Pelzwerk

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Markus
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Beitragvon Markus » 10.02.2006, 13:11

Ich weiß nicht, wie es die Wappenrollen im Einzelnen halten, letztendlich hat die Diskussion aber gezeigt, dass immer dasselbe Ergebnis dabei herauskommt. Ich glaube, (aber ohne Gewähr) dass es die Rollen ebenso halten.
Heraldische Grüße
Markus

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Tekker
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Beitragvon Tekker » 12.07.2006, 18:53

Mittlerweile habe ich meine Pelzwerkmeinung etwas revidiert, deswegen auch diesen Thread nochmal ausgegraben.

markus theising hat geschrieben:....Maximilian Gritzner hilft auch nur bedingt weiter. Er schreibt: "Wir kommen nun zu einer eigenen Art Stoffe, die, weil sie zum Ueberziehen der Felder und Figuren wiewohl in Deutschland sehr selten, gebraucht wurden, von den Heraldikern zu den Farben gerechnet werden, wir meinen die: Pelzwerke."

Aha. Das sagt uns doch, wir haben einen Schild, der bezogen ist, und zwar mit "Pelz" (= Fell!). Im Gegensatz zum Schild selbst wird dieser Überzug aber nicht mehr bemalt. So verstehe ich es und gegenteilige Beispiele habe ich bislang noch nicht gesehen.
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A.Lenz
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Beitragvon A.Lenz » 12.07.2006, 20:10

Tekker hat geschrieben:Aha. Das sagt uns doch, wir haben einen Schild, der bezogen ist, und zwar mit "Pelz" (= Fell!). Im Gegensatz zum Schild selbst wird dieser Überzug aber nicht mehr bemalt.


Es muß aber nicht unbedingt der ganze Schild bezogen sein, sondern nur Teile davon.

Hier: Geteilt, oben Feh, unten Rot oder Gespalten, vorne Feh hinten Gold

Gruß

Alois

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M. Waas
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Beitragvon M. Waas » 13.07.2006, 06:40

Tekker hat geschrieben:Mittlerweile habe ich meine Pelzwerkmeinung etwas revidiert, deswegen auch diesen Thread nochmal ausgegraben.

markus theising hat geschrieben:....Maximilian Gritzner hilft auch nur bedingt weiter. Er schreibt: "Wir kommen nun zu einer eigenen Art Stoffe, die, weil sie zum Ueberziehen der Felder und Figuren wiewohl in Deutschland sehr selten, gebraucht wurden, von den Heraldikern zu den Farben gerechnet werden, wir meinen die: Pelzwerke."

Aha. Das sagt uns doch, wir haben einen Schild, der bezogen ist, und zwar mit "Pelz" (= Fell!). Im Gegensatz zum Schild selbst wird dieser Überzug aber nicht mehr bemalt. So verstehe ich es und gegenteilige Beispiele habe ich bislang noch nicht gesehen.


Echtes Pelzwerk gibt es nur zweimal in der Heraldik:
- Kürsch
- echter Hermelin
Wobei beides auch wieder mit Farben und/oder Heroldsbildern belegt sein kann.
Das was man gemeinhin unter Feh (eigentlich die Wamme des Eichhörnches) versteht sollte man besser als Heroldsbild betrachten. Die Erklärung, daß es sich dabei um das genannte stilisierte Fell handelt, kam erst im 17. Jahrhundert auf.

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Tekker
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Beitragvon Tekker » 13.07.2006, 17:14

M. Waas hat geschrieben:- Kürsch
- echter Hermelin
Wobei beides auch wieder mit Farben und/oder Heroldsbildern belegt sein kann.

Hast du da auch ne Quelle oder Beispiele?
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M. Waas
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Beitragvon M. Waas » 13.07.2006, 20:39

Die Quellenlage in Deutschland ist beschissen! (tut mit Leid, ist aber so) Seit 1875 (oder so) schreibt ein Heraldikler, der ein Buch herausbringt vom anderen ab. Und das ohne Quellenangabe usw.!
Nichts desto trotz, hier ein paar Hinweise:

Altes Wappen Köln (Echtes Hermelin)
Stadt Bregenz ( Kürsch)
Kürschner von Zürich (Kürsch)

Echtes Hermelin heißt, daß die echten"Schwänzchen" gezeichnet wurden und nicht das stilisierte Hermelin.
Das wird übrigens noch (meist) heute in der deustchen Heraldik so gehalten, wenn Hermelin in der Decke verwendet wird - im Schild ist es freigestellt. Nur bei Gegenhermelin oder Goldhermelin sollte man die stilisierten Schwänzchen verwenden.

A.Lenz
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Beitragvon A.Lenz » 15.07.2006, 10:59

Pelzwerke:

Hermelin wird stilisiert durch schwarze Hermelinschwänzchen - jeder Hermelinschwanz wird dabei mit einer Spange, oder drei Nadeln befestigt stilisiert - auf Silber, bzw. Weiß.

Gegenhermelin kehrt dabei Schwarz und Silber um (silberne Hermelinschwänze auf Schwarz).

Feh entspricht der Mantelfütterung mit dem Fell sibirischer Eichhörnchen (blau mit silberner Bauchseite); in der Fütterung wechseln sich zugeschnittene blaue Rücken- und silberne Bauchfelle ab und bilden damit das Feh-"Muster". Stilisiert wird dies - da der Schnittform weitestgehend entsprechend - mit der Gestaltung durch "Eisenhüte".
Feh ist jedoch auch in Rot und Gold, statt in Blau und Silber möglich, was sich auf die Verwendung einheimischer Eichhörnchenfelle begründet.
Feh bildet zahlreiche Unterformen, z. B. "Pfahlfeh", "Krückenfeh" und "Wolkenfeh".

Kürsch ist ein vergleichsweise einfaches Pelzwerk und wird bspw. durch Reihen von Pelzflecken stilisiert.

(Ottfried Neubecker, Heraldik Wappen - Ihr Ursprung, Sinn und Wert, Frankfurt/Main 1977)

Mit freundlichem Gruß

A.Lenz


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