Tingierung für Glas

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Jochen
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Tingierung für Glas

Beitragvon Jochen » 10.01.2005, 20:58

Die Brillenmacherzunft von London führt (u.A.) drei goldene Kneifer mit "naturfarbenen" ("properen"....) Gläsern im Schilde.Gelegentlich kommen gläserne Gegenstände in Wappen vor, die dann doch meistens silbern (so bei Namensvettern von mir im Waldeckschen) oder naturfarben (proper) tingiert sind.Eigentlich wäre doch Schattenfarbe eine ganz geeignete Farbe für Glas.Oder sollte man gar (horribile dictu....) eine neue Tingierung "Gläsern" einführen....?Schöne GrüßeJochen Wilke

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Markus
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Beitragvon Markus » 10.01.2005, 21:03

Mit der Schattenfarbe könnte ich mich anfreunden, aber eine neue Tingierung creieren? Mon Dieu! :x
Heraldische Grüße
Markus

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Jochen
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Beitragvon Jochen » 10.01.2005, 22:13

Ich bin ja auch eher konservativ, gerade was die Tingierung angeht. Schattenfarbe ist für Glas allerdings nur ein (akzeptabler) Kompromiß.(kleiner Exkurs: es gibt ja auch sehr reizvolle Extravaganzen wie "paillé" (normannischer, meist grüner, gelegentlich auch blauer Stoff mit reichen Goldapplikationen) oder farbiges Pelzwerk. Paillé gilt wohl eher als Farbe denn als Metall))Weitere Bemerkung: Im Forum der Svenska Heraldiska Föreningen gab es einen Diskussionsfaden mit bisher nicht weniger als 77 Beiträgen zum Thema "Neue Tinkturen". Die Meinungen waren, wie nicht anders zu erwarten, geteilt, mit allerdings äußerst enthusiastischen und konstruktiven Beiträgen zur Neuschaffung von Tinkturen (meist allerdings Pelzwerk).Schöne GrüßeJochen WilkeP.S.: Oktarin würde ich unter die Farben einreihen ....;-)

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Claus J.Billet
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Beitragvon Claus J.Billet » 10.01.2005, 22:19

hm...warum alles noch komplizierter machen ?Die gegebenen Tinkturen müßten doch eigentlich reichen ! :?:
www.Wappen-Billet.de
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Beitragvon Jochen » 10.01.2005, 22:30

Lieber Herr Billet,ein treffender Einwand, ohne Zweifel!Keineswegs will ich zwanzig Rotschattierungen wie im Vereinigten Königreich das Wort reden. Und einen kupfernen Gegenstand (davon war hier schon die Rede) kann man trefflich in Rot wiedergeben.Ein flächiger Gegenstand, wie die Glasscheibe der Korbacher Wilkes, ist auch relativ leicht in Schattenfarbe wiederzugeben.Aber ein räumlicher Gegenstand, wie etwa ein gläserner Pokal?Schöne GrüßeJochen Wilke

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Tingierung für Glas

Beitragvon Gast » 10.01.2005, 22:58

Hallo,@ JochenOktarin.....ist das nicht die 8. Farbe im Regenbogen, die nur Katzen warnehmen können?mfgTh.Mast

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Jochen
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Beitragvon Jochen » 10.01.2005, 23:17

...Katzen, jawohl - und Zauberer, letztere mittels achteckiger Sehzäpfchen der Netzhaut.Jochen

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M. Waas
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Beitragvon M. Waas » 11.01.2005, 07:17

@ Kollege JochenWobei aber ein gewaltiger Unterschied in der Auffassung besteht, was man unter natürlich/naturfarben in England und Deutschland versteht.Man kann (fast) jedes beliebige deutsche heraldische Buch aufschlagen, da findet man unter dem Stichwort "naturfarben" die Farben Braun oder "carnation"! :roll: Demnach wäre ein natürlicher Wolf also Braun oder Fleischfarben und die Brille dann eben auch. 8)Natürlich funzt dieses so lange nicht, als man die "offizielle" deutsche Definition zu Grunde legt. Obwohl mich das eh´ nicht juckt - die hirnverbrannte Definition meine ich.Wenn ich mich recht erinnere zeigt das Wappen der Brillenmacher die "Kneifer" mit goldenem Gestell. Da stände man dann auch vor dem Problem, ob ein goldenes oder - von mir auch - regenbogenfarbiges Gestell wirklich proper ist. Oder bezieht sich das proper dann nur auf die Gläser?Ist ein Trinkglas immer durchsichtig? Ich weiß das ist nun rein scholastisch, deswegen soll´s auch genug sein. :wink:

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Jochen
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Beitragvon Jochen » 11.01.2005, 22:08

Liebe Kollegen,die Diskussion um "Glas" als neue heraldische Tinktur wird derzeit auch an anderem Ort im Web geführt. Ich gestehe Täterschaft :oops: .....Ich will die gelehrten Kollegen auch nicht über Gebühr nerven - Naturfarbe tut's ja vielleicht auch für Glas.Andererseits....:"Geständert von Blau und Gold ein gläsernes Kreuz"ist etwas Anderes als"Geständert von Blau und Gold ein Kreuz in Schattenfarbe" (wegen Effekten beruhend auf Reflexion, Totalreflexion und Brechung)und knapper (und damit heraldisch potentiell attraktiver) als"Geständert von Blau und Gold ein gläsernes Kreuz in Naturfarbe"Wiederum andererseits - braucht die Heraldik wirklich gläserne Figuren....? :?:Schöne GrüßeJochen WilkeP.S.: Scholastische Heraldik hat doch auch ihre eigenen Reize.... :wink:

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Beitragvon Jochen » 13.06.2006, 17:16

...und soo in etwa hatte ich mir das gedacht (gut, die Spitzlichter sind unheraldisch, weiß ich. Aber man sieht schon, daß es etwas Anderes ist als Schattenfarbe....)

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Sagen wir - ein kleiner Beitrag zur "experimentellen Heraldik"....
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen


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