mit Nahmen einen Schilt, welcher mit einer blau- oder lasurfarben Straßen – gleichsam in Formb eines über sich gekehrten Spickels, auf welcher ober am Spizen und dann an beeden Seiten herunter ein sechsspiziger gelber Stern zu sehen – in drey Theil oder Veldter zertheilet. Das untere ist roth- oder rubinfarb, auf welchen ein fürwerts zum Hieb gerichter gewafneter Armb, in der Faust ein zweyschneidiges Schwerdt mit verguldten Knopf und Kreuz haltend, zu sehen, das hintere obere Veldt ist gelb, worauf ein einfacher vorwerts gewendter, gekrönter schwarzer Adler mit beeden von sich gestreckten Krahlen, ausgebreiten Flügeln, aufgethanen Schnabel, roth ausgeschlagener Zungen sich zeiget. Das fordere Veldt ist roth oder rubinfarb, auf welchen ein rukwerts gewendter gelb oder goldfarb gekrönter Löw stehet, mit vorgeworfenen beeden Brankhen, aufgerissenen Rachen und roth ausgeschlagener Zunge. Ob solchen Schildt stehet ein freyer ofener adelicher Turniershelmb mit seinen Kleinodt und auf der linkhen Hand mit weiß oder silberfarben und roth oder rubinfarben, auf der rechten Handt aber mit schwarz oder kohl- und gelb oder goldfarben Helmbdekhen und darob einer könig guldenen Cron gezihret, auf welcher sich zwey gegeneinander gewendte gewafnete Armb erzeigen, zwischen welchen beeden der Sonnenschein sich erhellet. Der hintere Armb haltet in der Faust drey Kornöhr, das rechten Faust aber ein zweyschneidiges Schwerdt mit seinen vergulten Creuz und Knopf.

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Saalbuch 67, Fol. 448 - 455v
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Beitrag von Gerd » 06.12.2022, 19:30

Jaromerský (Weywoda) von Stromberg

Daniel Jaromerský wurde am 20. September 1650 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Stromberg“ in den böhmischen Adelsstand erhoben.

Johann Wenzel Weywoda wurde am 13. Juli 1746 durch Königin Maria Theresia mit dem seinem Großvater verliehenen Wappen und Prädikat „von Stromberg“ in den böhmischen Adelsstand erhoben.

Daniel Jaromerský war Kaufmann und Bürger in der Prager Neustadt. Hier kaufte er 1639 für 2.000 kop. Meißner Groschen das Haus Nr. 437 „bei den Regenbögen“ und weitere Grundstücke, wie 1641 ein neues Bürgerhaus mit der Nr. 866 für 300 kop. Meißner Groschen. Gleichzeitig war er Hauptmann der 8ten Bürgerkompanie der Prager Altstadt, was von seinem Ansehen in der Gemeinde und gewissen militärischen Erfahrungen zeugt. Nach dem schwedischen Einfall auf der Prager Kleinseite 1648 war er einer der ersten, der sich den Schweden entgegen stellte, verteidigte furchtlos die Prager Brücke, half den Feind von den Ufern der Prager Altstadt abzuwehren und griff ihn mit Booten an. Als Wittenberg die Prager Neustadt belagerte, stand er mit seiner Kompanie am Bergtor, verteidigte es sehr tapfer und als das Tor durch das feindliche Feuer fast zerstört war, ließ er die restlichen Kanonen von dort abziehen, damit der Feind sie nicht ergriff, und das trotz der Tatsache, dass seine Kompanie ständig beschossen wurde und erhebliche Verluste erlitt. Später wurde seine Einheit zum Moldauufer geschickt, welche nach der Ablösung der Studentenlegion den Abschnitt nördlich der Karlsbrücke verteidigte. Die Familie war offenbar in der Folgegeneration bereits im Mannesstamm erloschen, da sein Enkel Johann Wenzel Weywoda mit gleichem Wappen und Prädikat nobilitiert wurde. Dieser war Bürger der Prager Altstadt und ab 1702 in dessen Gemeindeverwaltung tätig. Während der österreichischen Erbfolgekriege war er Bürgermeister der Prager Altstadt und bewies in diesen unruhigen Zeiten seine Treue zu Maria Theresia. Deshalb wurde er nach der Besetzung der Stadt durch Preußen 1744 als Geisel genommen. Diese Verdienste waren der Hauptgrund seiner Nobilitierung. Im Diplom werden jedoch auch die Verdienste seiner Söhne Johann Wenzel, Stadtrat der Prager Neustadt, und Wenzel Mathias, Hauptmann eines Infanterieregiments der kaiserlichen Armee, erwähnt. Die Familie besaß in der Prager Altstadt ein Haus mit eine bekannten Kneipe in der Jilská-Strasse, welches noch heute „U Vejvodů“ (Bei den Weywodas) heißt und bereits 1717 von Johann Wenzel gekauft wurde. Ursprünglich war es Eigentum des ehemaligen Bürgermeisters der Prager Altstadt Niklas Franz Turek von Sturmfeld und Rosenthal, dessen Wappen sich auch an der Hausfassade befindet.

Blason des Wappens wie eingetragen:

Alß mit Namen einen quartirten Schild, dessen hinter unter und forder obern Feldung gelb oder goldfarb ist, in jeder derselben erscheinet ein halber schwarzer Adler mit ausgeschwungenen Flüglen, offenen Schnabel, roth ausgeschlagenem Zungen, einer königlich guldenen Kron gezieret und der untere zur linken, der obere aber zur rechten Handt sehend. In dem Grund des fordern untern und hintern obern Theil ist zu sehen nach der Zwerch ein Wasserfluß, darüber ein dreyhüglechter griener Weinberg, auf dem mitteren, so die andern etwas überhöhet, ein zur rechten gewendter gebogener mit Harnisch bekleidter und zum Streit geschickter Mannesarm, in seinem Faust ein zweyschneidiges blosses Schwerdt haltend. Ob diesem Schild stehet ein freyer offener adelicher Turniershelm, zur linken mit roth oder rubin- und weiß oder silberfarben, zur rechten aber gelb oder gold- und schwarz oder kohlfarben Helmdeken und darob einer königlichen guldenen Kron gezieret über welcher zwischen zweyen gegen einander aufgethanen Adlersflügeln, ihre Sachsan einwärts gekehret, (deren ein jede schrembsweis in sieben gleiche Theil abgetheilet und der vordere erst-, dritt-, fünft- und siebendes schwarz oder koll- die andern gelb oder goldfarb, der hinter erst-, dritt-, fünft- und siebentes Theil aber roth oder rubin- und die andern weiß oder silberfarb ist) erscheinet ein gegen der Rechten gewehnter weisser grimmiger Lew bis auf die Huft, mit offenen Rachen, ausgeschlagenen Zungen, über dem Ruken gewundenen doppelten Schweif und einer königlichen guldenen Kron gezieret, seine beede fordere Branken von sich ausstreckend und in der Rechten ein zweischneidiges zuem Streich geschicktes Schwerdt mit verguldtem Kreutz und Knopf haltend.

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Saalbuch 63, Fol. 123 - 131v
Saalbuch 174, Fol. 579 - 588
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Beitrag von Gerd » 06.12.2022, 19:33

Kawka (Peyr) von Dubeczek

Wenzel Augustin Kawka und sein Adoptivsohn Andreas Klement Peyr wurden am 26. März 1649 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Dubeczek“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Wenzel Augustin Kawka war königlicher Richter der Prager Neustadt. Er hatte die Häuser Nr. 1.000/a und 1.000/b, genannt „U Neknířských“, 1636 und 1646 erworben, und bereits 1632 das Haus Nr. 911, genannt „U Vintrů“. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe war mit Anna, Witwe des Wenzel Nekmirzsky von Kyrsfeld, welcher er 1636 ehelichte und die das Haus Nr. 1.000/a mit in die Ehe brachte. Seine zweite Frau war Elisabeth Blahá. Im Jahr 1637 war er Hauptmann einer Bürgerkompanie und 1642 wurde er Major und Befehlshaber über alle Neustädter Bürgerkompanien. Während der Belagerung der Prager Städte 1639 und 1648 bewährte er sich als tüchtiger Befehlshaber und zeichnete sich 1648 auch persönlich in den Kämpfen beim Durchbruch an der Neustädter Mauer aus. Sein Adoptivsohn Andreas Klement Peyr war 1648 während der schwedischen Belagerung der Prager Städte Fähnrich und später Leutnant in der Zderazsky-Kompanie der Prager Neustadt unter Hauptmann Jeremias Braunschmidt.

Blason des Wappens wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist länglich und ganz rot oder rubinfarben, im unteren Teil ist eine Stadtmauer auf der zwischen vier aufragenden Zinnen in der Mitte des Schildes ein oberhalber Mann in voller Rüstung steht, in der rechten Hand ein blankes Schwert zum Schlag haltend, in der linken Hand ein kleines Schildlein in der Art eines Rundschilds oder Pavese ganz in blau oder lasurfarben, darin der Name unseres F. III., den er vor sich an die Unterseite seines Körpers hält, auf dem Schild ist ein offener Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken rot oder rubinfarben und weis oder silberfarben auf beiden Seiten herabhängend zu sehen, darauf ist eine goldene königliche Krone, darauf sieht man zwei geteilte und nach außen gerichtete Büffelhörner, das linke obere und rechte untere Feld ist weis oder silberfarben, das linke untere und rechte obere aber rot oder rubinfarben, zwischen diesen sind fünf Straußenfedern, die erste,dritte und fünfte weis oder silberfarben, die zweite und vierte aber rot oder rubinfarben, nach oben gerichtet zu sehen.

(Anm.: Schildinhalt und Zier habe ich stark der Abbildung im Originaldiplom, welches im Stadtarchiv Prag lagert, nachempfunden)
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Saalbuch 32b, Fol. 864v – 869
Archiv hlavního města Prahy - Archivalie AMP PPL I - 110
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Beitrag von Gerd » 06.12.2022, 19:35

Kleblot v. Löwenthurm und Wasserthal

Johann Wenzel Kleblot wurde am 17. März 1653 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Löwenthurm und Wasserthal“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Johann Wenzel Kleblot entstammt einer bürgerlichen Familie. Als junger Mann trat er in die kaiserliche Armee ein, in der er vierzehn Jahre lang zunächst als Infanterist, später in der Kavallerie diente. 1630 ließ er sich in der Prager Altstadt nieder und wurde dort Ratsherr. Nach der Besetzung der Kleinseite durch die Schweden 1648 wurde er zum Leutnant der Kompanie des Linhart-Viertels der Prager Altstadt ernannt und nach dem Rücktritt des Hauptmanns der Kompanie des Teyn-Viertels an dessen Stelle befördert. Mit seiner Kompanie wurde er zur Karlsbrücke geschickt und später zu den Kämpfen am Spitaltor, welches er gründlich befestigen ließ. Er verteidigte auch die nahe gelegenen Mühlen und verlor eine Reihe seiner Männer bei heftigen Gefechten mit dem Feind. Während des großen Angriffs auf das Bergtor am 13. Oktober 1648 wurde er an schlecht befestigte und daher am stärksten bedrohte Orte geschickt, die er bis zum Rückzug des Feindes tapfer verteidigte. Ab 1652 besaß er ein kleineres Haus im Nikolai-Viertel wofür er 315 kop. Meißner Groschen bezahlte und im Mai 1653 das Brunswikowsky-Haus Nr. 621 im Teyn-Viertel. Die nötigen Mittel beschaffte er sich vermutlich durch den Verkauf des Hauses Nr. 496 „U zeleného kříže“ (beim grünen Kreuz) im Gallus-Viertel im April 1653 für 3.000 Goldstücke.

Blason des Wappens wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Nämlich ein gerader Schild von unten bis zur Mitte mit drei Zwickeln mit offenem Stadttor und einem Teil der Stadtmauer mit gewöhnlichen Zinnen, dieser Zwickel ist über einem Fluss wie eine Brücke gebaut; der mittlere blau oder lasurfarben und die anderen beiden schwarz oder kohlfarben, in diesen beiden schwarzen Zwickeln ist je ein gelb oder goldfarbenes dreiblättriges Kleeblatt. Der obere Teil ist in zwei gleiche Felder von oben her geteilt; links rot oder rubin- und rechts gelb oder goldfarben. In diesem linken Feld ist ein gelb oder goldfarbener Löwe mit einem Doppelschwanz, mit ausgeschlagener roter Zunge, einer goldenen Krone, nach links aufrecht stehend, in der rechten eine eiserne Kugel und der linken ein Schwert zum Streich haltend. Im rechten Feld aber ein golden gekrönter, in schwarzer Farbe nach rechts sehender halber Adler. Auf dem Schild ist ein offener Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken und der rechten Seite mit weiß oder silber-, rot oder rubin- und blau oder lasurfarben nach unten herabhängend. Darauf ist eine goldene königliche Krone mit daraus nach oben gerichteten zwei Büffelhörnern, mit rot, weiß und blau angemalt und jedes mit drei Straußenfedern in den genannten Farben verschönert. Zwischen diesen beiden Hörnern ist der Löwe wie unten im Schild nach rechts gewendet, in der linken die eiserne Kugel und der rechten eine Hellebarde nach oben haltend.

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Saalbuch 32b, Fol. 1002 – 1006
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Beitrag von Gerd » 06.12.2022, 19:36

Kniaur von Jawora

Daniel Kniaur wurde am 30. April 1649 durch Kaiser Ferdinand III. mit dem Prädikat „von Jawora“ in den böhmischen Vladykenstand erhoben.

Daniel Kniaur stammte aus Kuttenberg (Kutná Hora), wo er Stadtbürger und Magistrat war. Nach der Besetzung der Prager Städte durch die Truppen des sächsischen Kurfürsten 1631 und nach dem schwedischen Einmarsch wurde er oft von den Kuttenberger Ratsherren zur Erkundung geschickt, wobei er schwer an Bein und Hand verwundet wurde. Die Handverletzung war so schwer, dass er gelähmt war. Später ließ er sich in der Prager Neustadt nieder, wo er 1640 in die Bürgerschaft aufgenommen wurde. Er wurde hier Schöffe und Assistent des Bergmeisters der Weinberge. 1640 heiratete er Elisabeth, geborene Dlouhoveska, die Witwe von Jeremias Maczer aus Letoschitz (Letošice) (Anm.: der Ort verschwand mit dem Bau des Moldaustausees Orlik). Als Mitgift brachte sie das Haus Nr. 32 „U Medků“ im Zderazska-Viertel mit in die Ehe ein, welches sie von ihrer ins Exil gegangenen Mutter Lidmila geerbt hatte. Ab 1644 besaß Daniel im selben Viertel das Haus Nr. 209. In der zweiten Hälfte der 1640er Jahre war er Ratsmitglied und Ältester für Fuhraufträge. Während der schwedischen Belagerung 1648 bewaffnete er seine Familie mit eigenen Mitteln und schickte sie an gefährdete Orte. Er selbst wurde zum Hauptmann einer Neustädter Kompanie ernannt und verhielt sich in den Kämpfen tapfer.

Blason des Wappens wie eingetragen aus dem Tschechischen:

Der Schild ist von oben nach unten in zwei gleiche Teile oder Felder geteilt, dessen linkes Feld blau oder azur, das rechte aber weiß oder silberfarben ist, unten im linken Feld ist ein niedriges Tor in einer Mauer aus rechteckigen Steinen mit kleinen Zinnen, darauf ist in die Höhe zur linken Seite ein gepanzerter rechter Arm eine Partisane hoch haltend. Im zweiten, dem rechten Feld steht ein grüner Ahornbaum. Auf dem Schild ist ein offener Turnierhelm und drumherum flatternde Helmdecken, auf der linken Seite rot oder rubinfarben und weiß oder silberfarben und auf der rechten Seite blau oder azur und wieder weiß oder silberfarben auf den Seiten nach unten herabhängend zu sehen. Darauf ist eine goldene königliche Krone mit zwei quer geteilten Adlerflügeln darauf, der linke oben und der rechte unten weiß oder silberfarben und der rechte oben blau oder azur und der linke unten rot oder rubinfarben, zwischen diesen Flügeln in der Mitte ist ein weises Panier, sowohl oben als auch unten ein gelber oder golfarbener Rand. Durch dieses Panier ist von oben bis unten ein rotes Kreuz auf dem geschrieben steht IN HOC SIGNO VINCES.

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Saalbuch 32b, Fol. 859v – 864
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