Familiennamen westpreußischer Mennoniten

Hier ist der richtige Ort, um über Stammbäume und die Herkunft von Namen zu diskutieren
This is the location to discuss family trees and the origin of names

Moderator: Christian Ader

Joachim v. Roy
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Familiennamen westpreußischer Mennoniten

Beitragvon Joachim v. Roy » 28.06.2013, 13:40

Zu dieser Anfrage
http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=88750
darf ergänzend angemerkt werden:

In dem – verdienstvollen, leider aber vielfach fehlerhaften - Beitrag von Gustav E. Reimer, „Die Familiennamen der westpreußischen Mennoniten“, herausgegeben vom Mennonitischen Geschichtsverein, Weierhof i.d. Pfalz 1963, erscheinen u.a. folgende Namen:

BERGMANN (auch: BARKMANN und BORCKMANN geschrieben), zu finden in den Kirchenbüchern von Stadtgebiet b. Danzig (1685), Königsberg, Tiegenhagen, Ladekopp, Rosenort, Heubuden

CLAASSEN (auch: KLAASSEN u.ä.), Kirchenbücher von Stadtgebiet b. Danzig (1606, 1667 ff.), Neugarten b. Danzig (1665 ff.), Königsberg, Tiegenhagen, Ladekopp, Rosenort, Fürstenwerder, Heubuden, Elbing, Neunhuben b. Stadtgebiet

DIRKSEN (auch: DIRCKS, DERKS, DERCKSEN, DOERKSEN u.ä.), Kirchenbücher von Stadtgebiet b. Danzig (1668 ff.), Neugarten b. Danzig (1671 ff.), Elbing, Heubuden, Thiensdorf, Orlofferfelde, Montau-Gruppe, Tragheimerweide, Schönsee, Deutsch-Kazun

LEMCKE (auch: LEMKE, LEMKI u.ä.), Kirchenbücher von Tiegenhagen, Rosenort, Stadtgebiet b. Danzig (1692 ff.), Montau-Gruppe (vor 1700)

SCHWARZ (auch: SCHWARTZ, SCHWART), Kirchenbücher von Tiegenhagen, Fürstenwerder, Rosenort

Katholische und evangelische Personen, die sich in Westpreußen mennonitisch taufen ließen, erhielten k e i n e neuen N a c h-namen.

Mennonitische Jungen, die sich vor ihrer eigenen (Erwachsenen-)Taufe lutherisch taufen ließen, gaben oft ihre alttestamentlichen Vornamen (wie Abraham, Daniel, Isaak, Jakob) auf und nahmen stattdessen „moderne“ Vornamen an (hier war der Name Christian am beliebtesten). Dieser Brauch erschwert die Familienforschung.

Katholische und evangelische Personen, welche den alt-evangelischen Mennonitengemeinden beitraten (meist wegen Heirat eines mennonitischen Ehepartners), wurden
– in aller Regel - bis in das 19. Jahrhundert hinein erneut getauft. Im 20. Jahrhundert entfiel – in aller Regel - die erneute Taufe wegen Anerkennung der katholischen bzw. evangelischen Taufe.

Freundliche Grüße vom Rhein

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